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Zu kurzfristig zum Reagieren

Jörg Ramm (li.) und Klaus Hussi ärgern sich über die Sperrung ihrer Straße - freuen sich aber, dass sich der Wasserbeschaffungsverband auf einen Kompromiss eingelassen hat (Foto: mum)

Anwohner sind sauer auf Wasserbeschaffungsverband wegen Sperrung ihrer Straße.


mum. Bendestorf.
"Wir verstehen ja, dass die Arbeiten gemacht werden müssen", sagt der Bendestorfer Jörg Ramm. "Aber warum werden wir Anwohner so kurzfristig informiert. Da bleibt gar keine Möglichkeit, etwas zu organisieren." Ramm wohnt in der kleinen Straße "Am Irmenhof". Ab Montag, 26. November, lässt der Wasserbeschaffungsverband Harburg dort von Hoth Tiefbau eine neue Trinkwasserleitung verlegen. Zeitgleich kommt von EWE Netz ein neues Stromkabel in die Erde. Informiert wurden die Anwohner darüber erst am Montag, 19. November. Die Straße wird für zwei bis drei Wochen wochentags von 7 bis 17.30 Uhr voll gesperrt. "Die Durchfahrt mit dem Pkw ist nicht möglich", heißt es in einem Schreiben an die Anwohner. Die Anlieger werden gebeten, ihr Fahrzeug an der Hauptstraße abzustellen.
Die Straße verläuft gut 500 Meter in Kurven steil bergauf. Und genau darin liegt das Problem. "Hier wohnen viele ältere Bürger, die ohne Auto nicht in den Ort kommen", so Ramm. Betroffen ist etwa Klaus Hussi. Der 84-Jährige ist gehbehindert und auf ein Auto angewiesen. "Ich bin quasi in meinem Haus eingesperrt."
Stephan Höltgen vom Wasserbeschaffungsverband Harburg kennt das Problem. "Ich bin den Anwohnern dankbar, dass sie das Gespräch mit uns gesucht haben", so der Bauleiter. "Wir haben uns darauf verständigt, dass die Arbeiten erst um 8.15 Uhr beginnen. Am Freitag ist zwischen 14 und 15 Uhr Schluss." Zudem würden die Hoth-Mitarbeiter die Mülltonnen der Anwohner dorthin befördern, wo sie abgeholt werden können. "Mit Herrn Hussi finden wir eine individuelle Lösung."
Höltgen bedauert selbst, dass der Termin so kurzfristig mitgeteilt worden ist. "Wir sind da einfach auf unsere Vertragspartner angewiesen", so der Bauleiter. Wie überall im Baugewerbe seien die Auftragsbücher voll. "Uns wurden die Kapazitäten kurzfristig mitgeteilt und wir haben dann am Montag mit der Gemeinde festgelegt, die Maßnahme durchzuführen. Notwendig sind die Arbeiten, weil die alte Wasserleitung mehr als 50 Jahre alt ist. Da sie zudem über private Grundstücke verläuft, muss eine neue her. Zudem entstehen an der Straße gerade neue Häuser. "Eine Teilsperrung kommt leider nicht infrage, weil die Straße zu schmal ist und wir dort mit schwerem Gerät im Einsatz sind", so Höltgen. Dass Bürger über Sperrungen verärgert sind, kennt der Bauleiter. "Allerdings sind die Anwohner in ländlichen Gebieten eher entspannt, während es Orte gibt, wo immer erstmal Kritik geübt wird."
Übrigens ist auch eine frühzeitige Ankündigung nicht immer unproblematisch: In Hittfeld sollte der Maschener Kirchweg für Arbeiten gesperrt werden. "Das haben wir vier Wochen vor dem Termin bekanntgegeben", so Höltgen. "Dann hat es einen Rohrbruch an einer anderen Stelle gegeben und wir mussten diesen erst reparieren, sodass die Sperrung verschoben wurde."