Gefahr durch alte Müllkippe in Rahmstorf (Hollenstedt) ? Landkreis sperrt Spielplatz

Der Eingang zum Spielplatz ist seit Montag  gesperrt
3Bilder
  • Der Eingang zum Spielplatz ist seit Montag gesperrt
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Regesbostel. Was liegt hier unter der Erde? Eine Fläche in Rahmstorf, einem Ortsteil der Gemeinde Regesbostel (Samtgemeinde Hollenstedt), sorgt derzeit für Aufregung. Im Untergrund des Areals, das heute als Bolz- und Spielplatz genutzt wird, lagert offenbar diverser Müll. Im Dorf ist die „Altlast“ ein offenes Geheimnis. Jetzt wirft die ehemalige Deponie allerdings beim Landkreis Harburg Fragen auf: Offenbar wurde dem Kreis, der für die Überwachung von Altlasten zuständig ist, die Müllkippe in Rahmstorf bisher verschwiegen. Erst eine Nachfrage des WOCHENBLATT brachte den Landkreis auf die Spur der mutmaßlichen Altlast.
„Achtung! Spielende Kinder!“, steht auf dem Schild in der Straße „Zum Sand“ in Rahmstorf, dahinter befindet sich eine schöne Grünfläche mit zwei Fußballtoren. Kurzentschlossen hat die Samtgemeinde vergangenen Montag das Areal mit Flatterband abgesperrt, auch die Rutsche und die Fußballtore sind mit dem rot-weißen Absperrband umwickelt. Der Grund: Vieles deutet darauf hin, dass unter dem Platz eine sogenannte „Altlast“ schlummert. Bis in die 1960er Jahre soll hier die örtliche Müllkippe gewesen sein. In der Vergangenheit ist es auf dem Areal immer wieder zu Senkungen des Bodens gekommen.
Gemeindebürgermeister Kay Wichmann sagt auf WOCHENBLATT-Nachfrage: Es sei richtig, dass unter dem Spielplatz eine ehemalige Ortsmüllkippe liege, allerdings sehe die Gemeinde keine Anhaltspunkte für irgendeine Gefahr. Die Setzungen des Bodens seien normal. Einziges Problem sei, dass durch das Absacken des Bodens der Bolzplatz zum Kicken unattraktiv werde. Mehrmals schon habe die Gemeinde deswegen Ausbesserungsarbeiten durchgeführt und Erde aufgebracht. Kay Wichmann: „Es handelt sich hier um nichts Besonderes. Einen solchen Ort zur Müllablagerung gab es früher in jedem Dorf.“
Eine Anwohnerin, die sich nach eigenen Angaben noch gut an die Dorf-Deponie erinnert, ist jedoch beunruhigt über das, was in ihrer Nachbarschaft im Boden schlummern könnte. Sie erzählt: „Bis in die 1960er Jahre war hier ein großes Loch, darin ist alles mögliche verschwunden: Autobatterien, Wracks, kaputte Elektrogeräte wie Kühlschränke, aber auch Gewerbeabfall, Hausmüll, Essensreste und Grünabfall.“ Später, als das angrenzende Wohngebiet entstand, sei die Kippe dann zugeschoben worden.
Beim Landkreis Harburg, dem die Erfassung und gegebenenfalls Überwachung und Sanierung so- genannter Altlasten obliegt, hat man deswegen jetzt Ermittlungen aufgenommen.
Dazu sagte Kreissprecher Johannes Freudewald: „Um die ehemaligen Kleindeponien im Kreisgebiet aufzuspüren und zu erfassen, hat der Kreis seinerzeit in allen Kommunen Befragungen durchgeführt.“ Warum die Müllkippe in Rahmstorf nicht gemeldet wurde, dem werde jetzt nachgegangen. Der Kreis stehe derzeit mit der Gemeinde Regesbostel im Gespräch. Gegebenenfalls werde die zuständige Abteilung Boden, Wasser, Luft Proben vor Ort entnehmen, um zu klären, ob von der ehemaligen Müllkippe eine Gefahr ausgehe. Es bestehe aber kein Grund, jetzt in Panik zu verfallen. Die Sperrung des Spielplatzes sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Rund 250 Altlasten im Kreisgebiet

Im Landkreis Harburg schlummern rund 250 sogenannte Altlasten im Boden. Dazu kommen die großen Deponien in Dibbersen, Drage, Ohlendorf und Tostedt. Eine der gefährlichsten Altlasten des Kreises liegt in der Gemeinde Rosengarten (Tötensen). Vor über 40 Jahren wurden hier Gewerbemüll und teilweise Chemieabfälle, u.a. aus Hamburg, entsorgt und das Gebiet später verfüllt. Auf der ehemaligen Müllkippe entstanden Häuser und ein Sportplatz.
Aus der Deponie traten jedoch bald Methangase und Giftstoffe aus. Die Folge: Die Häuser mussten aufgegeben werden. Ihre Besitzer sind aus der Staatskasse entschädigt worden. Der Sportplatz wurde durch Bodensenkungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Bis 2013 wurde der Untergrund aufwendig saniert.

Service

Zahl der akut Infizierten fällt unter 100er-Marke
Corona im Landkreis Stade: Zehn Fälle pro Tag bedeuten eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35

jd. Stade. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stade pendelt sich auf relativ niedrigem Niveau ein: Einige Tage lag der Inzidenzwert, bezogen auf die neuen Fälle innerhalb der vergangen sieben Tage (umgerechnet auf 100.000 Einwohner), über dem "Richtwert" von 35, jetzt ist er wieder unter diese Marke gefallen. Aktuell beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 24,9 (Stand 24.2.). Allerdings sind diese Schwankungen beim Inzidenzwert nicht ungewöhnlich. Bereits 20 zusätzliche Fälle in der Woche...

Panorama
Winsen hat mit 99,4 den höchsten Inzidenzwert, Hanstedt verzeichnet weiterhin die geringste Inzidenz

Corona-Zahlen für den Landkreis Harburg
Erneuter Corona-Totesfall in Seevetal

as. Landkreis Harburg. Im Landkreis Harburg ist ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach WOCHENBLATT-Informationen stammte die Tote aus Seevetal. Die Inzidenz liegt im Landkreis Harburg am Donnerstag, 25. Februar, mit 62,1 wieder etwas niedriger als am Mittwoch (66,4). Der Kreis meldet 189 aktive Fälle.  Mit 6,8 hat Hanstedt weiterhin den niedrigsten - und den einzigen einstelligen -  Inzidenzwert im Landkreis. Knapp unter einer Inzidenz von 100 liegt...

Panorama
Junge Bäume bereichern an vielen Stellen das Stadtbild

Klimataugliche Bäume gepflanzt
Stade setzt auf zukunftsfähige und robuste Baumarten

jd. Stade. Oft wird nur darüber berichtet, wenn Bäume gefällt werden. In der vergangenen Pflanzsaison hat die Stadt Stade aber jede Menge neuer Bäume gepflanzt. Insgesamt 138 junge Bäumchen sorgen künftig für mehr Grün im Stadtbild und für ein besseres (Mikro-)Klima. Sie sind Ersatz für Bäume, die im Winter 2019/20 gefällt werden mussten, weil sie morsch oder von Pilzen befallen waren. Nach der Baumschutzsatzung hätten lediglich 82 neue Bäume gepflanzt werden müssen. Dass die Stadt fast 70...

Politik
Blick auf die Betonkonstruktion der 780 Meter langen Decatur-Brücke. 
Das Bauwerk ist in die Jahre gekommen

Liste der Gemeindeverwaltung Seevetal
So viel hat die Decatur-Brücke seit 2010 gekostet

ts. Maschen. Annährend drei Millionen Euro haben die Bauwerksunterhaltung der Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen und die damit verbundenen Gerichtskosten in den Jahren 2010 bis 2021 gekostet. Die Seevetaler Gemeindeverwaltung hat die Kosten, gegliedert nach Jahren und Art der Leistungen, den Fraktionen des Gemeinderats im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss in einer Auflistung zusammengefasst, die dem WOCHENBLATT vorliegt. Das Zahlenwerk geht auf eine Anfrage der Fraktion Freie...

Politik
Muss mittelfristig erneuert werden: die Brücke an der Bendestorfer Straße über die Bahnlinie Bremen-Hamburg

Brücke mit Konstruktionsfehlern
Neubauplanung für Buchholzer Eisenbahnbrücke

os. Buchholz. Dass die Brücke an der Bendestorfer Straße über der Bahnstrecke Bremen-Hamburg mittelfristig ersetzt werden muss, steht seit vergangenem Jahr fest. Die halbseitige Sperrung des Bauwerks aus dem Jahr 1955 am Mittwoch, 24. Februar (das WOCHENBLATT berichtete), hat mit der Planung allerdings nichts zu tun. Dabei handelt es sich um eine Überprüfung, die routinemäßig regelmäßig durchgeführt wird. Wie berichtet, hatte eine Kontrolle der Brücke durch ein Ingenieurbüro aus Hannover im...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen