Ärger über Baumfrevel

Einige Bäume und Sträucher sind komplett abgeholzt Foto: sc
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Gruppe Grüne/Linke und FWG kritisieren "unsachgemäßen" Kahlschlag von Grünflächen in Harsefeld

sc. Harsefeld. Der Kahlschlag der Bäume und Büsche am Seitenrandstreifen in der Verlängerung der Straße "Auf dem Klingenberg" bis hin zum Weißenfelder Forst war der Auslöser für einen Antrag der Gruppe Grüne/Linke und Freie Wählergemeinschaft (FWG) im Rat der Samtgemeinde Harsefeld. In ihrem Antrag forderten sie Antworten ein, warum das Gehölz den Motorsägen zum Opfer fiel.

Laut Antrag seien "fast alle Büsche und Sträucher sowie einige größere Bäume entfernt oder sehr unsachgemäß beschnitten" worden. Die Politik solle sich mit dem Fall beschäftigen, weil die betroffene Wege und Randstreifen sich im Eigentum der Samtgemeinde befinden. Die gemeinsamen Antragsteller Hartwig Holthusen (Gruppe Grüne/Linke) und Jan-Boris Ingerowski (FWG) kritisieren, dass der Seitenraum dem Wild Schutz bot sowie Lebensraum vieler Insektenarten war. Bemühungen der Samtgemeinde, mehr Räume für Tiere und Insekten zu schaffen, wie zum Beispiel durch das Anlegen von Wildblumenwiesen, würden durch solche Aktionen konterkariert. Es gehe um wichtige Naturlebensräume, die Anfang der 90er Jahre angelegt worden waren, sich zu einem Biotop entwickelten und eine ökologische Funktion wahrnehmen, so Holthusen. Ingerowski fügte hinzu, dass es nicht darum gehe, einzelne Personen und Landwirte an den Pranger zu stellen. Es solle nur keine Nachahmer geben und daher müsse über solches Verhalten geredet werden. "Wir können nicht tatenlos zusehen", forderte Ingerowski. Susanne de Bruijn (FWG) will das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen und Ersatz für die zerstörten Flächen finden. Die Abholzung solle im Auftrag durch einen ortsansässigen Landwirt erfolgt sein.

Dass das öffentliche Interesse an dem Thema groß ist, zeigte die Bürgerfragestunde in der Ratssitzung. Dort meldete sich Bernhard Borreck aus Harsefeld zu Wort, der oft auf der Strecke mit dem Fahrrad unterwegs ist. "Ich bin entsetzt, da sind ganze Bäume weg." Die Bearbeitung des Grünstreifens sei eine "Baumvergewaltigung" und es solle etwas dagegen unternommen werden. Auch er wolle die Landwirte nicht unter Generalverdacht stellen, aber es müsse mit ihnen gesprochen werden. Der geschädigte Bereich sei nicht nur ein Wirtschaftsweg, sondern für die Bewohner am Klingenberg ein Naherholungsgebiet, in dem "ganz schön herumgewildert" worden sei.

Auch Grünstreifen müssen zur Pflege zurückgeschnitten werden, hieß es aus den Reihen der CDU. "Das wächst auch wieder nach", sagte Lüder Pott (CDU). Für Dr. Hartmut Schröder (CDU) sei der Baumschnitt durchaus in Ordnung. Aus den Reihen der SPD meldete sich keiner zu Wort.

Das Thema ist noch nicht zu Ende: Im Bauausschuss des Fleckens Harsefeld wird weiter diskutiert.

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