Glück im Unglück bei der Waldklinik
Klinikbetrieb läuft nach Flächenbrand wieder normal
- Das Gelände der Waldklinik nach dem Flächenbrand
- Foto: hg
- hochgeladen von Heidi Goch-Lange
Nach dem Feuer auf dem Gelände der Waldklinik Jesteburg am Sonntagnachmittag, 9. August 2026, ist Klinikleiter Dr. Hans-Heinrich Aldag vor allem eines: erleichtert. Gegen 14.45 Uhr waren zunächst die Feuerwehren Jesteburg und Lüllau sowie der Einsatzleitwagen aus Harmstorf alarmiert worden. Rauch war weithin sichtbar, Brandgeruch sogar im benachbarten Bendestorf wahrnehmbar. Durch Böen breitete sich das Feuer auf der trockenen Fläche zeitweise rasch aus.
„Wir hatten wirklich Glück im Unglück“, sagt Aldag, nicht zuletzt, weil der Wind günstig stand. Gleichzeitig lobt er ausdrücklich das schnelle und professionelle Vorgehen der Einsatzkräfte. Ohne deren beherztes Eingreifen hätte das Feuer nach seiner Einschätzung leicht auf den angrenzenden Kleckerwald übergreifen können. Als kleines Zeichen des großen Dankes versorgte der Klinikchef die Feuerwehrleute während ihres schweißtreibenden Einsatzes kurzerhand mit Speiseeis.
Für Patienten und Mitarbeiter bestand laut Aldag zu keiner Zeit eine unmittelbare Gefahr. Vorsorglich wurden die Patienten einer Station gebeten, ihre Zimmer zu verlassen. Inzwischen läuft der Klinikbetrieb wieder entspannt und ohne Einschränkungen weiter. Die Brandursache bleibe allerdings unklar.
Eine besondere Randnotiz bekommt der Brand ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Waldklinik: 2026 blickt das Familienunternehmen auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Begonnen hatte alles 1926, als Anneliese und Heinrich Aldag eine Waldarbeiterhütte am Kleckerwald in ein Ausflugslokal verwandelten. Der bis heute mit der Klinik verbundene Beiname „Rüsselkäfer“ geht ebenfalls auf einen Waldbrand zurück: Nach einem Großfeuer und der anschließenden Wiederaufforstung hatte eine Waldschädlingsplage die Gegend heimgesucht.
Dass nun, kurz vor dem 100. Geburtstag der Waldklinik, erneut ein Feuer unmittelbar am Kleckerwald glimpflich ausgegangen ist, ist ein weiterer Anlass, um dankbar zu sein trotz des Schreckens. Am 2. Oktober soll das Jubiläum begangen werden – nach diesem denkwürdigen Wochenende wohl mit einem zusätzlichen Grund zum Feiern.
Redakteur:Heidi Goch-Lange aus Buchholz |
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