Herbststürme: Mehr als 400 Einsätze für die Feuerwehr

Überall mussten die Feuerwehren umgestürzte Bäume von Straßen und Häusern beseitigen
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  • Foto: Feuerwehr Landkreis Harburg
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Sturmtief "Grischa" und Herbststurm "Herwart" wüten im Landkreis Harburg / Mann aus der Elbe gerettet.

(mum). Erst hinterließ "Xavier" eine Spur der Verwüstung in Norddeutschland, nun zogen mit Sturmtief "Grischa" und Herbststurm "Herwart" gleich zwei Naturgewalten über den Landkreis Harburg - und das mit erheblichen Konsequenzen. Fast 400 Mal mussten die 107 Feuerwehren seit der Nacht zu Sonntag ausrücken, um die Folgen des Orkantiefs zu beseitigen. Dabei wurden selbst die Kameraden ein Opfer des Sturms. In Stelle fiel ein Baum auf ein Feuerwehrfahrzeug und in Hoopte musste die örtliche Feuerwehr die Fluttore am Fähranleger der Elbe schließen.
Die Einsatzkräfte hatten im Vorfeld viele Vorkehrungen getroffen, um der anfallenden Einsätze in dieser großen Anzahl Herr zu werden. Alle zwölf örtlichen Einsatzleitungen wurden zur Entlastung der Rettungsleitstelle durch die Freiwilligen Feuerwehren besetzt, zudem wurde die Technische Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr in der Feuerwehrtechnischen Zentrale besetzt, und vor dem Winsener Kreishaus wurde der Einsatzleitwagen 2 in Stellung gebracht, um beim Funkverkehr helfend mit zu arbeiten.
Die Einsatzserie begann in der Nacht zu Sonntag um 2.27 Uhr. Die Feuerwehren aus Dierkshausen und Asendorf mussten ausrücken, weil ein Baum in der Eichenstraße in Asendorf umgestürzt war. Danach gingen die Alarmierungen für die Feuerwehren im Minutentakt ein, zeitweise waren bis zu 50 Ortsfeuerwehren zeitgleich im Einsatz. Bis in die Nachmittagsstunden hinein dauerten die Einsätze. Überall wurden Bäume von Hausdächern, von Straßen und von Wegen beseitigt. Erst in den späten Nachmittagsstunden beruhigte sich die Lage langsam.
• Zu einem spektakulären Einsatz kam es bei Marschacht. Offenbar allen Warnungen zum Trotz ging dort ein Mann mit seinem Hund im Elbvorland Gassi. Dabei bemerkte er offensichtlich nicht, dass die Elbe auf Grund der Sturmflut langsam über die Ufer trat. Das Vorderland füllte sich mehr und mehr mit Wasser und schloss den Mann immer weiter ein. Als er seiner Situation bewusst wurde, war es bereits zu spät. Der Weg zum Deich war überflutet. Zum Glück machte sich die besorgte Ehefrau auf die Suche nach ihrem Mann und entdeckte ihn schließlich weit draußen auf einer der wenigen, nicht überfluteten Flächen. Sie alarmierte die Feuerwehr.
Es folgte ein groß angelegter Rettungseinsatz. Rettungswagen und Notarzt, diverse Feuerwehreinheiten mit Booten sowie die Rettungstaucher der Feuerwehr Buchholz wurden alarmiert und eilten an den Elbdeich. Für die Rettungskräfte stellte das Hochwasser ein Problem dar. Fast alle Boote konnten wegen des noch zu seichtem Wassers nicht eingesetzt werden. Die Retter aus Drage kämpften sich mühsam durch das teils tiefe, teils seichte Wasser, wobei die Besatzung mehrfach das Boot verlassen musste, um im knietiefen, kalten Wasser das Boot mit Muskelkraft vorwärts zu ziehen. Mit dem geretteten Mann an Bord kämpften sich die Retter wieder in Richtung Deich, wo sie den Mann an den Rettungsdienst übergaben.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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