Gemeinsam für mehr Artenvielfalt
Oldendorf-Himmelpforten tritt Naturschutz-Allianz im Landkreis Stade bei
- Maßnahmen wie das Anlegen von Blühstreifen entlang der Ackerränder sollen zu mehr Artenvielfalt bei Insekten beitragen
- Foto: KI-generiert
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Die Naturschutz-Allianz im Landkreis Stade wächst weiter: Nach dem Landkreis Stade sowie den Samtgemeinden Harsefeld und Fredenbeck schließt sich nun auch die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten der Naturschutzabsichtserklärung mit der Jägerschaft des Landkreises Stade an. Ziel der Vereinbarung ist es, heimische Tier- und Pflanzenarten besser zu schützen und ökologische Ausgleichsmaßnahmen gezielter und nachhaltiger umzusetzen.
Mit der Unterzeichnung übernimmt die Samtgemeinde freiwillig Verantwortung für den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft. „Mit der Unterzeichnung übernehmen wir Verantwortung für unsere Kulturlandschaft und setzen ein klares Signal für gelebten Natur- und Artenschutz vor Ort“, betont der scheidende Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke. Entscheidend sei, dass Ausgleichsmaßnahmen möglichst nah am Ort des Eingriffs und nachhaltig umgesetzt würden.
Ausgleich dort schaffen, wo Natur verloren geht
Wenn Bauvorhaben oder die Versiegelung von Flächen Eingriffe in die Natur unvermeidbar machen, sollen die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen künftig möglichst in räumlicher und zeitlicher Nähe erfolgen – bevorzugt auf kommunalen Flächen. Ein begleitendes Monitoring soll helfen, die langfristige Wirkung der Maßnahmen zu überprüfen und ihre Ergebnisse für künftige Projekte nutzbar zu machen.
Zu den Schwerpunkten gehören die Anlage und Pflege von Hecken, der Schutz gefährdeter Arten sowie die Wiederherstellung beziehungsweise Renaturierung von Feuchtgebieten. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Jägerschaft weiter gestärkt werden.
Wegeränder als Lebensraum erhalten
Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung sind konkrete Regeln für die Pflege von Wegrändern, Blühstreifen, Äckern und Grünland. Sie sollen verhindern, dass bei der Bewirtschaftung wertvolle Lebensräume und Rückzugsorte für Tiere verloren gehen.
So wird auf das Mähen oder Mulchen von Wegrändern und Blühstreifen bis zum 15. August verzichtet. Davon profitieren Bodenbrüter wie Rebhuhn und Feldlerche, deren Brut und Jungtiere durch zu frühe Pflegemaßnahmen gefährdet werden können. Auch überwinternde Insekten sollen besser geschützt werden: Von Herbst bis April ruhen die Arbeiten auf den betreffenden Flächen.
Bei notwendigen Mäharbeiten kommen Doppelmesserbalkenmähwerke zum Einsatz. Mulchen und Düngen sind nicht vorgesehen. Das Mähgut bleibt nach dem Schnitt einige Tage liegen, damit Samen ausfallen und sich natürlich aussäen können. Bei längerfristigen Maßnahmen soll regionales Saatgut verwendet werden, das an die örtlichen Boden- und Nährstoffverhältnisse angepasst ist.
Heckenpflege mit Augenmaß
Auch die Pflege von Hecken wird geregelt. Sie sollen höchstens alle zwei bis drei Jahre und ausschließlich ab November beschnitten werden. Alle acht bis elf Jahre ist eine abschnittsweise Verjüngung vorgesehen, bei der die Hecken auf den Stock gesetzt werden. Sind Wege auf beiden Seiten von Hecken gesäumt, erfolgt der Schnitt zeitlich versetzt.
Auf diese Weise sollen Hecken als Lebensraum, Nahrungsquelle und Schutz für Vögel und Kleintiere möglichst durchgehend erhalten bleiben.
Jägerschaft begrüßt den Beitritt
Karsten Wassermann, Vorsitzender des Hegerings Oldendorf, begrüßt die Erweiterung der Kooperation. Die Maßnahmen könnten auch über das Gebiet des örtlichen Rebhuhnschutzprojekts hinaus einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in der Samtgemeinde leisten. Zugleich seien sie ein klares Bekenntnis zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Jägerschaft.
Auch Jens Hariefeld, Vorsitzender der Jägerschaft des Landkreises Stade, sieht in dem Beitritt eine Stärkung des regionalen Netzwerks. Er hofft, dass sich weitere Kommunen der Vereinbarung anschließen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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