„Betrüger sind nicht resozialisierungsfähig“

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Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Panorama
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Corona-Warnapp
Was tun bei einer Begegnung mit erhöhtem Risiko?

(sv). Die Corona-Zahlen befinden sich seit Anfang des Jahres in einer steilen Aufwärtskurve. Durch die sich schnell verbreitende Corona-Variante Omikron schlägt vieler Orts nun die Corona-Warnapp häufiger aus und meldet Begegnungen mit niedrigem oder hohem Risiko. Aber was bedeuten die Risikowarnungen und was ist in einem solchen Fall zu tun? Das RKI erklärt die Meldungen folgendermaßen: Begegnung mit niedrigem Risiko"Zeigt die Corona-Warnapp ein 'niedri­ges Risiko' an und listet gleich­zeitig...

Panorama
Auch während der Rastzeit vollführen die Kraniche ihre imposanten Tänze mit lauten trompetenartigen Rufen
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Vogelbestand im Aufwind
70 Kranich-Paare im Landkreis Stade gezählt

sv/nw. Landkreis Stade. In den 1990er Jahren war der Kranich nur ein sehr seltener Gast im Landkreis Stade. 1996 konnte lediglich ein Brutpaar nachgewiesen werden – inzwischen haben 70 Kranichpaare ihr Revier im Landkreis. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes: „Dieser große Erfolg ist der Renaturierung und Wiedervernässung in den Naturschutzgebieten Feerner Moor und Hohes Moor sowie in den Kehdinger Mooren zu verdanken.“ Die Zahl der Kraniche nimmt zuWährend der Zugzeit der Kraniche...

Panorama
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Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Panorama
Viele Pflegekräfte arbeiten am Rande ihrer Kräfte. Ab Mitte März gilt eine Impfpflicht - zunächst in Gesundheits- und Pflegeberufen

Dramatischeren Pflegenotstand suggerieren
Fake-Annoncen gegen die Impfpflicht

(bim). Bundesweit werden aktuell Anzeigenblätter mit Stellengesuchen von Pflegekräften überschüttet, die ungeimpft sind und ab Mitte März - dann soll die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal gelten - angeblich nach neuen "Wirkungskreisen" und "Herausforderungen" suchen. So auch das WOCHENBLATT. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um eine Kampagne von Impfgegnern. "Keine seriöse Krankenschwester würde eine solche Stellenanzeige schalten", erklärte eine medizinische Fachkraft dem...

Service

Zeitnahe Benachrichtigung nicht mehr möglich
Corona: Gesundheitsamt im Kreis Stade kommt nicht mehr hinterher

jd. Stade.  Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Stade steigen weiter – und das Gesundheitsamt kommt nicht mehr hinterher. Eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung bzw. Benachrichtigung von Personen, die positiv getestet wurden, ist seit dieser Woche nicht mehr möglich. „Wir schieben derzeit rund 1.000 Betroffene vor uns her, die wir nicht mehr – wie bisher üblich – binnen 24 Stunden angerufen haben“, sagt Landrat Kai Seefried. Die Masse der Infizierten sei einfach zu groß, um alle Fälle innerhalb...

Nach Prozess gegen Ballon-Betrüger Karsten Funk: Ein Interview mit Albert G. Paulisch.

(mum). Nur zu 20 Monaten, die zu einer dreijährigen Bewährungszeit ausgesetzt wurden, hat das Amtsgericht Tostedt den Heißluftballon-Betrüger Karsten Funk verurteilt (das WOCHENBLATT berichtete). Möglich wurde das milde Urteil dank eines Deals, den Funks Anwälte mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt hatten. Tausende Kunden, die dem Mann aus Handeloh-Wörme auf dem Leim gegangen sind, haben vermutlich ihr Geld verloren. Funk hat auch Privatinsolvenz angemeldet. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.
Nachdem das Urteil viele Leser für zu milde halten, sprach WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff mit Albert G. Paulisch, dem ehemaligen Direktor des Winsener Amtgerichts. In dem Gespräch ging es nicht konkret um den Fall Funk. Vielmehr gibt Paulisch einen allgemeinen Einblick.

WOCHENBLATT: Ein Millionenschaden und tausende Opfer. Dennoch kommt jemand mit einer Bewährungsstrafe davon. Wie geht das?
Albert G. Paulisch: Wenn jemand eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren bekommt, dann ist eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht möglich. Ist eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren angemessen, dann muss geprüft werden, ob zu erwarten ist, dass der Täter die Bewährungsstrafe als Warnung begreift und in Zukunft von derartigen Straftaten Abstand nimmt. Dabei ist sein Verhalten seit Aufdeckung der Straftat von nicht unerheblicher Bedeutung. Wer trotz Entdeckung mit seinen Straftaten weitergemacht hat, bei dem spricht erst einmal viel dafür, dass auch eine Bewährungsstrafe nicht hinreichend zur Warnung nützt.

WOCHENBLATT: Karsten Funk hat zweimal einen Deal abgelehnt und dann doch angenommen. Hätte die Staatsanwaltschaft nicht gerade deswegen auf ein echtes Urteil pochen müssen?
Paulisch: Ein Deal bedeutet im Regelfall, dass man - insbesondere zur Vermeidung einer aufwändigen zweiten Instanz - zu einer Regelung kommt, die beide Seiten für angemessen erachten. Normalerweise ist es so, dass der „Rabatt“ geringer wird, wenn man erst in letzter Sekunde auf den Zug „aufspringt“.

WOCHENBLATT: Sind Behörden machtlos gegen besonders trickreiche Betrüger?
Paulisch: Mir hat mein Ausbilder bei der Staatsanwaltschaft mal gesagt, Betrüger sind nicht resozialisierungsfähig, weil sie meinen, so schlau und trickreich zu sein, dass man ihnen nicht auf die Schliche kommen kann. Damals war ich empört, heute weiß ich, dass an der Aussage sehr viel Wahres ist. Die Frage ist doch, ob man jemandem, der besonders gewieft und verschleiernd-lügend handelt, sein Vergehen nachweisen kann.

WOCHENBLATT: Wenn jemand insolvent ist – auch als Privatperson. Welche Möglichkeiten haben nun die Opfer, um doch noch an ihr Geld zu kommen?
Paulisch: Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen. Man kann nur prüfen, ob doch noch etwas da ist, auf das man zugreifen kann und darf.

WOCHENBLATT: Insider sind überzeugt, dass Karsten Funk viel Geld bei Seite geschafft hat. Welche Möglichkeiten hat die Justiz, zu ermitteln ob dieser Verdacht stimmt?
Paulisch: Wenn jemand irgendwo Geld auf seinen Namen angelegt hat, dann ist das auch ermittelbar. Sollte er Wertvolles versteckt haben oder sich Dritter bedient haben, dann muss man das erst einmal finden und nachweisen, dass es ihm gehört.
WOCHENBLATT: Danke für das Gespräch.

Grundstück verkommt zum Schrottplatz

(mum). Vor dem Amtsgericht Tostedt ist der Prozess gegen Karsten Funk abgeschlossen. Vor allem die Tatsache, dass Funk noch bis Ende April kommenden Jahres weiter Tickets für Ballonfahrten anbieten darf, kritisieren viele Leser. So lange bekommt der 52-Jährige Zeit, sich aus allen Unternehmen im Bereich des Luftfahrtgewerbes zurück zu ziehen - zumindest für drei Jahre.
Aber dem Betrüger droht weiter Ärger. Der Landkreis Harburg hatte bereits im August angekündigt, die rechtskräftige Gewerbe-Untersagung gegen Funk durchsetzen zu wollen. Dagegen hatte der Handeloher Beschwerde eingelegt. Unter anderem war es dem Landkreis gelungen - zumindest kurz - die verschiedenen Ticket-Homepages abzuschalten. „Wir werden das schriftliche Urteil abwarten und dann besprechen, wie wir weiter vorgehen“, so Landkreis-Sprecher Bernhard Frosdorfer. Er bestätigte zudem, dass gegen Funk noch aus einem anderen Grund ermittelt wird. Auf einem riesigen Wald-Grundstück in Wörme, das bestätigte Frosdorfer, hat Funk mehrere Dutzend alte Autos unter freiem Himmel abgestellt. „Wir haben ihn aufgefordert, diese zu entfernen“, so Frosdorfer. Doch aufgrund der Witterungsverhältnisse sei er dazu nicht in der Lage gewesen.

Lesen Sie auch: Nur 20 Monate für den Ballon-Betrüger Karsten Funk Polizei ermittelte mit Sondereinheit gegen Ballon-Betrüger Karsten F.

Albert G. Paulisch war Direktor des Winsener Amtgerichts
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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