"Ein verhängnisvoller Fehler"
Jesteburger Grüne positionieren sich gegen die Entwicklung des Sandbarg-Areals

Die Skizze zeigt das Konzept für das Sandbarg-Quartier aus dem Jahr 2017. Ein aktueller Entwurf liegt noch nicht vor Foto: May & Co.
  • Die Skizze zeigt das Konzept für das Sandbarg-Quartier aus dem Jahr 2017. Ein aktueller Entwurf liegt noch nicht vor Foto: May & Co.
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

mum. Jesteburg. Viele Jesteburger waren wegen des Sandbarg-Quartiers zur Sitzung des Bauausschusses gekommen. Doch der Weg war vergeblich. Wie berichtet, wurde das Thema drei Tage vor der Sitzung von der Tagesordnung genommen. Die Entscheidung fiel, nachdem Jörg Ruschmeyer, Projektleiter der May-Gruppe, sein Konzept den Fraktionsspitzen vorgestellt hatte (130 Wohneinheiten und Gewerbe auf fast 13.500 Quadratmetern). Es heißt, die Politik sehe noch Beratungsbedarf.

Grüne positionieren sich gegen das Projekt

Mit Birgit Heilmann (Fraktionsvorsitzende) und Karl-Heinz Glaeser (Mitglied des Bauausschusses) positionieren sich die Grünen deutlich gegen das Projekt. "Die Entwicklung einer der letzten Freiflächen im Ort zum aktuellen Zeitpunkt zu beginnen, ist in unseren Augen ein verhängnisvoller Fehler", so Heilmann. Dabei spielt auch ein möglicher Bahnhof, der in Jesteburg immer wahrscheinlicher wird, eine wesentliche Rolle. Für einen Bahnsteig würde es nur drei Stellen geben, an denen die Gleise auf einer Seite ebenerdig verlaufen: An der historischen Bahnhofsstelle bei Penny und Richtung Allerbeeksring am Reindorfer Feldweg und Am Allerbeek. "In jedem Fall müssen für zukünftige Bahnfahrer die Gleise gequert werden können", so Heilmann. "Ob ein möglicher Parkplatz auf dem Sandbarg mehr Richtung Penny oder eher am Sandbarg liegen müsste, damit Fußgänger die Brücke nutzen, können wir heute noch nicht wissen." Deshalb sei es fatal, wenn die Fläche zum Bau eines Einzelhandelszentrums hergegeben werden würde. "Wenn wir jetzt grünes Licht für die Entwicklung geben, dann verhindern wir die bereits geplante Erweiterung von Aldi im Gewerbegebiet."

Die Grünen können auch den Sinn einer Kernentlastungsstraße nicht erkennen. "Wer nach Hanstedt oder Lüllau möchte, der fährt nicht erst den Umweg über den Berg", so Glaeser. "Außerdem steht in dem allen Ratsmitgliedern bekannten Gutachten, das sogar vor Gericht zur Begründung des Famila-Standortes verwendet wurde, dass die Sandbarg-Fläche für einen großen Einzelhandelsstandort nicht geeignet sei."

Anwohner befürchten verstopfte Straßen

Mit ihrer Position sprechen die Grünen den Sandbarg-Anwohnern aus der Seele. In einem Positionspapier, dass der Politik vorliegt, bringen sie ihre Ablehnung zum Ausdruck. Unter anderem formulieren die Anwohner zwei Punkte, die ihnen wichtig sind: Die Straße "Am Osterberg" darf keine Durchgangsstraße werden. "Sie bleibt eine unbefestigte Sackgasse", so Sprecher Markus Blume. Zudem soll das Gelände mit dem Hügelgrab als eine der wenigen verbliebenen Oasen unangetastet bleiben. Die Anwohner begrüßen einen Bahnhof für Jesteburg, geben aber für das Projekt zu bedenken: "Ein Bahnhof benötigt viel Parkraum für Pendler. Das Bespiel Klecken zeigt, dass nach Jahren des Provisoriums mit verstopften Straßen letztlich doch ein großer Parkplatz gebaut werden musste", so Blume. "Auf der Bahnseite der heutigen Ortsmitte ist dafür nicht genug Platz. Auf der Sandbarg-Seite wäre zwar Platz, jedoch wird ein Investor nicht den teuren Boden für Parkplätze opfern."

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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