Beleidigung auch in Fremdsprache strafbar
Mann aus Kutenholz landete wegen polnisch-russischer Kraftausdrücke vor dem Amtsgericht Stade

Dieser polnisch-russische Schimpfwortmix ist öfter Gegenstand von Beleidungungsprozessen    | Foto: jd (Fotomontage)
  • Dieser polnisch-russische Schimpfwortmix ist öfter Gegenstand von Beleidungungsprozessen
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Autobahn A7
Gefährdung des Straßenverkehrs und Mittelfinger gezeigt

Am Samstagabend, 8. August,  meldete ein Verkehrsteilnehmer einen Pkw, aufgrund seiner gefährdenden Fahrweise auf der A7, in Fahrtrichtung Hamburg. Die Fahrzeugführerin habe dem meldenden Verkehrsteilnehmer zudem auch den Mittelfinger gezeigt. Als die Polizeibeamten aus Bad Fallingbostel den Pkw der 39-jährigern Fahrerin kontrollierten, stellten sie bei der Hannoveranerin eine Atemalkoholkonzentration in Höhe von 1,24 Promille sowie eine Beeinflussung durch Amphetamine fest. Eine...

Blaulicht

Buchholz / Sprötze
Unfall: E-Scooter-Fahrer übersieht Fahrzeug

Am späten Samstagnachmittag, 8. August, kam es gegen 17 Uhr in Sprötze, an der Kreuzung Seppenser Weg und Suerhoper Koppelweg, zu einem Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem E-Scooter. Hierbei missachtete der 16-jährige E-Scooter-Fahrer den bevorrechtigte PKW-Fahrerin (82), so dass es in der Folge zu einem Zusammenstoß kam, wobei der Jugendliche von der Front des PKW erfasst wurde, stürzte und sich leicht verletzte. Der Jugendliche wurde durch einen Rettungswagen in ein Krankenhaus...

Blaulicht
Immer wieder kommt es an der Abbiegung nach Tangendorf zu kritischen Situationen | Foto: Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
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Thieshope (L215) / Tangendorf
Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge / Fahrzeugführer im Krankenhaus

Zu einem erneuten schweren Verkehrsunfall ist es am Sonntagmittag, 9. August, auf der Landesstraße 215 im Bereich der Abzweigung nach Tangendorf gekommen. Erst am Freitag war es auf der L215 an der Anschlussstelle Thieshope zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem eine Frau tödlich und vier weitere Personen verletzt wurden. Um 13.18 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Thieshope und Brackel sowie der Rüstwagen der Feuerwehr Maschen mit dem Stichwort „Verkehrsunfall – Person klemmt im...

Blaulicht

Tatverdächtiger gefasst
29-Jähriger bei Messerangriff in Stade schwer verletzt

++++++++++Update: Mutmaßlicher Täter in U-Haft++++++++++++ Durch intensive Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen einen 32-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz. Einsatzkräfte der Polizei nahmen den Verdächtigen am vergangenen Samstagabend gegen 19 Uhr in Stade fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er noch am selben Abend einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Der 32-Jährige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen gebracht. Die...

Blaulicht

Buchholz
Kommentar: Ampelanlage Hamburger Straße / Schützenstraße außer Betrieb

Die Leuchtzeichenanlage an der Kreuzung Hamburger Straße / Schützenstraße / Bendestorfer Straße in Buchholz ist seit längerer Zeit am Dienstag außer Betrieb. Der Straßenverkehr wird nicht durch die Polizei geregelt.  Dabei zeigt sich: Viele Verkehrsteilnehmer - das Alter spielt keine Rolle - scheinen ihr vermitteltes Wissen aus der Fahrschule nicht mehr zu kennen. Statt zu überlegen wird stark beschleunigt oder die Hupe mehrfach genutzt - das klappt reibungslos! Augen zu und durch! Fußgänger...

Blaulicht
Der Radlader stand innerhalb von kürzester Zeit vollständig in Flammen | Foto: Torben Schröter/ Feuerwehr Himmelpforten
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Brand breitet sich sekundenschnell aus
Radlader in Flammen in Himmelpforten

Mitten auf der Straße schlugen plötzlich Flammen aus einem Radlader. Am heutigen Montagmorgen geriet das Baufahrzeug auf der Straße Ochsenpohl in Himmelpforten während der Fahrt in Brand. Dem 47-jährigen Fahrer blieben nur wenige Sekunden, um das Fahrzeug zu stoppen und sich ins Freie zu retten. Fahrer kann sich rechtzeitig retten Gegen 7.15 Uhr war ein Bauunternehmer aus der Samtgemeinde Fredenbeck mit dem Radlader in Richtung Hauptstraße unterwegs. Kurz vor der Einmündung Hüperskamp begann...

Blaulicht
Gegenüber des Hauptgebäude brannte die Heide | Foto: Waldklinik
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Jesteburg
Feuer an der Waldklinik - Feuerwehren haben Brand im Griff

Qualm wurde auf dem Gelände der Waldklinik in Jesteburg (Kleckerwaldweg) am Sonntagnachmittag, 9. August, entdeckt. Gegenüber dem Hauptgebäude brannte eine größere Fläche der trockenen Heidevegetation. Die Jesteburger Feuerwehr und  die Ortsfeuerwehren waren schnell vor Ort, um den Brand zu löschen. Nachdem der Brandherd gelöscht war, suchten die Feuerwehrleute nach Brandnestern, um die gesamte Heidefläche "im Griff zu haben". Samtgemeinde- und Kreisbrandmeister waren vor Ort. Gebäude der...

Blaulicht
Die Feuerwehr sicherte die Wohnung, in dem der Brandmelder aktiv war | Foto: A. Feldtmann, Pressesprecher der FF Hittfel
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Hittfeld
Feuer im Mehrfamilienhaus - vier Feuerwehren im Einsatz

Am Samstagvormittag, 8. August,  um 10.47 Uhr wurden die Feuerwehren Hittfeld, Fleestedt, Lindhorst und Helmstorf zu einem Feuer in der Hittfelder Goethestrasse alarmiert. Ein Rauchwarnmelder in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses hatte ausgelöst. Nachbarn alarmierten umgehen die Feuerwehr über 112 und klingelten bei der betroffenen Wohnung. Da dort aber keiner öffnete und nicht sicher fest stand, ob der Bewohner zu Hause war, wurde das Einsatzstichwort auf „Menschenleben in Gefahr“ erhöht...

Blaulicht

Autobahn A7
Wohnanhänger macht sich selbstständig und verursachte Unfälle

Am frühen Samstagmorgen, kam es auf der BAB 7, Richtung Hamburg, kurz hinter der Anschlussstelle Egestorf gegen 4 Uhr zu einem Verkehrsunfall. Hier löste sich aus bislang ungeklärter Ursache ein Wohnanhänger von einem Pkw, sodass dieser über die Fahrbahn schleuderte. Der Anhänger "überholte" das eigene Zugfahrzeug, bis er auf dem linken Fahrstreifen an der Mittelschutzplanke zum Stehen kam. Der Pkw konnte auf dem Seitenstreifen abgestellt werden. Trotz Absicherungsversuche des Wohnanhängers...

Blaulicht
Die L215 musste komplett während der Rettungsmaßnahmen gesperrt werden | Foto: Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
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Thieshope / Autobahnauffahrt L215
Fahrerin verstarb an der Unfallstelle

Am Freitagabend, 7. August, gegen 21.12 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Brackel mit dem Stichwort „TH1 – Hilfeleistung nach Verkehrsunfall“ alarmiert. Einsatzort war die L 215 im Bereich der Autobahnauffahrt Thieshope. Aufgrund zahlreicher Notrufe in der Leitstelle und einer zunächst unklaren Lage vor Ort wurde umgehend die Freiwillige Feuerwehr Thieshope nachalarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bot sich den Feuerwehrleuten ein trümmerreiches Bild. Ein VW und ein...

Mit fremdsprachigen Kraftausdrücken wird sich ein Mann aus Kutenholz in Zukunft wohl zurückhalten. Der 43-Jährige wurde wegen Beleidigung eines Polizisten belangt. Der Kutenholzer ist zwar gebürtiger Deutscher, doch dem Beamten warf er seine Schmähworte auf Russisch und Polnisch an den Kopf. Das geschah während eines nächtlichen Polizeieinsatzes. Nachbarn hatten die 110 gewählt, weil der Mann mit zwei Freunden in der Garage gelärmt hatte. Der Fall landete jetzt beim Amtsgericht Stade, da der Angeklagte einen Strafbefehl nicht akzeptieren wollte.

Dumm gelaufen, wenn man jemanden mit unflätigen Vokabeln einer fremden Sprache beschimpft und das Gegenüber diese Sprache beherrscht: Schließlich konnte der 43-Jährige nicht ahnen, dass der von ihm als "kurwa jebana" titulierte Polizist aus Russland stammt und daher gleich wusste, mit welch übler Beschimpfung er bedacht wurde. Allerdings ist diese polnisch-russische Verbalinjurie nicht sonderlich einfallsreich. Laut der Richterin drehen sich Gerichtsverfahren wegen Beleidigung öfter um diese beiden Schimpfwörter.

Treten und beleidigen

Laut Anklageschrift bedeutet der osteuropäische Wortmix so viel wie "verfi... Schlampe". Der Angeklagte war sich nach eigenem Bekunden auch im Klaren darüber, was er da von sich gab. Doch will er damit keinesfalls den Polizisten gemeint haben. In seinem Kutenholzer Freundeskreis habe sich dieser Ausspruch quasi eingebürgert und werde unter anderem verwendet, wenn jemandem ein Missgeschick passiert - etwa im Sinne von "verfluchte Scheiße". Von seinen Kumpels habe sich nie jemand dadurch beleidigt gefühlt.
Auch an dem besagten Abend im September vergangenen Jahres soll das Schimpfwort ein paar Mal gefallen sein, so der Angeklagte. Er habe das "ganz witzig" gefunden und sich nichts dabei gedacht. Mit seinen zwei Freunden hatte er bei offenem Garagentor dem Alkohol zugesprochen und kurz vor Mitternacht noch so laut die Musik angedreht, dass ein Streifenwagen anrückte.

Die Lieder verstummten, die Anwesenden wurden ermahnt und die Beamten waren im Begriff, zurück zum Auto zu gehen - als die "schlimmen" Wörter fielen. Der geschmähte Polizist erklärte, Anzeige wegen Beleidigung zu erstatten, und wollte die Personalien des Angeklagten aufnehmen. Doch dieser zeigte sich wenig kooperativ, verweigerte die Herausgabe des Ausweises. Auch eine Leibesvisitation förderte das Dokument nicht zutage. So erfolgte die Personenfeststellung per Funkspruch-Abfrage im Peterwagen.

Interview mit Polizeikommissarin: "Wurden Sie schon einmal im Dienst beleidigt?"

Sein renitentes Verhalten erklärte der Kutenholzer vor Gericht mit seiner Verärgerung darüber, dass ihm mutmaßlich eine Nachbarin mal wieder die Polizei auf den Hals gehetzt hatte. "Ich war einfach sauer auf die Nachbarin." Schließlich sei es in dem Dorf üblich, die Sache untereinander zu klären. Sein "kurwa jebana" habe er als allgemeine Unmutsbekundung geäußert.

Hier wurde es der Richterin dann doch zu viel: Die Einlassung, das Schimpfort sei nur so gefallen, halte sie für lebensfremd. "Wer so etwas sagt, nimmt billigend in Kauf, jemanden damit zu beleidigen." Die Polizisten hätten ohnehin schon einen schweren Job, da müssen drei betrunkene Männer nicht noch unnötig deren Arbeit erschweren.

Der Angeklagte zeigte sich einsichtig, entschuldigte sich am Ende - allerdings erst nach Aufforderung durch die Richterin - für seine Worte. "Wenn Sie sich beleidigt gefühlt haben, dann tut es mir leid", wandte sich der Kutenholzer an den als Zeugen geladenen Polizisten.

Da der Mann strafrechtlich gesehen eine blütenweiße Weste vorweisen kann, stellte die Richterin das Verfahren gegen eine Geldauflage, zahlbar an die Stiftung Opferhilfe, ein.

Die Richterin kündigte augenzwinkernd an, der Bedeutung von "kurwa jebana" mal auf den Grund zu gehen: "Bei der nächsten Verhandlung mache ich Ernst und lade einen Sprachwissenschaftler als Sachverständigen."

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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