WOCHENBLATT-Serie Traumberuf
Als Bestatterin hat Carolyn Lüdders ihre berufliche Erfüllung gefunden

Hat ein Faible für Dekoration: Carolyn Lüdders
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Gerade mal 155 Zentimeter groß, zierlich und fröhlich - das ist wahrscheinlich nicht die gängige Vorstellung, die die meisten Menschen von einem professionellen Bestatter haben. Doch Carolyn Lüdders aus Neu Wulmstorf, die gemeinsam mit ihren beiden Brüdern ein Bestattungsunternehmen leitet, hat in diesem Beruf ihre Erfüllung gefunden: letzte Abschiede zu gestalten und Verstorbene für die Beerdigung herzurichten. "Der Vorher-nachher-Effekt ist unglaublich", sagt sie. Mund und Augen der Verstorbenen zu schließen, die Haare zu machen und Kosmetik für einen natürlichen Anblick aufzutragen, ist für die Unternehmerin ein Dienst am Menschen. "Ich habe das Gefühl, ich gebe jemandem seine Würde zurück, wenn ich ihn schön mache", sagt sie. "Wir zeigen uns doch alle lieber, wenn wir frisiert und gut angezogen sind und gepflegt aussehen."
Berührungsängste hat sie dabei nicht. "Mir macht es nichts aus, einen Toten zu berühren." Auch mit unterschiedlichen Gerüchen und der Trauer der Angehörigen kann sie umgehen. "Die Schicksale gehen mir zwar nahe, aber ich schaffe es, den inneren Abstand zu wahren." "Glücklicherweise schlafen die meisten Menschen ruhig ein, das kann man sehen", sagt Carolyn Lüdders.

Die Bestatterin beim Transport eines Sarges

Ihre eigene Körperstatur ist für den Transport nur dann ein Thema, wenn der Verstorbene sehr groß ist: "Dann fehlt mir die Hebelwirkung, auch wenn ich kräftig bin und viel Gewicht tragen kann", sagt sie. In solchen Fällen übernehmen ihre Brüder den Transport.
Bei der Organisation der Trauerfeier kann Carolyn Lüdders ihr Talent und ihre Vorliebe für Dekoration und Gestaltungen ausleben. Schon immer habe sie gerne Räume eingerichtet, Möbel gestrichen und Dekorationen kreiert. Jetzt gehen ihre Ideen in die Trauerfeiern ein: Persönliches, Beruf, Hobby und Erlebnisse aus dem jeweiligen Leben des Verstorbenen werden mit der jeweiligen Gestaltung berücksichtigt. "Mittlerweile habe ich eine richtige Requisitenkammer", sagt sie. Bestätigung bekommt sie, wenn sie die Trauergäste von einer schönen Beerdigung sprechen hört. "Dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe."

Vom strengen Fahnder zum netten Stoffverkäufer

Dass Carolyn Lüdders vor acht Jahren ihren Traumberuf gerade im Familienunternehmen gefunden hat, sei reiner Zufall gewesen. "Ich hatte nie vor, mit meinen Eltern und Brüdern zusammen zu arbeiten", erinnert sie sich. Zu schnell werde Berufliches mit Privatem vermischt, hatte sie damals befürchtet. Doch als ihr Sohn zwölf Jahre alt war, wollte die alleinerziehende Mutter, damals in Teilzeit bei einem Rechtsanwalt beschäftigt, wieder Vollzeit arbeiten und trotzdem für den Sohn da sein. Weil ihr ihre Eltern, die den Betrieb damals noch leiteten, optimale Rahmenbedingungen bieten konnten, absolvierte sie eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft und wechselte in den Familienbetrieb. "Dass ich aber hier mein Glück finden würde, damit hatte ich nicht gerechnet", sagt sie.
Dass es mittlerweile immer mehr Frauen in ihrer Branche gibt, findet sie großartig. "Frauen sind oft sehr kreativ und das merkt man den Bestattungsfeiern an."
• Beruf aus Berufung: Haben auch Sie auf außergewöhnlichen Wegen zu Ihren Traumberuf gefunden? Schreiben Sie an nicola.dultz-kluever@kreiszeitung.net.

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Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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