Forderung aus dem Alten Land
Einreise für Saison-Arbeitskräfte ermöglichen

Erntehelfer werden nicht wie hier nur zur Ernte, sondern auch zum Pflanzen und Pflegen benötigt
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jab. Landkreis Stade. Das Frühjahr steht vor der Tür und mit ihm kommen jedes Jahr Tausende Saison-Arbeitskräfte in das Alte Land, um bei den Pflege, Pflanz- und Erntearbeiten zu helfen. Dass dies auch in Corona-Zeiten weiterhin möglich ist, dafür spricht sich die Bundesfachgruppe Obstbau mit ihrem Vorsitzenden Jens Stechmann aus Jork aus. Doch auch Menschen vor Ort, die im Obstbau arbeiten wollen, soll die Möglichkeit gegeben werden. "Es ist entscheidend, dass wir jetzt Regelungen für 2021 finden", sagt er.

Der EU-Ratspräsident Charles Michel kündigte vor Kurzem an, dass die Grenzen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten offen bleiben - zumindest vorerst. Damit solle der Binnenmarkt und der Warenaustausch aufrecht erhalten werden. Doch auch für die Saison-Arbeitskräfte, die hier her kommen, ist das wichtig.

"Einreise unbedingt ermöglichen"

Stechmann appelliert daher gemeinsam mit Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau, an die Regierung: "Die Einreise von Saison-Arbeitskräften muss unbedingt ermöglicht werden und darf keinesfalls als nicht notwendige Reise eingestuft werden." Hier gebe es allerdings das Problem, dass die Staaten unterschiedlich schwer von Corona betroffen sind, sagt Stechmann. Dennoch sollte der Transit vor allem der Arbeitskräfte aus Rumänien auf dem Landweg freigehalten werden. Zwar seien Transporte mit dem Flugzeug ein Thema, da sie gut kontrolliert werden können. Dennoch seien sie sehr aufwendig.

Stechmann weiß, dass im vergangenen Jahr die meisten Betriebe sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen seien. "Auf die Erfahrung können wir aufbauen." Die meisten hätten ein Hygienekonzept, das die Arbeiter in kleine Gruppen zum Arbeiten und Wohnen einteilt. Damit soll bei einer möglichen Infektion mit dem Virus eine Ansteckung der anderen Gruppen verhindert werden. "Im eigenen Interesse werden die Betriebe das Ansteckungsrisiko minimieren", ist er sich sicher. In diesem Zusammenhang könnten auch Schnelltests sinnvoll sein, um bereits bei der Ankunft noch im Auto Risiken für Arbeiter und Betriebe zu minimieren.

Forderung der Bundesfachgruppe

Neben der Forderung nach offenen Grenzen möchten die Bundesfachgruppen eine Erweiterung der Sozialversicherungsfreiheit von 70 auf 115 Tage. "Damit verhindern wir, dass unter den Arbeitskräften häufig gewechselt werden muss", so Stechmann. Auch eine Arbeitsquarantäne hält der Fachmann für sinnvoll. Die Erntehelfer müssten bei ihrer Ankunft zwar in Quarantäne, dürften den Hof nicht verlassen, dafür aber in ihrer festgelegten Kleingruppe arbeiten. "Die Motivation der Arbeiter, nach Deutschland zu kommen, mit der Aussicht auf zwei Wochen Nichtstun wäre sehr gering." Die Saisontätigkeit habe sowohl für die Helfer als auch die Betriebe eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung. Und auch die Verbraucher wollten immer frisches Obst und Gemüse in den Regalen.

Arbeitskräfte vor Ort gern gesehen

Gern stellt Stechmann auch Arbeitskräfte vor Ort ein. Besonders in Zeiten von Corona mit Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit gäbe es hier die Möglichkeit, eine Tätigkeit zu finden. "Es handelt sich um einfache Arbeiten, da spricht nichts dagegen, außer etwas mehr Aufwand für die Betriebe", erklärt Stechmann. Allerdings müssten hier Themen wie Arbeitszeitbeschränkungen, Wochenarbeitszeiten und Zuverdienstgrenzen besprochen und geändert werden.

Stechmann betont, dass selbst wenn Menschen aus der Region eingestellt würden, dies nicht ausreichen würde, um die unvorstellbar hohe Zahl an Saison-Arbeitskräften abzudecken. "Das würde nicht funktionieren."

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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