Auch Wahlkandidaten sollen Stellung nehmen
Kreissportbund lädt ein zu sportpolitischem Forum

"Landkreis Harburg – Sportinfrastruktur vor entscheidenden Weichenstellungen" ist das Thema eines sportpolitischen Forums, zu dem der Kreissportbund (KSB) Harburg-Land vor dem Hintergrund der Kommunalwahlen alle Interessierten am Mittwoch, 26. August, um 19 Uhr in die Hittfelder Burg Seevetal (Am Göhlenbach 11) einlädt. Um Anmeldung per E-Mail an info@ksb-harburg-land.de wird gebeten. 

Vertreter und Kandidaten der politischen Parteien und Wählergemeinschaften werden beim Forum gebeten, konkrete Aussagen zu folgenden Fragen zu treffen:
1. Welchen Stellenwert soll der Sport bei der Verwendung der zusätzlichen Investitionsmittel haben?
2. Unterstützen Sie die Einschätzung des Kreissportbundes, mindestens fünf Prozent der Mittel für den Sport bereitzustellen?
3. Sind Sie bereit, Förder- oder Kofinanzierungsprogramme für Vereine mit eigenen Anlagen einzurichten?
4. Woran können die Sportvereine am Ende der Wahlperiode erkennen, dass sich ihre Situation spürbar verbessert hat?

"Der veröffentlichte Sportentwicklungsplan des Landkreises Harburg zeigt klar: Viele Sporthallen, Plätze und Anlagen sind sanierungsbedürftig, Hallenzeiten fehlen, und zahlreiche Vereine stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen", gibt der KSB in einer Pressemitteilung zu bedenken. Gleichzeitig stünden dem Landkreis sowie seinen Städten und Gemeinden durch das Investitionsprogramm „Infrastruktur und Klimaneutralität“ rund 154 Millionen Euro zusätzliche Mittel zur Verfügung. Diese Summe bedeute "eine historische Chance, die Sportinfrastruktur nachhaltig zu stärken".

Mit über 91.000 Mitgliedern - und damit rund einem Drittel der Bevölkerung - seien die Sportvereine ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis. Sie leisteten wertvolle Arbeit für Gemeinschaft, Gesundheit, Integration, Jugendarbeit, Ehrenamt und Standortattraktivität und würden dabei die Kommunen stark entlasten. "Sportvereine schaffen Begegnungsräume, fördern soziale Stabilität, integrieren Menschen mit Migrationsgeschichte, bieten sichere Freizeitorte für Kinder und Jugendliche, mobilisieren hunderte Ehrenamtliche und erschließen Fördermittel, die Kommunen allein nicht erreichen würden. Jeder Euro kommunaler Förderung kann dabei 5 bis 10 Euro externe Mittel auslösen."

Angesichts dieser Bedeutung hält der KSB einen Anteil von mindestens fünf Prozent der zusätzlichen Investitionsmittel – also rund 7,7 Millionen – für den Sport für angemessen. Dabei gehe es nicht zuallererst um kommunale Anlagen, sondern auch um die Frage, ob Vereine mit eigenen Sportstätten künftig Zugang zu Förder- oder Kofinanzierungsprogrammen erhalten. Viele Vereine investierten bereits heute erhebliche Eigenmittel in ihre Infrastruktur und trügen so maßgeblich zur Qualität der lokalen Sportangebote bei.

"Es geht um erhebliche finanzielle Mittel – und möglicherweise um die letzte große Chance, die Sportinfrastruktur im Landkreis Harburg in absehbarer Zeit substanziell zu verbessern", betont der KSB. "Sportvereine sind ein unverzichtbarer Motor für Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und kommunale Entwicklung. Eine starke Sportinfrastruktur stärkt die gesamte Region nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich."

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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