Amphibienfahrzeug entfernt am Fredenbecker Badesee lästige kanadische Wasserpest
Ein Berg "grüne Arme"

In Massen wurden die Pflanzen aus dem Wasser geholt
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sb. Fredenbeck. Im Aquarium ist sie als Sauerstoffquelle sehr beliebt, in Badegewässern hingegen äußerst lästig: die kanadische Wasserpest. Die Wasserpflanze wächst vom Grund des Sees bis an die Oberfläche empor und bildet dabei "grüne Arme", die das Schwimmen erschweren und bei so manchem Badegast auch mal für Panik sorgen können. Im Fredenbecker Badesee fühlt sich die invasive Wasserpflanze so wohl, dass sie einmal im Jahr von einem Spezialfahrzeug entfernt werden muss. Vergangene Woche wurde sie von zwei Mitarbeitern der Firma Van Eijden aus Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch) mit "Stumpf und Stil" ausgerissen.

Mit einem Spezial-Amphibienfahrzeug, das sowohl auf dem Land als auch im Wasser fahren kann, rückten Thomas Schmidt und Hauke Böning der kanadischen Wasserpest zu Leibe. "Früher haben wir die Pflanzenarme abgeschnitten, aber das hat sie im Wachstum sogar beflügelt", erzählte Schmidt. "Deshalb reißen wir sie jetzt mit einer Art Forke, die sich vorne am Fahrzeug befindet und die wir im Wasser versenken, mit der Wurzel weitestgehend aus." Während es im vergangenen Sommer am Fredenbecker Badesee kaum etwas zu entfernen gab, sei das Pflanzenwachstum dieses Jahr geradezu explodiert. "Das beobachten wir allerdings nicht nur hier, sondern auch in anderen Badegewässern, auf denen wir im Einsatz sind", sagt Hauke Böning. "Erklären können wir uns das nicht."

Immer abwechselnd zogen die beiden Maschinenführer auf dem See ihre Runden. Schon nach wenigen Minuten mussten sie ans Ufer zurückkehren, weil die enorme Masse abgerissener Pestpflanzen das Fahrzeug nach unten zog. Abgeschnitten wurden die "grünen Arme" von dem jeweils am Ufer gebliebenen Kollegen dann - mit einem Brotmesser. "Wir haben es auch schon mit Sicheln oder Macheten probiert, aber das Brotmesser funktioniert einfach am besten", sagte Thomas Schmidt lachend.

Zwei Tage dauerte der Einsatz in diesem Jahr am Fredenbecker Badesee. Die entfernten Pflanzen wurden anschließend von Mitarbeitern des Bauhofs in Container gepackt und zur Weiterverwertung zur Fredenbecker Firma Alpers gebracht.

Eintritts- oder Korkgeld?

Seit vier Jahren ist Klaus Kläre (74) Pächter des Fredenbecker Badesees. Unter seiner Regie ist in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Fredenbeck eine gepflegte Anlage mit zahlreichen Spielmöglichkeiten für Kinder, Grillhütten und mehr entstanden.
Hinter den Kulissen ist die Idylle jedoch zurzeit getrübt. Kläre und die Samtgemeinde als Inhaberin des Geländes sind sich über verschiedene Konditionen nicht einig. Das betrifft u.a. das Eintrittsgeld. Als Klaus Kläre gemeinsam mit seiner Frau Sylvia 2018 ihren Betrieb am Badesee begannen, führten sie das sogenannte "Korkgeld" ein. Der Eintritt zum See sollte frei bleiben für alle, die keine Speisen und Getränke mitbringen, alle anderen 2,50 Euro zahlen. Einnahmen sollten u.a. durch den Kioskverkauf akquiriert werden.
Im vergangenen Corona-Jahr wurde das Korkgeld durch Eintrittsgeld ersetzt: 2,50 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder zwischen sieben und 17 Jahren, darunter frei. "Der Eintritt war für uns auch ein Zählinstrument für die anwesenden Besucher in der Pandemie-Zeit", sagt Klaus Kläre.
Weil die Regelung mit dem Eintritt überschaubarer ist als das Kassieren von Korkgeld, wollte der Pächter diese gern beibehalten und trug die Idee im November vergangenen Jahres im zuständigen Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus der Samtgemeinde Fredenbeck vor. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag mit einer entsprechenden Empfehlung an den Samtgemeinderat. Auch dieser war mit einer entsprechenden Änderung im Pachtvertrag einverstanden. Allerdings sollte der Ergänzungsvertrag weitere Änderungen enthalten. U.a. sollte Klaus Kläre Kosten für die Nutzung des kommunalen Rasenmähers am Badesee übernehmen, da dieser inzwischen nur noch von ihm genutzt wird. Das lehnt der Pächter aus wirtschaftlichen Gründen jedoch ab.
Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann teilte dem WOCHENBLATT auf Nachfrage mit, dass sowohl er als auch der Samtgemeinderat die Variante mit dem Eintrittsgeld bevorzugen würden - sie sei für den Pächter einfacher zu organisieren als das Korkgeld. Sollte das Ehepaar Kläre jedoch nicht alle Punkte des Ergänzungsvertrags akzeptieren, gelte nach wie vor der alte Pachtvertrag, in dem das Korkgeld festgeschrieben ist.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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