"Man lässt uns hängen"

Europas größert Rangierbahnhof in Maschen wird seit Jahren saniert. Jetzt soll ein neues Gleis und in diesem Zuge auch neue Lärmschutzwände gebaut werden
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Panorama

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Vorerst keine Lärmschutzverbesserung für Horster Heide, dafür aber rund um den Rangierbahnhof

kb. Seevetal. Bleiben ihre Stimmen ungehört? Über 1.200 Bürger aus der Maschener und Horster Heide hatten unlängst eine Petition für einen besseren Lärmschutz an der Güterumgehungsbahn unterschrieben. Sie leiden täglich unter dem immensen Geräuschpegel der vorbei ratternden Güterzüge.
Doch wie es jetzt scheint, bleibt ihr Protest vorerst ohne weitere Folgen. In einem Schreiben teilte die Deutsche Bahn mit, dass es derzeit keine rechtliche Grundlage für eine Lärmsanierung an der Strecke gebe, da es sich um bestehende Schienenwege handele. Auch wenn der Verkehr auf der Strecke oder die Geschwindigkeit der Züge zugenommen habe, hätten die Bürger keinen Anspruch auf verbesserten Lärmschutz, heißt es in dem Schreiben. Prof. Dr. Peter Müller-Seitz, Vorstand der Bürgerinitiative Horster Heide (BHH), gibt sich dennoch weiter kämpferisch. "1.200 Stimmen kann man nicht einfach beiseite schieben, wir werden unsere Interessen massiv weiter vertreten", so Müller-Seitz. Er und seine Mitstreiter planen jetzt eine Info-Veranstaltung für alle interessierten Bürger, wollen weitere Mitglieder für ihre Bürgerinitiative finden. "Dass wir bei der Bahn keine offenen Türen einrennen, war uns klar. Wir fordern, dass die Politik mehr Druck macht", so Müller-Seitz. "Ich habe das Gefühl, man lässt uns hängen."
Bessere Nachrichten gibt es für die Anwohner rund um den Rangierbahnhof Maschen. Wie die Deutsche Bahn der Gemeinde jetzt mitteilte, soll im Zuge der Sanierung von Europas größtem Rangierbahnhof ein neues Umfahrungsgleis gebaut werden. Die Entscheidung dazu soll noch in diesem Quartal fallen. Im Zuge eines neuen Gleises müsste dann auch der Lärmschutz im Bereich Maschen und Hörsten neu berechnet werden. Wie Bauamtsleiter Fred Patzwaldt im Ausschuss berichtete, soll in Richtung Hörsten mit rund sechs Metern eine mehr als doppelt so hohe und wesentlich längere Lärmschutzwand als die vorhandene gebaut werden, in Richtung Maschen soll eine rund vier Meter hohe Lärmschutzwand entstehen. "Auch wenn viele Bürger einen Ausbau des Rangierbahnhofs kritisch sehen, in Sachen Lärmschutz ist das eine einmalige Chance", so Gemeindesprecher Andreas Schmidt zu den Plänen. Ob die Baumaßnahme allerdings, wie von der Bahn beabsichtigt, noch in diesem Sommer beginnt, sei zu bezweifeln, so Schmidt.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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