Ganz gute Noten für Harsefeld

Bürgermeister Rainer Schlichtmann (2.v.li.) bekam bescheinigt, dass seine Verwaltung kostengünstig arbeitet. Da erledigt auch Landrat Michael Roesberg gern seine Behördengänge
  • Bürgermeister Rainer Schlichtmann (2.v.li.) bekam bescheinigt, dass seine Verwaltung kostengünstig arbeitet. Da erledigt auch Landrat Michael Roesberg gern seine Behördengänge
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Harsefeld. Die Geest-Gemeinde rangiert bei einer IHK-Untersuchung häufig auf den vorderen Plätzen. In zweieinhalb Wochen gibt es Zeugnisse. So mancher Schüler wird darüber sicher nicht erfreut sein. Über recht gute Zensuren können sich hingegen die Harsefelder freuen. Die Samtgemeinde schnitt bei der Erhebung "Kommunen im Wettbewerb", die kürzlich von der IHK Stade veröffentlicht worden ist, mit überwiegend positiven Ergebnissen ab. Teilweise liegt die Geest-Gemeinde im Ranking der 52 Kommunen im Elbe-Weser-Dreieck unter den Top Ten.
Bei der Untersuchung wurden verschiedene Kriterien wie Personalausgaben, Investitionen oder Verschuldung unter die Lupe genommen. Außerdem gab es eine Umfrage unter den Unternehmen. Sie durften Zensuren vergeben für die Standortfaktoren, die ihnen wichtig sind. Dazu zählen die Höhe der Gewerbesteuern, die Bearbeitungsdauer von Anträgen, die Verfügbarkeit von Fachkräften oder die Kompetenz der Verwaltung. Dabei erhielt Harsefeld die Note 2- (2,4). Im Landkreis Stade wird lediglich die Hansestadt Stade besser benotet (2,2).

Weit vorn liegt Harsefeld bei den Investitionen: Hier nimmt die Geest-Gemeinde mit knapp 425 Euro je Einwohner, die 2013 für öffentliche Baumaßnahmen und Anschaffungen ausgegeben wurden, kreisweit den ersten Platz ein. Zum Vergleich: Bei den Nachbarn in Apensen und Fredenbeck waren es nur 153 bzw. 103 Euro. Spitzenwerte im positiven Sinne belegt Harsefeld auch hinsichtlich der Schuldenhöhe und in Bezug auf die Personalausgaben. So hat die Kommune mit 235 Euro die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis. Nur Oldendorf-Himmelpforten liegt mit 229 Euro knapp darunter. Ähnlich sieht es bei den Kosten für die Beschäftigen im Rathaus und in den öffentlichen Einrichtungen aus: Mit 275 Euro je Einwohner wird ebenfalls der zweite Platz belegt - hinter Horneburg, wo noch 13 Euro weniger ausgegeben werden. Damit arbeitet die Verwaltung in Harsefeld wesentlich effizienter als beispielsweise in Apensen: Dort belaufen sich die Personalausgaben auf 378 Euro je Bürger.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den Einwohnerzahlen: Vor drei Jahren hieß es noch in einem Gutachten, dass es in den kommenden Jahren immer weniger Harsefelder geben wird. Diese düstere Prognose hat sich nicht bewahrheitet, wie die aktuellen Zahlen der IHK belegen. Demnach wuchs die Einwohnerzahl, die aktuell bei 20.900 liegt, zwischen 2011 und 2013 um 1,3 Prozent. Etliche andere Kommunen im Landkreis weisen hingegen einen Minustrend auf. Mit einem Anteil von 28 Prozent der unter 25-Jährigen hat Harsefeld die zweitjüngste Bevölkerung im Landkreis.

Im Mittelfeld liegt die Geest-Gemeinde bei den wirtschaftlichen Kennzahlen: Die Gewerbesteuereinnahmen pro Einwohner beliefen sich 2013 auf 274 Euro. Das ist Platz fünf im Landkreis. Zwei Plätze weiter hinten rangiert Harsefeld beim Anteil der Beschäftigten, die sozialversicherungspflichtig sind, im Vergleich zu den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter: Dieser sogenannte Sozialversicherungsbesatz liegt bei 278 Beschäftigen je 1.000 Einwohner. Spitzenreiter ist Stade (820), Schlusslicht Oldendorf-Himmelpforten (180). Ebenfalls Platz sieben belegt Harsefeld bei der jährlichen Kaufkraft mit 21.888 Euro je Einwohner.

Getrübt wird das insgesamt positive Bild durch einen Ausreißer nach unten: Bei den Investitionen für die Schulen nimmt Harsefeld im Elbe-Weser-Dreeick Platz 50 von 52 ein. Pro Einwohner werden nur 2,56 Euro für die Ausstattung der örtlichen Schulen ausgegeben. Alle anderen Kommunen im Landkreis stellen wesentlich mehr Geld für ihre Bildungseinrichtungen bereit. Hier sollte in Harsefeld ein Umdenken erfolgen: Investitionen in die Bildung junger Menschen sind schließlich Investitionen in die Zukunft.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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