Stolpersteine in der Samtgemeinde Tostedt
Sonderausstellung am Kiekeberg erinnert an Verfolgte
- v.r.n.l. Stefan Zimmermann (Museumsdirektor), Chris Stölting (Leiter Abteilung Wissenschaft, Ausstellung, Sammlung), Till von Rennenkampff (1. Vorsitzender Töster
Bürgerstiftung), Nadja Weippert (Landtagsabgeordnete), Dr. Peter Dörsam
(Bürgermeister Samtgemeinde Tostedt), Adolf Staack und Christian Hulan (Arbeitskreis Stolpersteine in der Samtgemeinde Tostedt) - hochgeladen von Freilichtmuseum am Kiekeberg
Seit Freitag, dem 31. Oktober 2025, zeigt das Freilichtmuseum am Kiekeberg die kleine, neue Sonderausstellung „Mitten unter uns – Stolpersteine in der Samtgemeinde Tostedt“. 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt sie die Geschichten von Menschen aus der Samtgemeinde Tostedt, die das nationalsozialistische Regime entrechtete, vertrieb oder ermordete. Rund 40 geladene Gäste nahmen bereits am Vorabend, dem 30. Oktober, an der feierlichen Eröffnung teil. Die Ausstellung wurde vom Archiv der Samtgemeinde Tostedt und mehreren Ehrenamtlichen aus dem „Arbeitskreis Stolpersteine in der Samtgemeinde Tostedt“ erarbeitet. Sie beleuchtet, wie dramatisch die NS-Ideologie das Leben der Menschen in der Gemeinde veränderte. Zu sehen ist sie zu den regulären Öffnungszeiten bis Sonntag, dem 8. März 2026 – außer während der Weihnachtsmärkte am Kiekeberg vom 28. bis 30. November und vom 12. bis 14. Dezember. Der Museumseintritt kostet 11 Euro, er ist frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Filme, Fotos und Dokumente erzählen Einzelschicksale
Die Ausstellung zeigt acht Banner mit historischen Einordnungen und Informationen zu verschiedenen Opfern. Kurze Filmausschnitte schildern eindringlich die persönlichen Schicksale aus Tostedt. Originale Fotos und Dokumente vertiefen die Biografien. Die Sonderausstellung knüpft an das bestehende Projekt zur Verlegung von Stolpersteinen in der Samtgemeinde Tostedt an.
Ein würdiger Auftakt mit starken Stimmen aus der Region
Zur feierlichen Eröffnung am Donnerstagabend begrüßte Museumsdirektor Stefan Zimmermann die rund 40 Gäste im Ausstellungsbereich. „Wir stellen Geschichte aus, um sie verständlich und erfahrbar zu machen – diese Ausstellung zeigt, wie lebendig Erinnerungskultur vor Ort sein kann. Allen Beteiligten in Tostedt gilt großer Dank und Anerkennung für diese wichtige Initiative“, sagte er. Mit der Ausstellung bringt das Freilichtmuseum am Kiekeberg regionale Erinnerungen ins Gespräch und fordert dazu auf, sich mit Demokratie, Ausgrenzung und Verantwortung auseinanderzusetzen. Sie ergänzt zudem die Dauerausstellung zur Geschichte des Landkreises Harburg von 1933-1945 im kürzlich eröffneten historischen Behelfsheim „Ley-Bude“.
Anschließend sprach Dr. Peter Dörsam, Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt. Er betonte: „Diese Ausstellung holt das Thema aus dem Schulbuch heraus und zeigt, wie nah es ist – auf unseren Straßen, in unseren Gemeinden.“
Für den Arbeitskreis Stolpersteine stellte Christian Huland gemeinsam mit Adolf Staack die Entstehung und Zielsetzung des Projekts vor. Huland sagte: „Jeder Stein erinnert an ein Leben. Die Ausstellung vertieft diese Erinnerungen – sie ist ein weiterer Ort des Innehaltens.“
Unter den Gästen waren auch Nadja Weippert, Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag, sowie Till von Rennenkampff, Vorsitzender der Töster Bürgerstiftung, die das Projekt mitförderte. Beide würdigten mit ihrer Teilnahme die gesellschaftliche Bedeutung des Erinnerungsprojekts.
Leserreporter:Freilichtmuseum am Kiekeberg aus Rosengarten |
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