Jesteburg: Senioren möchten Straßenleben sehen
Bänke falsch herum aufgestellt?
- Falsche Blickrichtung? Am neu befestigten Parkplatz an der Hauptstraße stehen zwei Bänke
- Foto: pöp
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Über den im vergangenen Jahr überwiegend mit Städtebau-Fördermitteln neu gestalteten Parkplatz gegenüber dem Hotel Niedersachsen in der Hauptstraße entbrannte jetzt ein neuer Streit. Die große Frage: Wie herum sollten dort die beiden neuen Parkbänke am Rande des Parkplatzes stehen: mit Blickrichtung Hauptstraße oder in Richtung auf den Parkplatz, ein Wohnhaus und das dahinterliegende Grün?
Autos vor den Bänken
Darüber scheiden sich offenbar die Geister: Die Gemeindeverwaltung, vertreten durch Tiefbau-Chef Michael Siller, ließ die Bänke im vergangenen Frühjahr mit Blickrichtung Parkplatz aufstellen: Der Blick kann dann ins Grüne wandern, das sei angenehm und entspannend. Das Problem: Bevor der Blick auf Grünes trifft, muss er über ein Gebäude und über Blechkarossen wandern, die unmittelbar vor den Bänken stehen. Direkt vor den Bänken befindet sich allerdings ein Behindertenparkplatz. Und der sei ohnehin sehr oft nicht besetzt, sodass dort kein Fahrzeug direkt den Blick verstelle, so Siller. Deshalb habe man ihn extra dort angelegt.
Lieber das Dorfgeschehen sehen
Dass man gern ins Grüne schaue, wenn man während eines Bürotages auf der Bank seine Mittagspause verbringe, kann sich auch Heidi Peters, Vorsitzende des Seniorenbeirates Jesteburg, gut vorstellen. Aber: Für Senioren, und sie seien nunmal die hauptsächlichen Nutzer einer solchen Bank, sei das eher ungünstig: „Wir möchten nicht auf Autos schauen, sondern viel lieber am Dorfgeschehen auf der Hauptstraße teilnehmen“, sagt Peters. Und wenn der Behindertenparkplatz belegt sei, könne man die Bänke im übrigen kaum mit Rollator oder Kinderwagen erreichen. Denn im Steinpflaster gibt es eine Lücke.
Straße im Rücken unangenehm
Weiterer Kritikpunkt: Es sei sehr unangenehm, wenn direkt hinter dem eigenen Rücken Menschen vorbeigingen, die man nicht sehen könne, weil man in die andere Richtung blicken müsse. Das sei auch dann noch so, wenn die kleine Hecke, die als optischer und akustischer Schutz zwischen Bänken und Hauptstraße gepflanzt wurde, dichter geworden sei.
Werden die Bänke kaum genutzt?
Die Jesteburger Gemeindeverwaltung sieht dagegen aktuell keinen Handlungsbedarf. „Die Sanierung der Parkplatzanlage Hauptstraße 53 und damit verbunden die Errichtung der neuen Beleuchtungsanlage sowie des Stadtmobiliars werten das Ortsbild erheblich auf und führen zu vielen positiven Rückmeldungen von unseren Bürgerinnen und Bürgern“, sagt Michael Siller.
Bis jetzt werden die Bänke aber augenscheinlich kaum genutzt. Dafür hat Heidi Peters – neben der falschen Blickrichtung – eine Erklärung. Wenn sie Bekannte nach einer Bewertung der Bänke frage, bekäme sie sehr oft die Antwort: „Welche Bänke?" Bisher wurden die öffentlichen Sitzmöbel hinter den kleinen Hecken offenbar kaum von den Jesteburgern entdeckt. Deshalb will Peters „noch einmal an zuständiger Stelle darauf hinwirken, dass die Bänke umgedreht werden.“
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