Jesteburg: Freibad schon wieder bedroht
Vereinsvorstand dringend gesucht
- Der Förderverein packt auch ganz praktisch mit an - hier bei einem Einsatz zum Saisonende 2023
- Foto: Boos
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Es ist hier, wie in vielen Vereinen: Der Förderverein "Unser Freibad Jesteburg" findet nur schwer einen neuen Vorstand. Nachdem der jetzige Vorstand, bestehend aus Carola Boos (Voritzende), Wolfgang Schleich (zweiter Vorsitzender), Nina Gorsler, Friederike van Westen (Kassenwartin), Henning Buß, Frank Borgstedt und Christian Märschel (alle Beisitzer) schon im vergangenen Jahr nach seiner Wiederwahl angekündigt hatte, die Ehrenämter gemeinsam niederzulegen, fanden sich bisher kaum Mitglieder, die in diese Bresche springen wollten. Insgesamt drei Interessenten haben sich beim aktuellen Vostand gemeldet, "allerdings ohne verbindliche Zusage", sagt Carola Boos.
Schon lange angekündigt
Dabei hatte der amtierende Vorstand diese Situation eigentlich vermeiden wollen: Zwar wollte man die Ämter niederlegen, aber gleichzeitig Schaden vom Verein fernhalten, indem man das Ausscheiden aus der aktiven Vorstandsarbeit frühzeitig ankündigte. Potenziellen Nachfolgern wollte man den Einstieg in die Vereinsarbeit erleichtern, indem man anbot, über das Jahr schon einmal in die Materie einzuführen (das WOCHENBLATT berichtete).
Mitgliederversammlung am 26. September
Doch genutzt hat das offenbar wenig: Das Angebot wurde nur sehr zögernd angenommen. Was hat das für Folgen für den Verein? Am Freitag, 26. September, ist Mitgliederversammlung. Sollte dann kein neuer Vorstand gewählt werden können, wird es eine weitere Mitgliederversammlung geben, bei der die Vorstandswahl wiederholt wird. "Sollte sich dann erneut kein neuer Vorstand finden, folgt die Auflösung des Vereins. Das ist in unserer Vereinssatzung so geregelt", erklärt Carola Boos.
Der Förderverein hatte die Gemeinde Jesteburg - sie ist Eigentümerin der Anlage - bisher unter anderem durch das Einwerben von Spenden und ganz praktischen Einsatz vor Ort zum Beispiel bei der Vorbereitung der Badesaison und unterstützt und geholfen, die Becken zu reinigen und winterfest zu machen, in Eigenregie kleinere Reparaturen durchgeführt und den Eintrittskarten-Vorverkauf organisiert.
Freibadbetrieb politische Entscheidung
Was würde eine Auflösung für den Betrieb des Freibades bedeuten? Welche zusätzlichen Kosten auf die Gemeinde Jesteburg zukämen, lässt sich im Moment noch nicht abschätzen, sagt Verwaltungsdirektorin Claudia von Ascheraden. Wäre es aus Sicht der Verwaltung überhaupt möglich, angesichts der knappen Personalstellen und Finanzen das Freibad weiterzubetreiben? Von Ascheraden: "Fest steht, dass es anders organisierbar wäre, der Vorverkauf ist in der Vergangenheit auch schon von der Verwaltung durchgeführt worden."
Ob das Freibad grundsätzlich bestehen bleiben soll, "ist und bleibt eine politische Entscheidung. Wir haben eine Freibadöffnung in dieser Saison möglich machen können, der politische Wille war da. Die Haushaltsberatungen werden zeigen, inwieweit man auch im kommenden Jahr eine Mehrheit für den Erhalt des Freibades findet. Ich persönlich setze mich weiter für das Freibad ein, denn es ist nicht nur ein 'Spaßbad', sondern dient auch dem so wichtigen Schwimmunterricht und der Gesunderhaltung unserer Bürgerinnen und Bürger", erklärt von Ascheraden weiter. "Die Finanzierbarkeit stellt dabei die größte Herausforderung dar."
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