Wahlkampf
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet gibt sich in Seevetal kämpferisch
- Dynamisch schreitet Armin Laschet (Mitte) durch die Menschenmenge zur Bühne auf dem Parkplatz des Veranstaltungszentrums Burg Seevetal
- Foto: ts
- hochgeladen von Thomas Sulzyc
(ts). Angesichts für CDU und CSU ungewohnt magerer Umfragewerte hat Armin Laschet (CDU) den Kampf aufgenommen. Eineinhalb Wochen vor der Wahl zum Deutschen Bundestag scheint der Unions-Kanzlerkandidat seine Rolle im Wahlkampf gefunden zu haben. Wie ein Herausforderer attackiert er Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Die Grünen). Bei einem Wahlkampfauftritt am Donnerstag unter freiem Himmel in Seevetal-Hittfeld vor rund 600 Besuchern warnte Armin Laschet vor einer rot-rot-grünen Regierung.
Mittags in Seevetal-Hittfeld (Landkreis Harburg), nachmittags in Bremen, abends in Celle - auf seinem Wahlkampfmarathon am Donnerstag betont Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) den Unterschied zu den politischen Mitbewerbern. Auch Michael Grosse-Brömer (CDU), Bundestagsabgeordneter aus dem Landkreis Harburg, fährt den konfrontativen Stil. Er nennt den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz ein "Merkel-Imitat". Das soll die Botschaft vermitteln: Wer das glaubwürdige Original will, müsse CDU wählen.
Mit 20 Minuten Verspätung betritt Armin Laschet die Bühne auf dem Parkplatz vor dem Veranstaltungszentrum Burg Seevetal in Hittfeld. Der riesige CDU-Tourbus ist nur Kulisse und beliebtes Fotomotiv. Der Unions-Kanzlerkandidat ist mit dem Hubschrauber unterwegs. Einige hundert Meter entfernt jenseits der Wohnbebauung nahe der Baustelle für das Hittfelder Feuerwehrhaus ist er gelandet.
Niedersachsens CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann, Michael Grosse-Brömer und die Seevetaler CDU-Bürgermeisterkandidatin Emily Weede führen ihn zusammen mit mehreren Sicherheitskräften durch die Besuchermenge (600 Menschen) zur Bühne. Das Gerücht, junge Leute aus dem AfD-Umfeld würden die Veranstaltung stören wollen, bewahrheitet sich nicht. Alles bleibt friedlich. Neugierig versuchen viele Menschen, einen Blick auf den Unions-Kanzlerkandidaten zu werfen. Wahlhelfer der Jungen Union rufen lautstark "Armin, Armin". Der Angesprochene lächelt, winkt ihnen zu.
Auf der Bühne warnt Armin Laschet vor einem rot-rot-grünen Schreckgespenst. Sollten SPD, Linke und Grüne regieren, würden Steuererhöhungen folgen. Den politischen Kontrahenten Olaf Scholz (SPD) lässt er links liegen. Stattdessen attackiert er die Grünen-Kandidatin: "Autos werden schneller klimaneutral, als sich Frau Baerbock Vorschriften ausdenken kann." Die Botschaft: Wer die Wirtschaft nicht mit Verboten und Geboten gängelt, wird mit Innovation belohnt. Dafür stehe die Union. Dafür applaudiert die Menge, die sich ansonsten meist norddeutsch unterkühlt gibt.
Armin Laschet ruft die Bundestagswahl 2021 zur Schicksalswahl aus. Ähnlich wie 1976, als der Unions-Slogan "Freiheit statt Sozialismus" hieß. "Regiert Rot-Rot-Grün", ruft Armin Laschet den Leuten zu, "steht der Wohlstand in unserem Land auf dem Spiel."
Bei den CDU-Anhängern kommt die Rede gut an. "Er hat es gut gemacht", zeigt sich Seevetals CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Sybille Kahnenbley sehr zufrieden mit Armin Laschet. Ihr gefällt vor allem das angekündigte "Entfesselungspaket", das Betriebe von Bürokratie entlasten soll.
Armin Laschet sei ein fabelhafter Redner, sagt der Seevetaler JU-Vorsitzende Niklas Hintze. "Die Leute haben Lust auf Armin." Nordrhein-Westfalen zeige, wie man Bürokratie abbaue. Und dort ist Armin Laschet Ministerpräsident.
Redakteur:Thomas Sulzyc aus Seevetal |
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