Schnell dank "Mister DSL": IT-Experte Klaus Scholz aus Harsefeld unterstützt den Landkreis beim Ausbau des schnellen Internets

Klaus Scholz in seinem Büro. Auf den Monitoren sind "unterversorgte" Orte dargestellt
2Bilder
  • Klaus Scholz in seinem Büro. Auf den Monitoren sind "unterversorgte" Orte dargestellt
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Es ist wie ein Sechser im Lotto: Der Landkreis Stade erhält fast sieben Millionen Euro vom Bund, um den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. Weitere zwei Millionen Euro packt das Land Niedersachsen dazu. Mit strahlendem Gesicht nahm der Erste Kreisrat Dr. Eckart Lantz den Förderbescheid in Berlin entgegen (das WOCHENBLATT berichtete). Doch anders als beim Lotto hat das Ganze nichts mit Glück zu tun: Dass Stade als einer von vier Landkreisen in Niedersachsen den Zuschlag erhielt, ist der wohlverdiente Lohn monatelanger Arbeit. Das Team im Stader Kreishaus hatte detaillierte Antragsunterlagen zusammengestellt. Dabei wurde ein alter Hase in Sachen Breitbandförderung mit ins Boot geholt, um der Fachabteilung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: Klaus Scholz aus Harsefeld ist "Mister DSL".

Der IT-Experte aus dem Harsefelder Rathaus beschäftigte sich bereits mit dem Breitband-Ausbau, als die Förderung schneller Internet-Leitungen noch in den Kinderschuhen steckte. Dank seiner intensiven Vorbereitungen konnte Harsefeld als einzige Kommune im gesamten Elbe-Weser-Dreieck zuschlagen, nachdem 2009 die ersten Förderprogramme aufgelegt wurden. "Damals lag die Messlatte hinsichtlich des Internet-Tempos bei einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s)", erinnert sich Scholz. Gebiete, die darunter lagen, galten als unterversorgt. Der "Förder-Fuchs" erreichte es, dass mehrere Dörfer rund um Harsefeld den Anschluss an die Daten-Autobahn erhielten - für kleines Geld: das Land gab einen Zuschuss von immerhin 90 Prozent.

"Die Fördergelder gehen an die Kommunikationsdienstleister, die den Internet-Ausbau vornehmen", erläutert Scholz. Auf diese Weise werde die sogenannte Wirtschaftslichkeitslücke gedeckt. "Diese Lücke klafft dann, wenn die erwartenden Einnahmen durch die Netzanschlüsse geringer sind als die Investitionskosten für die Leitungen." Vielerorts wurden durchschnittliche Übertragungsraten von etwa zehn Mbit/s erzielt. Ein Quantensprung zum bisherigen "Dorf-DSL", das weit unter einem Mbit/s lag.

Doch die Anforderungen in Bezug auf schnelles Internet stiegen rasant. Irgendwann wurde auch den Verantwortlichen in Hannover klar, dass das Tempo auf der Datenautobahn schleunigst erhöht werden musste, um nicht den Anschluss zu verpassen. Zunächst schraubte man die Fördergrenze auf zwei, dann auf sechs Mbit/s hoch. Erneut wurde Scholz aktiv, diesmal gleich für mehrere Kommunen. Es hatte sich im Landkreis mittlerweile herumgesprochen, dass im Harsefelder Rathaus ein Experte in Sachen Breitband sitzt.

So setzte schließlich auch der Landkreis beim aktuellen Förderprogramm auf Scholz' Kompetenz - mit Erfolg, wie sich zeigte. Der IT-Fachmann gibt sich allerdings bescheiden: "Es war eine Teamleistung." Allerdings ist es fraglich, ob die Sache ohne "Mister DSL" so gut gelaufen wäre. Schließlich hat er in Zusammenarbeit mit den Kommunen akribisch diejenigen Gebiete herausgepickt, für die eine Förderung in Betracht kommt. Das sind kreisweit immerhin 81 Bereiche. Dabei wurden die Kriterien an die Realität angepasst: Mittlerweile gelten Anschlüsse mit einem Tempo von weniger als 30 Mbit/s als unterversorgt.

Wie geht es weiter?

Die Zuschüsse für die einzelnen Projekte teilen sich wie folgt auf: Der Bund gibt 50 und das Land 20 Prozent. Die restlichen 30 Prozent müssen die Kommunen übernehmen, doch der Landkreis hat zugesagt, ein Drittel beizusteuern. Derzeit werden die Ausschreibungen für die einzelnen Maßnahmen vorbereitet. Beworben haben sich im Vorfeld die EWE, die Telekom sowie Kabel Deutschland. Bis Ende 2018 müssen alle Projekte umgesetzt sein. Ziel ist es, mindestens 85 Prozent der betreffenden Anschlüsse mit mehr als 50 MBit/s zu versorgen.

Klaus Scholz in seinem Büro. Auf den Monitoren sind "unterversorgte" Orte dargestellt
Bei der Übergabe des Förderbescheids (v.li.): Minister Alexander Dobrindt, Staatssekretär Enak Ferlemann, Erster Kreisrat Dr. Eckart Lantz, Bundestagsabgeodneter Oliver Grundmann sowie die IT-Experten Christian Grothmann und Klaus Scholz
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Politik
Michael Roesberg ist noch bis Ende Oktober 2021 im Amt

Verzicht auf eine erneute Kandidatur
Stades Landrat Michael Roesberg tritt nicht wieder an

jd. Stade. Politischer Paukenschlag im Stader Kreishaus: Landrat Michael Roesberg (parteilos) hat am Montagabend erklärt, dass er für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Die Amtszeit des 63-Jährigen endet im Oktober 2021. Roesberg steht seit 2006 an der Spitze der Kreisverwaltung. Bisher galt als sicher, dass der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 noch einmal ins Rennen geht. Roesberg hätte beste Chancen für eine Wiederwahl gehabt. Er kann auf die...

Politik
Ist dieses Grundstück massiv mit Glyphosat verseucht? Foto: thl

Baugebiet "Am Luhedeich" ehemals Gärtnerei Bruno Franz
Falsches Spiel der Stadt Winsen?

Glyphosat im Boden und Kuhhandel mit der Deichschutzzone? Winsener wittern Skandal um Baugebiet thl. Winsen. Spielt die Stadt Winsen ein falsches Spiel mit dem Baugebiet "Am Luhedeich", das auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Bruno Franz entstehen soll? Das befürchten zumindest einige Bürger, die an der Öffentlichkeitsbeteiligung teilnahmen, in der die Stadt den Planungsstand vorstellte. "Das Gelände ist massiv mit Glyphosat verseucht. Das wurde uns auf der Veranstaltung von der Stadt...

Politik
"Wenn kein Handeln erfolgt, wird das Problem nicht nachvollzogen": Christian Heermann an der Kreuzung Nordring/Hamburger Straße

Kreuzung Nordring in Buchholz
"Kriminelle Ampelanlage": Harsche Kritik an Untätigkeit

os. Buchholz. In dieser Woche soll die Ampelanlage an der neuralgischen Kreuzung Hamburger Straße/Nordring am nördlichen Eingang zur Stadt Buchholz umgerüstet werden. Damit endet eine jahrelange Phase, die WOCHENBLATT-Leser Christian Heermann (85) als "kriminell" und "lebensgefährlich" bezeichnet: "Das haben die Stadt Buchholz und der Landkreis von mir im vergangenen November schriftlich bekommen." Wie berichtet, hatte sich der Landkreis auf FDP-Initiative entschieden, die Ampelanlage...

Politik
An den Elbe Kliniken wird Kritik geübt
  2 Bilder

Aus Protest Aufsichtsratsmandat niedergelegt
CDU-Fraktionschefin kritisiert Versäumnisse bei den Elbe Kliniken

jd. Stade. Aufsichtsrat - der geheimnisvolle Zirkel: Die meiste Zeit wirkt ein Aufsichtsrat eher im Verborgenen. Scheidet jemand aus dem Gremium aus, geschieht das meist sang- und klanglos. Die Öffentlichkeit erfährt in der Regel davon nichts. Ganz anders bei der Stader CDU-Ratsherrin und Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge: Sie legte beim Aufsichtsrat der Elbe Kliniken einen Abgang mit Pauken und Trompeten hin. Statt des üblichen Zweizeilers schrieb sie ein dreiseitigen Brief - gespickt mit...

Politik
Pferdehalterin Sabine Popp sieht sich auf ihrer Weide in Glüsingen dem auf dem Nachbarland üppig wachsenden Jakobskreuzkraut ausgesetzt

Für Weidetiere giftig
Jakobskreuzkraut: Kritik an Gemeinde Seevetal hält an

ts. Glüsingen. Weil das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut üppig auf ökologisch bewirtschafteten Flächen der Gemeinde Seevetal wächst, gerät die Gemeindeverwaltung bei Weidetierhaltern zunehmend in die Kritik. Nach dem WOCHENBLATT-Bericht über den Protest in Ramelsloh zeigt sich auch Sabine Popp, Betreiberin einer Pferdepension in Glüsingen, besorgt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Weideland gedeiht die gelb blühende Pflanze großflächig. Der Verzehr des Jakobskreuzkrauts kann bei...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen