Aufatmen in Seevetal
Die Decatur-Brücke ist wieder frei!
- Der Moment, auf den ganz Seevetal, vor allem aber Maschen und Hörsten ein Jahrzehnt gewartet haben: Die 2016 gesperrte Decatur-Brücke wird endlich wieder für den Verkehr freigegeben
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Zehn Jahre nach der Vollsperrung ist die Decatur-Brücke zwischen Maschen und Hörsten wieder für den Verkehr geöffnet. Der direkte Weg zum Bahnhof in Maschen ist damit endlich wieder zurück und das jahrelange Umfahren hat ein Ende.
Pünktlich um 18 Uhr rollten regulär die ersten Autos, Fahrräder und landwirtschaftlichen Fahrzeuge über das 750 Meter lange Bauwerk. Auch Fußgänger können die 55 Gleise von Europas größtem Rangierbahnhof nun wieder sicher überqueren.
Zuvor feierten am Mittag rund 120 geladene Gäste die Eröffnung. Ein Konvoi aus Treckern und Gelenkbussen fuhr auf die Brücke, um das rote Band symbolisch zu zerschneiden und sie im Anschluss als erstes zu überqueren. „Das ist ein Happy End für das Drama nach zehn Jahren Vollsperrung“, sagte Maschens Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn in ihrer Rede zur feierlichen Neueröffnung der Decatur-Brücke.
Dass das 50-Millionen-Euro-Projekt sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen blieb, ist bei heutigen Bauvorhaben fast schon eine Seltenheit. Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede bedankte sich bei allen Beteiligten, insbesondere den beteiligten Firmen Strabag und Echterhoff für die gute Zusammenarbeit. Besonders bedankte Sie sich jedoch bei ihrem Bauamts-Mitarbeiter Andreas Hein und scherzte in Richtung der Deutschen Bahn, man werde den brillanten Projektleiter keinesfalls abgeben. Für seinen außergewöhnlichen Einsatz zeichnete die Gemeinde Hein noch am selben Tag mit dem Ehrenpreis „Seevetaler Löwe“ aus.
Auch Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne war zur Feier angereist. Er lobte die Hartnäckigkeit der Gemeinde und betonte die Wichtigkeit der Trasse für die regionale Logistik. Das Land Niedersachsen hat das Projekt mit einer Förderung von 75 Prozent überhaupt erst möglich gemacht.
2016 musste das 1973 erbaute Konstrukt gesperrt werden, weil gefährliche Betonbrocken auf die fahrenden Züge fielen und die Statik nicht mehr ausreichte. Da ein kompletter Abriss rechtlich nicht zulässig war, startete 2024 die aufwendige Sanierung. Die Baufirma Echterhoff entwickelte dafür ein patentiertes Sägeschnittverfahren. Alte, schwere Betonteile wurden durch moderne Leichtbeton-Kappen ersetzt, die rund 30 Prozent weniger wiegen. Die unfallfreien Arbeiten direkt über den Oberleitungen fanden bei Wind und Wetter, oft in 24-stündigen Sperrpausen einzelner Gleise, statt.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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