Wie ein „Glaubenskrieg“ - Wurde in der Politik kontrovers diskutiert: Ganztagsbetreuung oder „Pädagogischer Mittagstisch“?

SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Steffen Burmeister
  • SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Steffen Burmeister
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Inhaberin Nicole Stubbe (li.) und Senior-Chefin Maren Stubbe von Stubbe's Gasthaus in Lühe

"Versteckter Lockdown" vorbei
Beherbungsverbot in Niedersachsen gekippt

(wei/ah/jd). Das Beherbergungsverbot in Niedersachsen ist gekippt: Laut einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg von Donnerstag ist diese Beschränkung für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots rechtswidrig. Ein Ferienpark-Betreiber war mit einem Eilverfahren vor das OVG gezogen - mit Erfolg: Das Verbot wurde vorläufig außer Kraft gesetzt. Auch die Gastronomen und Hoteliers in der Region dürften erleichtert sein - so wie die Betreiberinnen von Stubbe's Gasthaus im Alten Land. Sie...

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Diese malerische Elbbucht war früher der Hafen von 
Hahnöfersand, über den alle Transporte abgewickelt wurden. Gefangene und Mitarbeiter wurden ebenso wie alle Waren so transportiert. Erst 1976 wurde im Zuge von Deichbaumaßnahmen der Damm gebaut, so dass Hahnöfersand mit dem Festland verbunden ist - und offiziell keine Insel mehr ist
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WOCHENBLATT-Streifzug über die Gefängnisinsel
Hahnöfersand: Naturparadies hinter Gittern

tk. Altes Land. Stille und Weite. Der Blick fällt auf eine malerische Bucht an der Elbe, die früher ein Hafen war. Neßsand und Hanskalbsand liegen gegenüber. Wenige Hundert Meter weiter, nach einem kurzen Fußmarsch, befindet sich inmitten bewirtschafteter Flächen ein einsamer Bauernhof. An diesem Oktobermorgen ist die Landschaft in warmes Sonnenlicht getaucht. Die Bäume der kleinen Allee hinter dem Hof beginnen langsam, sich zu herbstlich zu färben. Dass dieses naturnahe Paradies mit seinen...

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Corona-Zahlen für den Landkreis Harburg
Fehler in der Corona-Statistik: Kreis liefert neue Zahlen für infiziertes Seniorenheim in Neu Wulmstorf

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Für Steffen Bur­meister, Ortsvereinschef der Jesteburger SPD, ist es ein „Glaubenskrieg“. Die Mitglieder des Schulausschusses hatten darüber zu entscheiden, ob Jesteburg künftig - wie von Eltern und Lehrern gefordert - den „Pädagogischen Mittagstisch“ ausbaut oder die Grundschulen mit einer Ganztagsbetreuung ausstattet. Die Wahl fiel auf die Ganztagsbetreuung.

mum. Jesteburg. Das Thema Schule bewegt die Jesteburger! Vorige Woche nutzten zahlreiche Eltern die Gelegenheit, um zu hören, wie sich die Politik die Weiterentwicklung der Grundschulen zu Ganztagsschulen vorstellt. Auf den Ansturm reagierten die Ausschuss-Mitglieder bürgerfreundlich. Statt der sonst üblichen Bürgerfragestunde, die auf 30 Minuten begrenzt ist, setzten die Politiker auf einen Dialog. „Es entstand eine kontroverse Diskussion, bei der jedoch die Fronten nicht unbedingt aufgeweicht wurden“, sagt SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Steffen Burmeister. Er hatte den Eindruck, dass die Statements eher zu einem „Glaubenskrieg“ denn zu einer Auseinandersetzung über das zukünftige Schulmodell zu passen schienen.
Laut Burmeister geht es um die Präferenz eines an den Status Quo angelehnten Modells (verlässliche Grundschule bis 13 Uhr, ab dann „Pädagogischer Mittagstisch“) und einer Alternative, die es in verschiedenen Varianten gibt: dem Ganztagsunterricht in einer offenen, teilgebundenen oder verpflichtenden Variante.
Ausschussvorsitzende Nathalie Boegel (CDU) wies darauf hin, dass in Niedersachsen inzwischen 60 Prozent aller Schulen im Ganztagsbetrieb (inklusive ungefähr der Hälfte aller niedersächsischen Grundschulen) seien. Burmeister: „Die Idee der Schulen in unserer Samtgemeinde ist aber nicht, sich dieser Entwicklung anzuschließen, sondern das eingeführte Modell des Pädagogischen Mittagstischs (PM) fortzusetzen oder auszuweiten.“ Das sei aber aus Sicht vieler Eltern und der politisch Verantwortlichen problematisch, denn:
• Der PM sei grundsätzlich begrenzt (heute in Jesteburg auf 80, in Bendestorf auf 30 Plätze), was laut Burmeister immer dazu führen werde, dass Eltern, die Bedarf haben, keine Ganztags-Betreuung für ihr Kind bekommen. Aktuell seien 18 Kinder auf der Warteliste. „Bei einem echten Ganztagsmodell wäre das nicht so“, so der Ortsvereinschef.
• Der PM sei ein Modell, das auf Basis des Kindertagesstättengesetzes läuft – „also eigentlich nicht für den Schulbetrieb gedacht ist, bei dem eine Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde mit steigender Teilnehmerzahl immer schwieriger wird und grundsätzlich Restriktionen enthält“, erklärt Burmeister. Die Einbindung Dritter sei nicht möglich. Das Ganztagsmodell setze hingegen auf die Integration privaten Engagements.
• Der PM könne sich nie in Richtung einer echten pädagogischen Betreuung entwickeln, der Ganztag schon.
Die Wortmeldungen zum Thema waren kontrovers. „Die Verantwortlichen der Schulen sind nicht von ihrer Ablehnung des echten und vom Land geförderten Ganztagsmodells abgerückt“, so Burmeister. Die Sonnenschule in Bendestorf würde bei entsprechender Willensbekundung der Eltern eine grundsätzliche Weiterentwicklung neu überdenken. Die Grundschule Jesteburg könne sich hingegen nur vorstellen eine teilgebundene (also an zwei Tagen verpflichtende, an drei Tagen nicht stattfindende) Variante umzusetzen.
Die Mitglieder des Schulausschusses plädieren nachdrücklich für die Umsetzung eines Modells, mit dem alle Beteiligten einverstanden sind.
• Positiv: Die politischen Vertreter der Samtgemeinde haben sich bereits dafür ausgesprochen,die für den PM bereitgestellten Haushaltsmittel zusätzlich zu den Landesmitteln für eine Umsetzung des Ganztags bereitzustellen.
Am Ende votierten die Ausschuss-Mitglieder dafür, dass die Verwaltung rasch und detailliert prüfen soll, wie die Grundschulen in einem Ganztagsmodell geführt werden können.
• Der Ausschuss gab zu dem grünes Licht für die Aufstellung von je einem Container an beiden Schulstandorten als Ersatz für Klassenräume.

Missverständnis oder Erpressung
Einmal wurde es turbulent: Laut Burmeister hatten sich einige Ausschussmitglieder darauf verständigt, den Kreis der im PM betreuten Kinder für das nächste Schuljahr temporär zu erweitern (und Haushaltsmittel in der Größenordnung 32.000 Euro bereitzustellen), wenn die Entwicklung der Jesteburger Grundschule zum Ganztag sichtbar ist. „Das wurde nach der vorangegangen Diskussion als Erpressungsversuch gesehen“, so Burmeister. Tatsächlich, erklärt der Sozialdemokrat, seien die Ausschussmitglieder bei dieser Vorabsprache aber davon ausgegangen, dass die Voraussetzung - die Entscheidung zum Ganztagsmodell - unstrittig ist. „Entsprechende Signale aus der Gesamtkonferenz der Schule wurden so verstanden“, so Burmeister. Am Ende wurde diese Absprache wieder kassiert und die Empfehlung der Erweiterung für zehn Kinder verabschiedet.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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22 Corona-Tote: Ein weiterer Senior aus Neu Wulmstorf gestorben

as. Winsen. Der Landkreis Harburg meldete am Donnerstag, 15. Oktober, einen weiteren Corona-Toten. Erneut ist ein Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf aufgrund einer Corona-Infektion gestorben. Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang acht Todesfälle gemeldet (das WOCHENBLATT berichtete).  Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Donnerstag 976 bestätigte Corona-Fälle gemeldet, das sind 17 Infektionen mehr als am...

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Henrik Hauschild und Laurien Hagemann auf einem der 
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Wenn ernten zur Gefahr wird
Metallteile im Maisfeld: Sabotage oder naiver Übermut?

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Eltern in Sorge vor Betreuungs-Aus
Lebenshilfe Buxtehude will eine Kita loswerden

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