Contra Pflegenotstand
Rettung für Seniorenhaus in Neu Wulmstorf

Die Senioreneinrichtung "Haus am Marktplatz" im Ortskern von Neu Wulmstorf wurde nach 20 Jahren geschlossen
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sla./sv. Neu Wulmstorf. Als in der Adventszeit 2020 die Nachricht kam, dass in Neu Wulmstorf das "Haus am Markplatz" nach 20 Jahren zum Mai 2021 geschlossen wird, flossen bei vielen die Tränen. Wie berichtet, hat die Korian als Betreiber die Einrichtung relativ kurzfristig aufgegeben. Die 108 Seniorinnen und Senioren sowie etliche Mitarbeiter wurden auf andere, teils weit entfernte Heime verteilt. Die Gemeinde Neu Wulmstorf hatte vorsorglich eine Veränderungssperre erlassen, um zu verhindern, dass der Eigentümer der Immobilie das Haus anderweitig nutzen kann. Derzeit werden die Räumlichkeiten vom Landkreis Harburg bis Ende Mai als Impfstützpunkt genutzt. Anschließend soll laut Immobilienfirma Aroundtower, die das Markt-Platz-Center verwaltet, mit einem Umbau zur Nutzung als Pflegeheim begonnen werden. Danach könnte das Haus wieder als Pflegeheim betrieben werden.
Auf den Pflege- und Betreuungsnotstand für Senioren hat auch die Convivo-Gruppe reagiert und auf 8.284 Quadratmetern den "Convivo-Park" mit 62 Sorglos-Wohnungen und zwei Sorglos-Gemeinschaften mit je zwölf Apartments in Neu Wulmstorf an der Bahnhofstraße geplant (das WOCHENBLATT berichtete). Hier soll in Kürze mit den Erdbauarbeiten auf dem Baufeld begonnen werden, teilte die Gemeinde nun mit. Neben den seniorengerechten Wohnungen werden in das Park-Konzept auch eine Tagespflege, ein hauseigener Pflegedienst und ein öffentliches Café integriert sein. Zugleich stellt die Gemeinde Neu Wulmstorf auch das neue Konzept für das Seniorenquartier an der Lutherkirche vor. Auf dem rund 11.715 Quadratmeter großen Areal am Kirchberg werden, verteilt auf fünf Baukörper, diverse Angebote für Senioren geplant.
Hierbei ist die Zielgruppe nicht nur auf Senioren beschränkt, die bereits einen Pflegegrad haben, sondern auch auf Personen, die (noch) keine Hilfe benötigen und für einen späteren Zeitpunkt vorsorgen wollen. Der Leitgedanke ist, dass jemand, der sich einmal für das Seniorenquartier entschieden hat, dieses nicht mehr verlassen muss, wenn sich der Grad an Pflegebedürftigkeit im Zeitablauf erhöht. Dies wird möglich, da neben barrierefreien Wohnungen (52 Zwei- bis Dreizimmerwohnungen, zwischen 50 und 80 Quadratmetern) und Wohnen mit Service auch eine stationäre Pflegeeinrichtung und eine Tagespflege in dem Quartier vorgesehen ist.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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