Autofähre in Jork: "Gut Ding braucht Weile"

Dieser kleine Strandabschnitt in Jork-Wisch dürfte dem Fähranleger zum Opfer fallen
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  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Jork. „Es ist ruhig geworden, um das ehrgeizige, aber charmante Konzept einer weiteren Elbquerung“ - der Initiator des Fährprojektes „Elblinien“ von Jork-Wisch nach Wedel - das Harburger Unternehmen „Becker Marine Systems“ - gibt es in einer Pressemitteilung selbst zu. Die geplante Autofähre spielt in der Öffentlichkeit kaum noch eine Rolle, ist fast in Vergessenheit geraten.

Aber: „Es bleibt weiterhin unser Ziel, die Stadt Wedel und Jork mit einer modernen Fähre zu verbinden. Gut Ding braucht Weile. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Henning Kuhlmann, Gesellschafter und Geschäftsführer von „Becker“. Wie berichtet, stellte er bereits im Jahr 2014 die Fährpläne vor. 2016 sollte die Linie eigentlich in See stechen. Daraus wird nichts mehr.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass das Projekt nicht so einfach realisierbar ist, wie sich das die Macher bei „Becker“ vorgestellt haben, suchen sie derzeit nicht gerade die Publicity. Kuhlmann: „Wir arbeiten sachlich an dem Thema.“ Damals fühlten sich viele Anwohner von den Fährplänen überrumpelt, weil deren Grundstücke für den Bau von Park- und Wartezonen benötigt werden, mit ihnen aber vorher nicht gesprochen wurde.

Auch jetzt stehen Gespräche mit den Flächeneigentümern offenbar nicht an erster Stelle des Planungsprozesses. Nach WOCHENBLATT-Informationen gibt es derzeit keine Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern, von denen sich nach wie vor einige weigern, ihre Parzellen zu veräußern.

Stattdessen arbeitet „Becker“ vielmehr an der Finanzierung, denn auch die ist ungeklärt. Von der Gemeinde Jork ist wenig zu holen. Nach Unternehmensangaben laufen zahlreiche Gespräche auf politischer Ebene, mit Behörden und Fachverbänden. Dabei gehe es vor allem um die Kosten für die notwendige Anbindung der Fähre an das öffentliche Straßennetz.

„Leider gibt es noch ein definiertes Investitionsloch. Trotzdem freuen wir uns über das positive Feedback von Vertretern der Behörden und das wachsende politische Engagement auf beiden Elbseiten“, sagt Ralf-Thomas Rapp, LNG-Hybrid-Director bei „Becker“. Bekanntlich hat sich zum Beispiel die Jorker SPD kürzlich pro Fähre positioniert.

Das Unternehmen wirbt aktuell vor allem mit dem Umweltaspekt seines Projektes. Die Fähre soll mit flüssigem Erdgas (Liquified natural gas, kurz LNG) angetrieben werden. LNG ist Methan und verbrennt laut Angaben von „Becker“ sauberer als Diesel oder Schweröl. „Der Einsatz von Flüssigerdgas als Treibstoff für die Fähre setzt sich immer mehr durch“, erklärt Rapp. Die Stadt Brunsbüttel positioniere sich als möglicher Standort für ein LNG-Terminal, ein Hamburger Reeder habe LNG-fähige Frachtschiffe in Auftrag gegeben und jüngst seien neue LNG-Kesselwagen für die Schiene vorgestellt worden. Kuhlmann: „Umweltschonende Antriebe wie Flüssiggas- und Hybrid-Antriebe werden sich durchsetzen.“

• „Becker Marine Systems“ plant in Wisch beim Fährhaus Kirschenland eine mehrstreifige Wartezone mit Platz für ca. 130 Fahrzeuge sowie eine Ausfahrt, die etwa 70 Fahrzeuge aufnehmen kann. Die Autofähre soll etwa 65 Meter lang und 14 Meter breit sein und 60 Pkw und 200 Passagieren Platz bieten.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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