Quecksilber beim Gasbohren - Landesbergamt hat die Gefahr einfach ignoriert

Bei einer sogenannten Abfackelung soll das Quecksilber freigesetzt worden sein
  • Bei einer sogenannten Abfackelung soll das Quecksilber freigesetzt worden sein
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(mi). Der Skandal um erhöhte Quecksilberwerte an Gasbohrlöchern rund um die Ortschaft Söhlingen (Landkreis Rotenburg) alarmiert auch die Bürgerinitiative gegen Fracking im Landkreis Harburg. Das Landesbergamt hatte nach Angaben des Naturschutzbundes NABU jahrelang erhöhte Quecksilber-Konzentrationen gemessen, aber weder den Landkreis noch die Öffentlichkeit informiert. Das Schwermetall ist hochgiftig.

Eigene Messungen des NABU ergaben teilweise um das 70fache erhöhte Werte. Die Ursache vermutet der NABU im sogenannten Abfackeln des Gases. Das wird praktiziert, wenn die Bohrer gewartet werden und deswegen das ausströmende Gas nicht aufgefangen werden kann. Eine Praxis, die laut Wikipedia in einigen Ländern als Klimakiller verboten ist.
„Der Fall Rotenburg ist ein perfektes Beispiel für den Umgang des Landesbergamtes mit der Öffentlichkeit“, sagt der Buchholzer Ingo Engelmann von der Bürgerinitiative (BI) „Kein Fracking in der Heide“. „Erst wird gemauert, nur wenn der Druck zu stark wird, wie jetzt geschehen, reagiert das Amt.“
Engelmann muss es wissen. Mit der BI setzt er sich seit Jahren gegen die lebensfeindliche Fracking-Technologie ein. Dabei hat er ständig mit dem Landesbergamt zu tun. Diese Behörde ist federführend bei der Genehmigung für Fracking.
Die Giftfunde an den Bohrlöchern im Kreis Rotenburg zeigten, dass die Praxis, dem Bergamt sowohl die Genehmigung als auch die Kontrolle von Bohrungen zu überlassen, nicht greife, so Engelmann. Der Umweltschützer und seine Mitstreiter hoffen jetzt, dass diese Erkenntnis auch ihren Widerhall in der Politik findet.
Der Zeitpunkt ist günstig. Denn derzeit wird in Berlin über ein bundesweites Fracking-Gesetz beraten. Nach dem jetzt bekannt gewordenen Skandal wäre den Bürgern wohl schwer zu vermitteln, wenn nicht auch die Kompetenzen der Landesbergämter auf den Prüfstand gestellt würden. Ingo Engelmann erklärt: Im Bergrecht gilt das Vorsorge-Prinzip. Das bedeutet, wenn Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine Gefährdung hindeuten, muss das Amt als Kontrollbehörde tätig werden.“
In Rotenburg sei das Amt jahrelang untätig geblieben - die Politik müsse einsehen, dass die derzeitige Haltung des Bergamtes dieses Vorsorge-Prinzip ad absurdum führe, sagt Engelmann.
Doch nicht nur in Berlin sollte der Fall Rotenburg wachrütteln. Ein klares Vorgehen fordert die BI auch vom Niedersächsischen Wirtschaftsminister, Olaf Lies (SPD), dem das Bergamt unterstellt ist.
In Hannover scheint man dem Fall allerdings wenig Gewicht beizumessen. „Man hätte sich gewünscht, vom Bergamt eher informiert zu werden“, so lapidar ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Konsequenzen? Bis jetzt Fehlanzeige. Mehr Druck bekommt das Amt derweil von aufgebrachten Bürgern. Wie die BI „Kein Fracking in der Heide“ mitteilte, wollen Betroffene juristisch gegen das Bergamt vorgehen, eine Klage sei eingereicht.

Kommentar:

Dieses Amt gefährdet Menschen
Wann weist die Politik dieses Landesbergamt endlich in die Schranken. Dass eine Behörde jahrelang wissentlich eine Gefährdung von Menschen zugunsten der Rohstoffförderung ignoriert, ist ein Unding. Der Quecksilber-Skandal in Söhlingen fordert Konsequenzen, keine Lippenbekenntnisse und kein Zerreden. Wirtschaftsminister Olaf Lies ist in der Pflicht, dem Eigenleben, das dieses Amt entwickelt hat, zum Wohle des Bürgers Einhalt zu gebieten. Ansonsten trifft ihn schon jetzt eine Mitschuld für die nächsten Eskapaden der offenbar völlig überforderten Behörde.
Mitja Schrader

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