Zweiter Teil der Dörner-Reportage: Kies, so weit das Auge reicht

Industrie-Charme: Schon seit den 1970er Jahren wird bei Hittfeld Kies abgebaut
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Kies - da haben die meisten ein recht klares Bild vor Augen: Sandfarben, etwas grobkörniger als feiner Sand, gleichermaßen geeignet für "Backförmchen" in der Sandkiste wie auch den Betonmischer. Doch wo kommt der Kies her und was wird damit alles gemacht? Das erfahre ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Katja Bendig, bei meinem Besuch im Kieswerk von Otto Dörner in der Nähe von Hittfeld. Wie im ersten Teil der Reportage berichtet, teilt sich das Gelände von Dörner in zwei wesentliche Bestandteile: Auf der einen Seite wird Kies abgebaut, auf der anderen Seite Abfälle, u.a. aus industriell oder gewerblicher Vornutzung, eingelagert - das können z.B. Reste von Abbrucharbeiten an Straßen und Gebäuden sein.
Im Bereich des Kiesabbaus erwartet mich echter Industrie-Charme: Die Kieswäsche gibt es bereits seit den 1970erJahren, das sieht man den alten Förderbändern an. "Woher weiß man eigentlich, wo es Kies gibt?", frage ich Tilmann Quensell, Mitglied der Geschäftsführung bei Dörner, der mich durch das Kieswerk führt. "Die Gebiete in denen es Sand- und Kiesvorkommen gibt, sind beim Landesbergbauamt erfasst, der Abbau ist in so genannten Vorranggebieten möglich", erklärt Quensell. "Aber natürlich prüfen wir selber auch noch mal nach, wie es tatsächlich unter der Erde aussieht, bevor wir mit dem Abbau beginnen", fügt er hinzu.
Ganz wichtig beim Kiesabbau ist, dass Sand und Steine beim Waschen von Lehm und anderen organischen Materialen befreit werden. "Wenn der Kies nicht astrein gewaschen ist, und er z.B. im Straßenbau verwendet wird, kann es im Winter zu Frostschäden kommen, weil sich Wasser einlagert", so der Fachmann. Ich staune über die völlig unterschiedlichen Körnungen, die im Kieswerk nach Millimetern sortiert und in getrennten Fächern gelagert werden. Von feinstem Sand bis hin zu mehrere Zentimeter großen Steinen gibt es alles. Und so unterschiedlich, wie der Kies aussieht, so verschieden sind auch seine Verwendungsmöglichkeiten. "Wir verkaufen den Kies an Bauunternehmen, Garten- und Landschaftsbauer, Betonwerke und Alsphalt-Mischwerke. Je nachdem was benötigt wird, werden auch verschiedene Mischungen hergestellt. Derzeit herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände in Hittfeld - weil überall gebaut und damit Kies benötigt wird. Im Winter ist es deutlich ruhiger.
Dass Kieswerk und Abfall-Deponie so nah beieinander liegen hat einen wesentlichen Vorteil. "Die Unternehmen bringen uns z.B. Abbruch aus dem Straßenbau und können voll beladen mit Kies wieder wegfahren. So vermeidet man Leerfahrten", sagt Tilmann Quensell. Um weitere Kiesvorkommen jenseits der Bahnstrecke Bremen-Hamburg zu erschließen, hat Dörner eigens eine Brücke über die Bahn gebaut. Ein Unterfangen, das etwas Geduld benötigte. "Wir haben zehn Jahre für die Genehmigung gebraucht und mussten eineinhalb Jahre vor der Fertigstellung die Sperrzeiten bei der Bahn beantragen", erzählt Quensell. Für das Einsetzen der Brücke habe das Unternehmen dann allerdings nur exakt zwei Stunden Zeit gehabt. "Das war echt spannend, aber am Ende hat alles geklappt", erinnert sich Quensell.
Über die ebenfalls eigens angelegte Kiestrasse, die zur Westumfahrung Hittfeld führt und auch den Lkw zur Anlieferung dient, fahre ich zurück Richtung Redaktion. Mit vielen spannenden Eindrücken im Gepäck und etwas mehr Verständnis, wenn ich mal wieder hinter einem Kies-Lkw herfahre. Katja Bendig

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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