Raser in der Hollenstedt - Landkreis soll handeln

Auf der Tostedter Straße sind auch viele Lkw unterwegs, 
die oft vor der Ampel nicht mehr rechtzeitig bremsen können
  • Auf der Tostedter Straße sind auch viele Lkw unterwegs,
    die oft vor der Ampel nicht mehr rechtzeitig bremsen können
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Hollenstedt. Um das Rasen auf der Tostedter Straße (L141) in der Ortsdurchfahrt Hollenstedt wirkungsvoll zu unterbinden, ist der Landkreis Harburg in der Pflicht. Das teilte jetzt die für die Landesstraße zuständige Straßenverkehrsbehörde in Lüneburg mit. Beim Landkreis Harburg will man als erste Maßnahme in der Straße öfter blitzen.
Die Ortseinfahrt Hollenstedt ist, wie berichtet, eine gefährliche Rennstrecke. Geschwindigkeitsmessungen der Gemeinde Hollenstedt hatten ergeben, dass sich über 70 Prozent aller Autofahrer nicht an die vorgegebene Beschränkung von 50 km/h halten. Ein erschreckend großer Anteil unter den Rasern fuhr dabei weit über 70 km/h.
Die Ergebnisse der Messungen bestätigen Bürger, die sich schon seit Langem für mehr Verkehrssicherheit an der Straße einsetzen. Einer von ihnen ist Christian Fritz. Bereits im vergangenen Jahr hatte er mit einigen Mitstreitern auf die Gefahr hingewiesen. Fritz bereitet vor allem die vorhandene Bedarfsampel an der Straße Sorgen. Sie wird überwiegend von Schülern genutzt, die auf dem Weg zum Schulzentrum mit Estetalschule und Glockenbergschule sind oder das Hollenstedter Freibad besuchen wollen. Das Pro-
blem: Wie berichtet, wird die Ampel oft noch bei Rot von Autos - vor allem von Lkw - überfahren. Der Grund ist laut Christian Fritz, dass die Ampel schlecht sichtbar ist und dass in der Straße notorisch zu schnell gefahren werde. Er und seine Mitstreiter fordern deswegen, dass die Ampel mit heller LED-Technik ausgestattet wird. Außerdem sollen Schilder Auto- und Lkw-Fahrer rechtzeitig auf die Ampel hinweisen.
Bei der für die Straße zuständigen Landesverkehrsbehörde in Lüneburg sieht man allerdings zur Aufstellung von Warnschildern keine Veranlassung. „Das Verkehrszeichen ist innerhalb geschlossener Ortschaften nur anzuordnen, wenn die Lichtzeichenanlage für die Fahrzeugführer nicht bereits in ausreichender Entfernung erkennbar ist, sodass ein rechtzeitiges Anhalten nicht mehr pro­blemlos möglich ist. Es handelt sich hier um einen absolut geraden Streckenabschnitt. Die Lichtsig­nalanlage ist bereits von Weitem erkennbar“, schreibt der zuständige Sachgebietsleiter Gregor Lekon in einer Stellungnahme an das WOCHENBLATT. Die Behörde stellt allerdings in Aussicht, die Ampel auf hellere LED-Technik umzustellen. Vorausgesetzt, die Haushaltslage lasse die Umrüstung zu. Durch die neue LED-Technik sei die Ampel dann in jedem Fall ausreichend erkennbar. Ergänzend teilte Behördenleiterin Pia Jahn mit, dass die massiven Geschwindigkeitsübertretungen zwar ernst zu nehmen seien, allerdings wäre die Straßenverkehrsbehörde nicht zuständig, sondern der Landkreis Harburg. „Der Landkreis wird das Thema sehr ernst nehmen. Wir werden uns mit der Gemeinde und der Polizei dazu in Verbindung setzen. Wenn sich die Geschwindigkeitsmessungen der Gemeinde bestätigen, besteht an der Straße in jedem Fall Handlungsbedarf“, erklärte Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. In einem ersten Schritt werde der Kreis in der Ortsdurchfahrt verstärkt Radarkontrollen durchführen. Weitere denkbare Maßnahmen wäre zum Beispiel der Bau von Fahrbahnteilern. Hierfür bedürfe es allerdings des Einverständnisses der Verkehrsbehörde in Lüneburg, die die Kosten tragen müsste.

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