"Schule für Alle" statt Gymnasium
Jesteburger Schul-Initiative kämpft für eine IGS mit Oberstufe

"Eine IGS mit Oberstufe wäre die logische Fortführung unserer Oberschule", sind Steffen Burmeister (v. li.), Nathalie Boegel und Karl-Heinz Glaeser von der Jesteburger Initiative "Eine Schule für alle" überzeugt
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  • "Eine IGS mit Oberstufe wäre die logische Fortführung unserer Oberschule", sind Steffen Burmeister (v. li.), Nathalie Boegel und Karl-Heinz Glaeser von der Jesteburger Initiative "Eine Schule für alle" überzeugt
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as. Jesteburg. "Jedes Kind sollte sich nach seinen Fähigkeiten entwickeln können, ohne dafür mit dem Bus durch den Landkreis fahren zu müssen", sagt Nathalie Boegel (parteilos) von der Schul-Initiative in Jesteburg. Gemeinsam mit Steffen Burmeister (SPD) und Karl-Heinz Glaeser (Grüne) setzt sie sich für eine IGS mit Oberstufe in Jesteburg ein.

Hintergrund: Der Kreis-Schulausschuss berät am heutigen Mittwoch, ob die Jesteburger Oberschule zu einer IGS oder einem Gymnasium umgewandelt werden soll. Denn für beides gibt es Bedarf im Landkreis. Wie das WOCHENBLATT am vergangenen Mittwoch exklusiv berichtete, scheint die Kreispolitik ein Gymnasium zu befürworten.

"Der Ort wurde bei dieser Entscheidung überhaupt nicht mitgenommen", kritisiert Nathalie Boegel. "Vor einer so tiefgreifenden Entscheidung muss man doch die betroffenen Eltern befragen, welche Lösung sie bevorzugen." Eine Umfrage der Schulelternräte zeigt, dass das Interesse an einer IGS groß ist (siehe Kasten). Die Schul-Initiative fordert deshalb, dass vor einer Entscheidung zumindest die Eltern der Jesteburger und Bendestorfer Grundschüler befragt werden müssen, welche Schulform sie für ihr Kind wünschen.

Die Schul-Initiative hatte sich 2007 gegründet mit dem Ziel, das Schulangebot in Jesteburg um eine weiterführende "Schule für alle" zu erweitern. 2012 ging die Oberschule in Jesteburg mit gymnasialem Angebot (ohne Oberstufe) an den Start. Jetzt spricht sich die Initiative für eine Weiterentwicklung der Oberschule zur IGS mit Oberstufe aus - in Kooperation mit der in Hanstedt geplanten IGS.

"Eine Schule für alle - dafür ist das Dorf damals aufgestanden", sagt Steffen Burmeister. "Wir möchten keine Segregation. Wenn die einzige weiterführende Schule ein Gymnasium ist, dann müssen alle anderen raus aus dem Ort. Das führt dazu, dass Bindungen aus der Grundschule abreißen, und die Bindung an den Heimatort lässt nach."
Zudem setze das Bildungskonzept in Jesteburg auf Inklusion, sagt Burmeister. "Das würde sich durch ein Gymnasium ändern. Dort wird separiert."
Auch gibt es viele Bedenken der Eltern, welche Profile ein dreizügiges Gymnasium in Jesteburg ihren Kindern überhaupt anbieten kann, sagt Nathalie Boegel. Das Jesteburger Gymnasium stünde dann in Konkurrenz zu den Buchholzer "Top-Gymnasien" GAK und AEG.
Karl-Heinz Glaeser ist der Ansicht, dass die Oberschule mit ihrem gymnasialen Zweig ohnehin schon ähnlich wie eine IGS strukutiert ist. Für die Oberstufe mussten die Jesteburger bisher aber auf die IGSen, Gymnasien oder Berufsbildenden Schulen im Landkreis wechseln. "Eine IGS mit Oberstufe würde die Anmeldezahlen merklich erhöhen - und hätte den Vorteil, dass wirklich alle Kinder in Jesteburg ihren Abschluss machen können", sagt Nathalie Boegel.

Die Kinder in der Samtgemeinde müssen die Chance haben, gemeinsam zur Schule zu gehen, fordert die Schul-Initiative.

• Ob in Jesteburg zukünftig im Gymnasium oder in einer IGS unterrichtet wird, das berät der Kreis-Ausschuss für Schule und Sport unter anderem am Mittwoch, 10. März, um 15 Uhr im Sitzungssaal (Raum B-013) im Kreishaus (Schlossplatz 6) in Winsen. Die endgültige Entscheidung fällt im Kreistag am Donnerstag, 25. März. as. Jesteburg.

Eltern befürworten zwei IGS-Standorte
„Wir unterstützen die Umwandlungen der Oberschulen Jesteburg und Hanstedt in eine vierzügige IGS mit Oberstufe, ein Gymnasium in Jesteburg halten wir für keine Lösung.“: Deutlicher konnten die Abstimmungen der gewählten Elternvertreter an den Schulen in den Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt kaum ausfallen.

Sowohl die Oberschule Jesteburg als auch die Oberschule Hanstedt bemühen sich seit langer Zeit um Weiterentwicklung ihrer Schulen hin zu einer IGS, an der die Schüler auch den Weg zum Abitur gehen können, und um eine Kooperation der beiden Schulen. "Das haben wir seitens der Schulelternräte immer unterstützt", sagt Claudia Hartmann vom Schulelternrat der Oberschule Jesteburg.

Bei einer Befragung der Schul-elternräte an den Grundschulen Jesteburg und Bendestorf sowie den Oberschulen in Jesteburg und Hanstedt haben sich die Elternvertreter mit großer Mehrheit (in Jesteburg mit weit über 90 Prozent) für je eine IGS an den Standorten Jesteburg und Hanstedt ausgesprochen.

"Umso wichtiger ist es uns jetzt, dass der Kreisschulausschuss für die Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt die Entscheidung für zwei vierzügige IGSen mit Oberstufe trifft, damit es in beiden Gemeinden gleichwertige 'weiterführende Schulen für alle' mit einem zukunftsweisenden Konzept geben kann", sagt die Elternvertrerin Claudia Hartmann.“

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Die Jesteburger Eltern setzen sich dafür ein, dass das übergreifende Konzept der Oberschule als IGS im Ort fortgesetzt wird Foto: as
Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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