Dauerhafte Probleme mit der Internetversorgung
Waldesruher kritisiert Vorgehen des Anbieters

Arbeiten an einem Verteilerkasten | Foto: adobestock@soldatooff
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Seit Ende April dokumentiert Klaus Hofhansl aus Waldesruh massive Störungen seiner Internetverbindung. Immer wieder bricht die Leitung zusammen, teilweise sind weder Download noch Upload möglich. Auch das Fernsehen über Internet (IPTV) fällt regelmäßig aus. Hofhansl, der bei Vodafone Kunde ist, zeigt sich enttäuscht: „Was nicht okay ist: Dass meine Reklamation anfangs offensichtlich nicht ernst genommen wurde.“

Viele Technikerbesuche ohne nachhaltige Lösung

Seit Beginn seiner Beschwerden erhielt Hofhansl über 90 SMS mit Störungsinformationen und Ankündigungen. Rund siebenmal waren Techniker vor Ort, teils verspätet oder ohne vorherige Information. Verschiedene Subunternehmer untersuchten die Leitung, führten Messungen durch oder kündigten an, defekte Teile zu ersetzen. Immer wieder hieß es, die Probleme seien behoben, doch kurz darauf traten die Störungen erneut auf. Die häufigste Antwort der Hotline laut Hofhansl: „Haben Sie noch etwas Geduld.“

Besonders ärgerlich ist für den Waldesruher, dass im System von Vodafone Störungstickets mehrfach geschlossen wurden, obwohl die Probleme weiter bestanden. Er musste sie regelmäßig neu eröffnen. Angekündigte Rückrufe erfolgten zudem häufig nicht, so der enttäuschte Kunde.

Auswirkungen auf Alltag und Technik

Hofhansl hat viele seiner Alltagsgeräte an das Internet angebunden. Die Digitalisierung verspricht Vorteile bei Eigenüberwachung und Steuerung, setzt jedoch eine stabile Verbindung voraus. Fehlt diese, entstehen erhebliche Einschränkungen. In Hofhansls Fall führte dies zu gravierenden Folgen: Seine Wärmepumpe und die Photovoltaikanlage sind internetgebunden, zeitweise funktionierte die Heizung nicht. Fernsehsender waren nicht verfügbar, Sky-Inhalte trotz bestehendem Vertrag nicht abrufbar. Sky verwies auf Vodafone, während Vodafone erklärte, nicht zuständig zu sein.

Am 20. August stellte ein Techniker fest, dass das Problem am Kabel vom Verteiler zum Haus liege. Zuvor war dies mehrfach ausgeschlossen worden. Reparaturen wurden angekündigt, bislang jedoch nicht umgesetzt. „Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut“, fasst Hofhansl seine Erfahrungen zusammen. Mitarbeiter hätten ihn immer wieder an eine sogenannte „Spezialabteilung“ verwiesen, doch auch dort wisse niemand, was bei vorherigen Telefonaten besprochen wurde oder welche Maßnahmen die Techniker vor Ort tatsächlich durchführen. Hofhansl, der vor seiner Rente als Kaufmann im Qualitätsmanagement der Lebensmittelbranche tätig war, resümiert: „Wenn wir damals so gearbeitet hätten, wären wir alle pleite gegangen.“

Vodafone hat Hofhansl inzwischen Beträge gutgeschrieben. Die Grundgebühren für die Internetversorgung werden damit erstattet. Zusatzbuchungen wie Sky muss er jedoch weiterhin bezahlen, obwohl die Leistung nicht genutzt werden kann. Auch ein von Vodafone bereitgestelltes Zusatzgerät („Always WiFi“ mit SIM-Karte und 500 Gigabyte Datenvolumen) brachte aufgrund schlechten Mobilfunkempfangs keine Abhilfe.

Politische Aufmerksamkeit

Inzwischen ist der Fall auch in der Kommunalpolitik angekommen. Ortsratsmitglied Jennifer Schrader (CDU) sowie SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Heiner Steeneck haben Kontakt aufgenommen, nachdem Hofhansl sich per E-Mail an sie gewandt hatte. Steeneck stellte eine Anfrage an die Gemeinde, um die unzureichende Internetversorgung in Hittfeld-Waldesruh zu thematisieren. Auf Nachfrage sagte er: „Wir haben die Anfrage an die Verwaltung gestellt, diese jedoch ausgeweitet, da uns in Seevetal mehrere ähnliche Fälle bekannt sind und die schlechte Versorgung nicht nur Waldesruh betrifft.“

Bis heute ist das Problem nicht gelöst. Hofhansl zieht ein ernüchterndes Fazit: „Abrisse jenseits von Gut und Böse. Ich kenne das schon, aber diesmal war es extrem seit April.“ Für ihn bleibt der Eindruck, dass sein Anliegen trotz aller Bemühungen nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt wird.

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Redakteur:

Sven Rathert aus Seevetal

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