Rosengarten: Ausweichverkehr nervt
Autoschlangen und Wildpinkler in den Dörfern
- Soll das noch Monate so bleiben? Im Moment wälzen sich Autoschlangen durch die Dörfer an der Autobahnauffahrt Tötensen
- Foto: Schubert
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Derzeit ist das Problem jeden Tag am Ende der Radionachrichten zu hören: mehrere Kilometer Stau auf der A261 wegen Bauarbeiten ... Offenbar versuchen deshalb sehr viele Menschen, an der Ausfahrt Tötensen die Autobahn zu verlassen, um diesen Stau zu umfahren. Aber sie erledigen dann offenbar auch anderes. Die Leidtragenden sind offenbar die Bewohner der umliegenden Dörfer.
Bürger aus Leversen, Sieversen, Westerhof, Tötensen berichten von Wildpinklern vor Häusern, größere "Geschäfte" werden in Gärten hinterlassen, Menschen haben Sex unter freiem Himmel an der Dorfstraße. Immer wieder werden auch "zwielichtige Fahrzeuge aus dem Raum Kiel/ Rendsburg" gesichtet, so ein Anwohner. Er hat dort "starke Rauchentwicklung in den Fahrzeugen" beobachtet. An Sonntagen ginge in Leversen, Neu Leversen und Westerhof gar nichts mehr, dreimal schon hätten Fahrzeugschlangen die Durchfahrt komplett blockiert.
Beim zuständigen Polizeikommissariat Seevetal und bei der Autobahnpolizei weiß man zwar von erhöhtem Verkehrsaufkommen, nicht aber von den anderen Vorkommnissen. "Es ist aber durchaus möglich, dass entsprechende Sachverhalte von Anwohnern zur Kenntnis genommen, aber nicht der Polizei gemeldet wurden", sagt Polizei-Pressesprecher Jan Krüger. "Wir empfehlen, bei entsprechenden Beobachtungen nach Möglichkeit Kennzeichen zu notieren und unverzüglich die Polizei zu informieren."
Der Grund für die Bauarbeiten zwischen dem Buchholzer Dreieck und Marmstorf/ Lürade: Bei der A261 hatte die Fahrbahnoberfläche "alters- und nutzungsbedingt" Schäden bis in die Tragschichten aufgewiesen. Das wird seit April erneuert. Neben dem Straßenoberbau werden auch Leitplanken und Fahrbahnmarkierungen neu gemacht. Im Moment wird an der Richtungsfahrbahn Hamburg gearbeitet, einzelne Fahrstreifen werden immer wieder verschwenkt oder gesperrt. Tatsächlich befinden sich die Bauarbeiten "aktuell im vorgegebenen Zeitplan und nach derzeitigem Stand werden die Arbeiten auch planmäßig fertiggestellt", teilte Torben Wiencke, Sprecher der Niederlassung Nord des Bauherren "Die Autobahn GmbH des Bundes", mit.
Gerade wird der Asphalt eingebaut und im Anschluss werden Schutzplanken und Notrufsäule montiert. Schließlich wird noch die Bankette hergestellt und die Markierungsarbeiten durchgeführt. Zu guter Letzt müssen noch die Mittelstreifenüberfahrten zurückgebaut werden und die Leitplankensystem in diesem Bereich wieder hergestellt werden.
Die Anwohner müssen daher noch Monate durchhalten: Mit einer Öffnung der Fahrbahn Richtung Norden ist "nach dem aktuellen Zeitplan und dem Bauablauf ab der Ende November auszugehen", so Wiencke.
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