Jesteburger Sambia-Verein eröffnet Klinik
Erstes 'Projekt-Baby' heißt Tecklina
- Dr Werner Huber (stehend), hielt bei der feierlichen Übergabe eine Rede für den Sambia-Verein. Neben ihm sitzen der Deutsche Botschafter in Sambia, Sönke Siemon (v. li.), ein Vertreter des sambischen Gesundheitsministeriums und Pastor Helmut Reutter (Chreso Ministries)
- Foto: Huber
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Zur Eröffnung reisten Hannelore und Dr. Werner Huber, Jesteburger Arzt im Ruhestand, direkt nach Sambia: Die Geburtsklinik, für die auch viele Menschen aus Jesteburg und dem ganzen Landkreis Harburg gespendet haben, wurde jetzt dem örtlichen Träger Chreso Ministries übergeben, einer christlich ausgerichteten Nichtregierungsorganisation mit verschiedenen Gesundheitsprojekten.
"Es waren natürlich für meine Frau und mich herausfordernde Tage in Sambia: Neben den vielen schönen Erlebnissen gab es erwartungsgemäß auch herausfordernde, wie die Umstellung auf die Hitze, starken Regen, Malariamücken im Moskitonetz, drei Tage nur kalte Duschen, dazu noch eine Erkältung." Aber die wichtige Aufgabe, die fertige Geburtsklinik zu übergeben, ließ den engagierten Jesteburger und seine Frau diese Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen.
400.000 Euro hat die Geburtsklinik in Livingstone gekostet. Davon brachte der Jesteburger Sambia-Förderverein allein 100.000 Euro auf. Weitere 100.000 Euro gab die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung dazu, 200.000 zahlte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Klinik soll helfen, die laut Huber "enorm hohe" Säuglings- und Müttersterblichkeit bei Geburten in Sambia in den Griff zu bekommen.
Neben der eigentlichen Geburtsklinik gehören zehn sogenannte "Health Posts", Gesundheitsstationen im ländlichen Bereich, zu dem Projekt. "Während unseres Aufenthaltes kam noch vor der Klinikübergabe im Health Post Kabuyu nördlich von Livingstone gerade unser erstes 'Projekt-Baby' Tecklina zur Welt", berichtete Huber erfreut. "Die Mutter war zehn Kilometer zur Entbindung ihres ersten Kindes selbst dorthin gelaufen."
Die Entbindungsklinik ist nur die erste Phase eines Klinikprojektes mit später fünf Gebäuden. Phase 2 startete im November 2025: Dabei wird ein Bettenhaus gebaut und ein Gebäude mit Chirurgie einschließlich Operationssälen, Intensivstation und Diagnostikabteilung. Das wird etwa 800.000 Euro kosten, von denen wiederum ein Viertel der Sambia-Förderverein, ein Viertel die Bingo-Umweltstiftung und die Hälfte das BMZ tragen wird.
Dr. Huber möchte aus Anlass der Klinikübergabe allen Spendern danken: "Danke, dass Sie uns nicht vergessen haben und auch weiter nicht vergessen. Es ist einfach eine Superarbeit dort, für die wir uns gemeinsam einsetzen. Geld benötigen wir natürlich weiter - eher mehr als weniger. Gerade die Gehälter der Clinical Officer und Krankenschwestern in den Health Posts sind eine Herausforderung."
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Jesteburger Heimathaus, Niedersachsenplatz 5, wird Dr. Huber am Sonntag, 15. März, ab 16 Uhr über dieses und andere Projekte informieren, diesmal zwar ohne Kaffee und Kuchen, "aber mit vielen Eindrücken und Kurzvideos aus Sambia".
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.