Heiko V. soll via Webcam bei Taten zugeschaut haben
Kindesmissbrauch von Lügde: Stader wird angeklagt

jd. Stade/Lügde. Der massenhafte sexuelle Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde (Nordrhein-Westfalen) hat bundesweit für Entsetzen gesorgt. Jetzt ist von der Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Haupttäter,  den Dauercamper Andreas V. (56), und einen weiteren Beschuldigten, den 49-jährigen Heiko V. aus Stade, erhoben worden. "Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Detmold wird prüfen, ob es die Anklagen zur Hauptverhandlung zulässt", erklärte Gerichts-Pressesprecher Dr. Wolfram Wormuth. Den beiden in Haft befindlichen Männern ist die Anklage über deren Verteidiger zugegangen. Das Landgericht hat bereits erste, erschreckende Details aus der 64-seitigen Anklageschrift genannt. 

Demnach werden dem 56-Jährigen 293 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch zur Last gelegt, insgesamt geht es um 22 Opfer. Dem zweiten mutmaßlichen Täter, dem Stader Heiko V.,  werden zwei Fälle von Anstiftung zu schwerem sexuellen Kindesmissbrauch vorgeworfen. In zwei weiteren Fällen geht es um Beihilfe zum Missbrauch und um die Vornahme sexueller Handlungen vor einem Kind. Der Stader soll in den Jahren 2010 und 2011 viermal über eine Webcam zugeschaltet gewesen sein, als der 56-Jährige die Missbrauchstaten an den Kindern verübte.   

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Heiko V. seinen Komplizen zweimal ausdrücklich dazu aufgefordert hat, die Taten auszuüben und über das Internet zu übertragen. V. soll den Kindesmissbrauch via Livechat verfolgt und kommentiert haben. Laut Anklage hat er in einem Fall vor den anwesenden Kindern onaniert. Geld soll V. angeblich nicht dafür bezahlt haben, dass er via Webcam zusehen durfte.

Im Januar hieß es, dass bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Staders rund 43.000 Dateien mit Fotos und Videos gefunden wurden, die kinder- und jugendpornografische Darstellungen zeigen. Mittlerweile ist die Rede von 26.500 Bildern und 10.300 Videos,  die von den Ermittlern augewertet worden seien. Die Aufnahmen sollen in keinem Zusammenhang zu den Taten in Lügde stehen.

Heiko V. sitzt wie der mutmaßliche Haupttäter in Untersuchungshaft. V. hat bereits zweimal erfolglos versucht, auf freien Fuß zu kommen. Zwei Haftbeschwerden seines Verteidigers Jann Henrik Popkes waren bereits erfolglos. In der kommenden Woche ist ein weiterer Haftprüfungstermin beim Landgericht Detmold angesetzt. Laut der Lippischen Landeszeitung stützt sich Popkes in seinem Antrag darauf, dass ein Gutachter bei Heiko V. keine pädophile Neigung festgestellt haben soll.
 
Die Zeitung zitiert Popkes mit folgenden Worten: „Der Haftbefehl stützt sich auf Wiederholungsgefahr, die kann ich dem Gutachten nicht entnehmen". Eine Erklärung, warum V. so viele Kinderporno-Dateien besessen hat, obwohl er angeblich nicht pädophil sein soll, konnte der Anwalt laut dem Pressebericht nicht liefern. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass V. vor dem Prozess nicht freikommt.

Demnächst soll auch Anklage gegen den dritten in U-Haft sitzenden Beschuldigten, den 34-jährigen Mario S., erhoben werden. Gegen fünf weitere Beschuldigte laufen die Ermittlungen noch.

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