Wird Jesteburg zum Hotelbesitzer?

Die Gemeinde Jesteburg möchte den Jesteburge Hof kaufen
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Parteien sind sich einig, den Jesteburger Hof zu erwerben - um ihn abzureißen. 

mum. Jesteburg.
Das dürfte ziemlich einmalig sein: Die Gemeinde Jesteburg könnte die erste Kommune in der Region sein, die ein gut laufendes Hotel erwirbt. Allerdings nicht, um es zu betreiben, sondern um sich das Grundstück zu sichern. Konkret geht es um den Jesteburger Hof am Kleckerwaldweg. Um das riesige Sandbarg-Areal (mehr als 13.500 Quadratmeter) zu erschließen, müsste eine Straße quer über das Hotel-Grundstück gelegt werden. Allerdings - und jetzt wird es paradox - eigentlich will Jesteburg die Fläche gar nicht erschließen. Zumindest wurde dem Investor, der May-Gruppe, eine Absage erteilt. Ihr Konzept sah Wohnen und Gewerbe vor. Jesteburg wiederum glaubt, die Fläche sei für einen Bahnhof geeignet (das WOCHENBLATT berichtete).
Am Mittwochabend stand das Thema auf der Agenda des Bauausschusses. Und tatsächlich einigten sich SPD, CDU, Grüne und UWG Jes! auf eine gemeinsame Beschlussempfehlung. Demnach soll die Verwaltung schnellstmöglich bei Hoteleigentümer Claus Röder in Erfahrung bringen, zu welchen Konditionen er bereit ist, das Objekt an die Gemeinde zu verkaufen.
Einig waren sich die Parteien auch darüber, dass es eine Entwicklung der Sandbarg-Fläche nur nach einem Dialog mit den Bürgern geben soll. Außerdem möchte Jesteburg die Fläche allein - also ohne einen Investor - entwickeln.
"Das Investorenmodell der May-Gruppe mit einer Gesamtbeplanung des Areals würde durch den Einbezug des möglichen Standortes für einen Bahnhof aus unserer Sicht zu einem erheblichen Interessenkonflikt zwischen dem Investor und der Gemeinde führen", so Bauausschuss-Vorsitzende Britta Witte (CDU). Sie empfahl die sofortige Aufnahme von Vertragsverhandlungen mit Röder. "Das Grundstück ist städtebaulich für Jesteburg von zentraler Bedeutung im Hinblick auf die Erschließung des Jesteburger Osterbergs. Dies betrifft den möglichen Standort eines Bahnhofs und die Erschließung als Wohngebiet sowie gegebenenfalls Einzelhandelsflächen", so Witte. Das Hotel stehe jetzt zum Verkauf. "Die Gemeinde muss sich an dieser Stelle die Planungshoheit unabhängig von möglichen Investoren und deren Interessen sichern." Witte weiter: "Der Verkauf des Hotels an einen möglichen neuen Betreiber und die damit unbefristete Nachnutzung kann nicht im Interesse der Gemeinde sein." Dr. Reinhard Feldhaus, gerade zum neuen Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands gewählt, sieht noch einen weiteren Aspekt: "Dieses Grundstück bietet viele Optionen für eine zukunftsfähige Verkehrsführung. Mit Hilfe einer Bypass-Lösung kann dort die Hauptstraße entlastet und die Belange von Fußgängern, Radfahrern, Pkw und ÖPNV können gleichberechtigt berücksichtigt werden."

Lesen Sie auch:
Jesteburger SPD ist für Sandbarg-Bebauung - wegen des Bahnhofs

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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