Führungsteam vom Deichverband II. Meile Alten Landes bestätigt
"Miteinander reden, dann läuft es"

Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts
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tk. Jork. Der Deichverband II. Meile Alten Landes hat sein Führungsteam  bestätigt. Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts und seine Stellvertreter sind während der Meilenversammlung einstimmig gewählt worden. Dieses Votum zeigt: Die Mitglieder sind mit der Arbeit in den vergangenen vier Jahren zufrieden und wollen diese Mannschaft für die anstehenden großen Aufgaben an der Spitze sehen. Langeweile wird es beim Deichverband nicht geben: Mehrere Großprojekte vom Bullenbruchpolder bis zum ersten Bauabschnitt für die Erhöhung der Elbdeiche bei Hinterbrack stehen an.

Wenn der Buxtehuder Ulferts auf seine erste Wahlperiode zurückblickt, zieht er als Fazit: "Wenn man mit allen vernünftig redet, dann laufen die Dinge." Kommunikation mit allen Beteiligten sei für ihn und sein Team die Voraussetzung, um große Projekte überhaupt anzugehen. "Das machen wir anders als unsere Vorgänger", sagt Ulferts und fügt als Freund der offenen Worte hinzu: "Ich sage, was ich denke."
Auf den Deichverband, eine ehrenamtlich geführte Institution, kommt viel Arbeit zu: Der Planfeststellungsbeschluss für den Bullenbruch soll im Spätsommer stehen. "Wir haben ein gutes Einvernehmen mit allen Beteiligten", sagt der Oberdeichrichter. Er erwartet daher keine Stolpersteine im Genehmigungsverfahren.

Das zweite Großprojekt parallel dazu ist die Deicherhöhung bei Hinterbrack. Alle Unterlagen dafür müssen bis Herbst beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) eingereicht sein. Bis 2021 soll möglichst der Planfeststellungsbeschluss gefasst werden. Wenn alles gut laufe, könne Baubeginn in zwei Jahren sein, sagt Wilhelm Ulferts.

Der Deichverband hofft zudem, dass sich nahtlos die nachfolgende Planung an den Elbdeichen anschließt. Und zwar der Abschnitt von der Deichschäferei bis Lühe. In den kommenden 20 bis 25 Jahren stehen von der Landesgrenze zu Hamburg bis ins Land Kehdingen enorm große Vorhaben zum Küstenschutz an. Die von Stades Landrat Michael Roesberg genannte Summe, dass rund 400 Millionen Euro allein im Landkreis Stade investiert werden, hält Ulferts für absolut realistisch.

Angesichts dieser Vielzahl großer Vorhaben könnte es nach Ansicht des Oberdeichrichters notwendig werden, dass das NLWKN sein Personal aufstocken muss. Denn: Die Planfestellungsverfahren und nachfolgend die Ausschreibungen werden über den Landesbetrieb abgewickelt. Die Deichverbände sind dabei Bauherr und Auftraggeber. Das Thema müsse unter Umständen in Hannover angesprochen werden, vermutet Ulferts. Wenn er auf die andere Elbseite, also nach Schleswig-Holstein, blickt, dann seien dort die Strukturen anders: Dort gebe es eine Landesbehörde, die sich um alles kümmere. In Niedersachsen seien dagegen 23 Deichverbände aktiv - ehrenamtlich geführt.

Wie und ob sich der derzeitige Bauboom im Zusammenspiel mit dem Fachkräftemangel auf die Vorhaben auswirken könnte, vermag der Deichverband noch nicht zu sagen. "Im Tiefbau sind die Kapazitäten knapp", stellt der Oberdeichrichter fest. Ab jetzt werde der Deichverband Zweite Meile Alten Landes jedes Jahr ein Großprojekt laufen haben. Damit werden auch die Nachfolger des jetzigen Führungsteams noch viel Arbeit haben.

Während seiner ersten Wahlperiode als Oberdeichrichter hat Wilhelm Ulferts den Mitgliedern neben Kommunikationsstärke übrigens noch einen weiteren Charakterzug offenbart: "Ostfriesen sind noch sparsamer als Altländer", sagt er über den Umgang mit Geld.

Autor:

Tom Kreib

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