Hittfeld
Kaisereiche am Standesamt soll Orkan-Test bestehen

Kettenzug und Lastmessbuchse zur Überprüfung der Standfestigkeit der Kaisereiche an der Ecke Kirchstraße und Friedhofstraße in Hittfeld | Foto: Gemeinde Seevetal
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  • Kettenzug und Lastmessbuchse zur Überprüfung der Standfestigkeit der Kaisereiche an der Ecke Kirchstraße und Friedhofstraße in Hittfeld
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Bereits vor zehn Jahren war die Kaisereiche in Hittfeld so stark beschädigt, dass die Krone kräftig gestutzt werden musste. Jetzt soll der ortsbildprägende, 126 Jahre alte Baum einen Orkan-Test bestehen. Ist die etwa zehn Meter hohe Eiche noch standfest? Um das zu prüfen, unternahm ein unabhängiger Gutachter im Auftrag der Gemeinde Seevetal einen sogenannten Zugversuch.

Ähnlich verkabelt wie ein menschlicher Patient bei einem Elektrokardiogramm zur Messung von Herzströmen wirkt die Kaisereiche bei dem Zugversuch: ein Neigungssensor am Stammfuß, Dehnungssensoren am Stamm, ein Kettenzug in 4,50 Meter Höhe befestigt. Der Versuchsaufbau soll Klarheit darüber bringen, ob die Eiche noch standsicher ist, sollten Kräfte von der Stärke eines Orkans auf sie einwirken, erklärt Magnus Pflüger, Baumkontrolleur der Gemeinde Seevetal. 

Die Gemeinde ist verantwortlich für die Verkehrssicherungspflicht und muss sicherstellen, das der Baum nicht umstürzt und Schaden anrichtet. Vor zehn Jahren unterzog sie den Baum einem Kronensicherungsschnitt. 

Die Vitalitätsschwäche der Kaisereiche erkennen auch Laien: Die Krone wirkt vergreist, Totholz ist sichtbar und der Wurzelbereich ist so stark zugebaut, dass Zweifel an der Standfestigkeit aufkommen. 

Dennoch: Absolute Klarheit, ob ein Baum standfest ist oder nicht, könne nur der Zugversuch bringen, erklärt Magnus Pflüger. Die Tatsache allein, dass zum Beispiel ein Baum schräg stehe, liefere nicht den Beweis. 

In voraussichtlich zwei Wochen wird der beauftragte unabhängige Gutachter der Gemeindeverwaltung den Gesundheitszustand der Kaisereiche mitteilen. Die bei dem Zugversuch gewonnenen Daten würden in einem Berechnungsmodell am Computer ausgewertet, sagt Pflüger. 

Selbst wenn die Eiche den Orkan-Test nicht besteht, müsse sie nicht notwendig gefällt werden. "Es gibt Möglichkeiten, durch Rückschnitt den Baum zu stabilisieren", sagt Magnus Pflüger.

Seit 116 Jahren steht die Kaisereiche in Hittfelds Mitte. Sie wurde am 22. März 1897 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. an dessen 100. Geburtstag gepflanzt.

Kettenzug und Lastmessbuchse zur Überprüfung der Standfestigkeit der Kaisereiche an der Ecke Kirchstraße und Friedhofstraße in Hittfeld | Foto: Gemeinde Seevetal
Dehnungssensor am Stamm der Kaisereiche | Foto: Gemeinde Seevetal
Neigungssensor am Stammfuß der Kaisereiche | Foto: Gemeinde Seevetal
Redakteur:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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