Petition gestartet
Unterschriften für Glasfaser in Moisburg

Jörn Daudert (re.) sammelt Unterschriften für Glasfaseranschlüsse in Moisburg. Bürgermeister Ronald Doll lobt das Engagement
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bim. Moisburg. Deutschland ist ein Land der Bürokratie und der vielen Zuständigkeiten. So ist es auch beim Glasfaserausbau, den Politik und Kommunen nur bedingt beschleunigen können. Jörn Daudert hat dennoch die Initiative ergriffen und sammelt nun Unterschriften von Moisburgern, die sich wie er einen Glasfaseranschluss und damit leistungsstarkes und schnelles Internet wünschen. 
Der junge Vater lebt mit seiner Familie derzeit noch in Neu Wulmstorf, will aber im Februar ins Eigenheim nach Moisburg ziehen. Jörn Daudert ist Solution Consultand bei Adobe und arbeitet - ebenso wie seine Frau - nahezu 100 Prozent via Internet von Zuhause aus. Die Petition hat er bereits jetzt gestartet, weil er weiß, wie lange manche Dinge dauern. "Als Kind haben meine Freunde und ich uns eine Skateranlage gewünscht und dafür rund 600 Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt", berichtet er. Bis die Skateranlage aufgebaut war, habe es "ein Weilchen gedauert, aber es hat funktioniert", sagt er. Damals hatte er zwei Jahre gekämpft.
Bezüglich des Glasfaserausbaus hat sich Jörn Daudert bei EWE informiert, was er für sein Anliegen machen kann. Das Unterehmen habe ihm zu der Petition geraten. Auch hat Daudert bereits in jeder freien Minute rund 100 Handzettel an die Haushalte in Moisburg verteilt. "Diejenigen, mit denen Ich gesprochen habe, fanden die Aktion gut", sagt Jörn Daudert. Bisher hat er von 800 Haushalten 65 Unterschriften gesammelt, mindestens 300 sind sein Ziel.
Mit seinem Anliegen rennt Jörn Daudert bei Moisburgs Bürgermeister Ronald Doll, Inhaber einer Werbeagentur, offene Türen ein. "Ich finde es schön, wenn jemand, der herzieht, sich engagiert. Es ist jedoch schwierig, wenn wir nicht zuständig sind. Aber wir bemühen uns, Kontakt zu den Zuständigen herzustellen", so Doll. Bislang erfolgt der Glasfaserausbau eigenwirtschaftlich, weshalb die Kommunikationsdienstleister kleine, ländliche Gemeinden scheuen. Er hatte auch bereits mit dem EWE-Telekom-Jointventure "Glasfaser Nordwest" Kontakt aufgenommen. Dort habe man ihm wenig Hoffnung gemacht. "In deren Ranking sind wir sehr weit unten", sagt Doll. Allerdings werde die Bewertung regelmäßig aktualisiert. "Wir haben jetzt fast 2.000 Einwohner", sagt er mit Blick auf das Neubaugebiet Dicken Rehmen. Und der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass Moisburg mit den zusätzlichen Wohneinheiten, die auf dem ehemaligen MicMac-Gelände entstehen sollen, im Ranking steigt. Ronald Doll verspricht: "Ich werde zum Gigabitbüro des Bundes Kontakt aufnehmen, da gibt es vielleicht Beratungsmöglichkeiten."
"Corona hat die Berufswelt mit Homeoffice und Homeschooling verändert. Der Schritt von Kupfer- u Glasfaser ist wie der vom Verbrenner zum E-Auto und muss jetzt erfolgen", gibt Jörn Daudert zu bedenken. 
Und Reinold Doll ergänzt: "Wenn wir Smarthome und Firmen haben wollen, die sich ansiedeln, brauchen wir schnelles Internet."

Moisburger, die die Petition unterstützen möchten, finden nähere Infos unter glasfaser-moisburg.de

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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