Strays of Streets aus Woxdorf
Lubko: Zweite Chancen auf vier Pfoten
- Lubko am Elbstrand - der Mischlingsrüde scheint sein neues Leben zu genießen
- Foto: Strays of Streets
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Wenn Alicia Arafa über Lubko spricht, dann liegt Wärme in ihrer Stimme. Zehn Monate lang hat der Mischlingsrüde ihr Zuhause geteilt. Auch beim ersten Aufeinandertreffen des Tierschutzverein und dem WOCHENBLATT wohnt Lubko gerade bei der Woxdorferin. Ein Pflegehund aus dem Tierschutz, der nicht nur viel erlebt, sondern auch viel gelernt hat. Und nun lebt er, als hätte es nie ein Davor gegeben, bei einem Paar in Schleswig-Holstein, zusammen mit drei Katzen. Noch vor einem Jahr hätte das niemand für möglich gehalten.
„Er war am Anfang überhaupt nicht katzenfreundlich“, erinnert sich die Gründerin des Tierschutzvereins Strays of Streets. Lubko kam aus dem Auslandstierschutz, verunsichert, schreckhaft und voller Energie. Doch Arafa nahm sich Zeit, stellte ihm ihre eigene Katze vor – behutsam, in kleinen Schritten. „Am Ende haben sie zusammen im Wohnzimmer gelegen.“
- Lubko ist ein lebender Beweis, dass sich Training und Zuwendung für Hundehalter rentieren
- Foto: Strays of Streets
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Fünf Treffen bis zur Entscheidung
Das Pärchen aus Schleswig-Holstein, das sich für Lubko interessierte, ließ sich nicht von anfänglicher Zurückhaltung abschrecken. Insgesamt fünfmal kamen sie zu Besuch, sogar mit Einzelstunden bei einer Hundetrainerin. „Er war bei den Treffen nicht unbedingt charmant“, sagt Arafa schmunzelnd. „Aber sie haben das Potential in ihm gesehen.“ Beim fünften Besuch stand für das Paar fest: Sie wollten es versuchen - mit Urlaub, Zeit und Geduld. Lubko durfte einziehen, zunächst auf Pflege. Eine Rückkehr zu Arafa wäre jederzeit möglich gewesen.
Doch es kam anders. „Er hat sich sofort wohlgefühlt“, sagt sie. „Er hat sich auf die beiden eingelassen, sie auf ihn - das hat einfach gepasst.“ Die Themen, an denen noch gearbeitet werden musste, gingen die neuen Halter engagiert an. Sogar das Zusammenleben mit den Katzen entwickelte sich so gut, dass Lubko inzwischen mit ihnen im Bett schläft.
Im Januar zog er offiziell ein, im Februar wurde aus der Pflegestelle ein Zuhause für immer.
„Jetzt muss ich stark bleiben“
Auch wenn es eine Erfolgsgeschichte ist, fällt der Abschied nicht leicht. „Meine Faustregel ist: Wenn ein Hund kürzer bei der neuen Familie ist, als er bei mir war, besuche ich ihn nochmal“, sagt Arafa. Doch Lubko ist inzwischen fast so lange dort wie bei ihr. „Jetzt muss ich stark bleiben und einfach warten. Ich bekomme Fotos und Videos - und damit muss ich mich zufriedengeben.“
- Nikolaus, der rund 8 Monate alte Junghund
- Foto: Strays of Streets
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Für Alicia Arafa geht die Arbeit dennoch weiter. Strays of Streets wurde 2023 gegründet, inzwischen hat sie rund 75 Hunde in ein neues Leben vermittelt. Die nächste Herausforderung steht bereits auf vier kleinen Pfoten vor ihr: Nikolaus, ein etwa sechs Monate alter Welpe aus der Slowakei, dem bei einem Autounfall ein Hinterbein amputiert werden musste. „Er ist unglaublich mutig und trotzdem so entspannt“, erzählt sie. Für ihn sucht sie nun ein Zuhause, möglichst nicht in Hamburg. „Ich möchte nicht, dass er ständig Treppen laufen muss.“
Alicia Arafa ist keine große Organisation. Sie ist Herz, Hand und Rückhalt für Hunde in Not. Mit viel Feingefühl, Geduld und einem klaren Ziel: Aus Angsthunden Familienmitglieder zu machen. Und manchmal heißt das auch, loszulassen - damit etwas Neues beginnen kann.
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Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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