CDU bringt alte Pläne auf den Tisch
Kommt eine Straßenbrücke über die EVB-Bahnstrecke in Harsefeld?
- Die Karte zeigt, an welcher Stelle der Brückenschlag über die EVB-Bahnstrecke erfolgen könnte
- Foto: Open Street Map/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Schranke auf – und trotzdem geht es nicht weiter. Wer vom Harsefelder Bahnhof kommt und an der Weißenfelder Straße nach rechts in Richtung der Neubaugebiete abbiegen möchte, braucht oft Geduld. Nach dem Öffnen der Bahnschranken folgen für Rechtsabbieger noch zwei Rotphasen an der Ampel. Erst dann gibt es freie Fahrt.
Der Bahnübergang Weißenfelder Straße ist eines der nervigsten Nadelöhre für Autofahrer in Harsefeld. Seit dem Bau der Ortsumgehung hat sich an der Situation wenig geändert. Verschiedene Ansätze, Schranken- und Ampelschaltung besser aufeinander abzustimmen, brachten offenbar nicht den gewünschten Erfolg. Gleichzeitig ist südlich der EVB-Bahnstrecke viel passiert. Neubaugebiete sind gewachsen. Im Gewerbegebiet haben sich weitere Betriebe angesiedelt. Die Verkehrsbelastung hat entsprechend zugenommen.
Alte Pläne aus der Schublade geholt
Die Gruppe CDU/Bürgerliche will deshalb eine alte Idee wiederbeleben: eine zusätzliche Straße samt Brücke über die EVB-Bahnstrecke. Sie soll von der K26 in Höhe des Ebenkamps über die Bahn zur Weißenfelder Straße führen und die Gewerbegebiete Weißenfelde, Martenskamp und Rümelswiese besser anbinden. Nach Darstellung der Gruppe soll die neue Verbindung nicht nur den Verkehr entlasten, sondern auch die örtliche Wirtschaft stärken. In ihrer Pressemitteilung verweist sie auf lange Wartezeiten am bestehenden Bahnübergang und auf Nachteile für den betrieblichen Logistik- und Wirtschaftsverkehr.
Planungen vorantreiben
Die Verwaltung soll noch in diesem Jahr die Vorplanung vorantreiben. Grundlage soll die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2018 sein. Außerdem sollen alternative Trassen geprüft, Kosten aktualisiert und Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt werden. CDU/Bürgerliche wollen das Baurecht möglichst über ein kommunales Bebauungsplanverfahren schaffen und damit ein langwierigeres Planfeststellungsverfahren vermeiden. Als Vorbild nennt die Gruppe eine Bahnquerung in Apensen.
Ein Knackpunkt ist das Geld. 2018 wurden die Kosten für die Bahnquerung auf rund 4,3 Millionen Euro geschätzt. Heute rechnet die Gruppe mit etwa neun Millionen Euro. Deshalb sollen möglichst viele Fördertöpfe von Land und Bund genutzt werden. Mindestens 70 Prozent der förderfähigen Kosten sollen von außen kommen. Nur wenn der Rest für Harsefeld tragbar ist, soll gebaut werden.
Seit zehn Jahren ein Thema
Neu ist die Idee nicht. Bereits 2016 berichtete das WOCHENBLATT über Überlegungen für einen Brückenschlag. 2017 wurden die Pläne konkreter. 2018 bestätigte eine Machbarkeitsstudie: Eine rund 475 Meter lange Verbindung westlich des Viebrock-Geländes ist grundsätzlich möglich. Die eigentliche Brücke sollte rund 19 Meter lang sein. Doch die hohen Kosten sorgten für Zweifel am Verhältnis von Aufwand und Nutzen. Die Pläne verschwanden wieder in der Schublade.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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