Laut niedersächsischem Innenministerium bestand akute terroristische Anschlagsgefahr
Mutmaßlicher Islamist: Polizei durchsuchte Wohnung in Drochtersen

In diesem Gebäude in Drochtersen erfolgte der Zugriff der Polizei   | Foto: ig
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Polizei warnt vor schweren Folgen
Polizei stoppt E-Roller mit Tempo 85 in Stade

Mit einem offenbar stark getunten E-Roller war am Donnerstagabend eine 23-Jährige in Stade unterwegs. Polizeibeamte kontrollierten die Fahrerin gegen 18.30 Uhr in der Straße „Am Bahnhof“. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Roller laut eigenem Tacho eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern erreichen konnte. Im gedrosselten Normalmodus zeigte das Fahrzeug dagegen 22 Stundenkilometer an. Polizei stellt E-Roller sicher Die Polizei stellte den E-Roller sicher. Gegen die...

Blaulicht

UPDATE: Sperrungen wegen Fahrbahnschäden
Lkw mit Kakaobohnen brennt auf der A1 bei Glüsingen

Ein brennender Lastwagen hat am Donnerstagvormittag auf der Autobahn 1 bei Glüsingen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der mit Kakaobohnen beladene Sattelzug geriet in Fahrtrichtung Süden in Brand. Die Autobahn wurde voll gesperrt, es bildeten sich kilometerlange Staus. Gegen 9.05 Uhr gingen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der Lastwagen im Bereich Neuland in Fahrtrichtung Süden in Brand. Dem Fahrer gelang es offenbar noch, das Fahrzeug bis...

Blaulicht
Für Frank Mierwaldt Glück im schweren Unglück: Hündin Lola konnte durch die aufmerksamen Nachbarn schnell gerettet werden. | Foto: Frank Mierwaldt
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Feuer-Drama am Stover Strand
Tinyhouse zerstört: Hilfe für Frank

Ein verheerender Brand hat das Mobilheim von Pferdetrainer Frank Mierwaldt am Stover Strand komplett zerstört. Während der Besitzer beim Zahnarzt saß, retteten Nachbarn in letzter Sekunde seine Hündin Lola aus den Flammen. Jetzt erfährt der Camper eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft. Nach ersten Ermittlungen löste vermutlich ein überhitztes Elektrogerät das Feuer aus. Von dem Tinyhouse direkt am Elbufer ist nichts mehr übrig. Zum Glück waren die Nachbarn auf dem Campingplatz wachsam...

Blaulicht
Das Unfallfahrzeug war im Seitengraben gelandet, was die Rettungsmaßnahmen erschwerte | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Schwerer Rettungseinsatz
Verkehrsunfall auf dem Nordring – Feuerwehr befreit eingeschlossene Person

Die Ortsfeuerwehr Buchholz wurde am Mittwochnachmittag, 22. Juli, um 14.45 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf den Nordring alarmiert. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein PKW nach einer Kollision mit einem LKW von der Fahrbahn abgekommen und in einen Straßengraben geschleudert worden. Die Fahrerin bzw. der Fahrer des Pkw war im Fahrzeug eingeschlossen. Nach einer ersten Erkundung stimmten die Einsatzkräfte das weitere Vorgehen eng mit dem Rettungsdienst ab. Da sich das Fahrzeug im Straßengraben...

Blaulicht

Autofahrer fährt einfach weiter
E-Scooterfahrerin in Stade von Auto mitgeschleift

Eine 17-jährige E-Scooterfahrerin ist am Donnerstagabend, 23. Juli, gegen 19.50 Uhr bei einem Verkehrsunfall in Stade leicht verletzt worden. Der Autofahrer setzte seine Fahrt fort. Die Polizei sucht nach ihm und nach Zeugen. Der Unfall passierte auf dem Wirtschaftsweg am „Schwabenseegraben“ im Benixland an der Vorwerkstraße. Nach bisherigen Erkenntnissen war ein noch unbekannter Fahrer eines VW offenbar mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs. In einer Kurve kam ihm die 17-Jährige auf...

Blaulicht

Mit 174 km/h über die Landstraße
Zwei Extrem-Raser im Landkreis Stade erwischt

Mal wieder sind zwei Autofahrer aufgefallen, die eine Landstraße offenbar mit einer Rennstrecke verwechselt haben. Der eine wurde mit 174 Stundenkilometern geblitzt, der andere mit 164. Erlaubt waren in beiden Fällen 100 km/h. Am Dienstagabend erwischten die Messbeamten des Landkreises auf der Landesstraße 123 bei Ohrensen einen BMW-Fahrer mit Stader Kennzeichen. Das Messgerät zeigte 174 Stundenkilometer an – also 74 km/h mehr als erlaubt. Dem Fahrer drohen ein mehrmonatiges Fahrverbot, zwei...

Blaulicht

Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Tote
Nach Suizid: Strafverfahren gegen mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird eingestellt

Das strafrechtliche Verfahren gegen den mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird nach dessen Suizid eingestellt. Nach deutschem Recht ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen Tote. Der 45-Jährige hat sich während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen – offenbar durch Erhängen.  Der Fall ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen: Die Mordkommission arbeitet weiter, um den Ablauf der Tat vom 29. Juni aufzuklären und eine mögliche...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Vorfall am Maschener See: Exhibitionist im Gebüsch belästigt junge Frau

Die Polizei Seevetal ermittelt nach einem Vorfall am Maschener See. Ein bislang unbekannter Mann soll am Dienstagnachmittag, 21. Juli, in einem Gebüsch sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und dabei eine junge Frau beobachtet haben. Die Polizei bittet insbesondere einen bislang unbekannten Zeugen, sich zu melden. Nach Angaben der Polizei hielt sich eine 22-jährige Frau aus Hamburg gegen 17.20 Uhr in Badebekleidung auf einer Grünfläche südlich des Parkplatzes an der Hörstener Straße auf. Ein...

Blaulicht

Unfallflucht in Winsen
Polizei sucht Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc

Nach einer Verkehrsunfallflucht im Ilmer Weg bittet die Polizei Winsen um Zeugenhinweise. Eine bislang unbekannte Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc soll durch ihre Fahrweise einen Ausweichvorgang verursacht haben und anschließend weitergefahren sein. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 21. Juli, gegen 17 Uhr im Ilmer Weg. Nach Angaben der Polizei war ein BMW-Fahrer aus Richtung Osttangente unterwegs und passierte einen am Fahrbahnrand abgestellten Opel Adam. Zeitgleich kam ihm ein...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Dieseldiebe schlagen in Hittfeld und Tostedt zu: Rund 1.250 Liter Kraftstoff gestohlen

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag, 20. Juli, auf Dienstag, 21. Juli, auf mehreren Baustellen im Landkreis Harburg große Mengen Diesel aus Baumaschinen gestohlen. Betroffen waren Baustellen in Hittfeld und Tostedt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Auf einer Baustelle im Meyermannsweg in Hittfeld zapften die Täter aus einem Bagger rund 350 Liter Diesel ab. Wie die Täter auf das Baustellengelände gelangten, ist Gegenstand der Ermittlungen.Auch auf...

jd/ig. Stade/Lüneburg. Die Polizei wurde am vergangenen Freitag in den Landkreisen Stade und Lüneburg aktiv, um einen islamistischen Terroranschlag zu vereiteln. Das niedersächsische Innenministerium sprach von "einer akuten terroristischen Anschlagsgefahr", die dank des Polizeieinsatzes gebannt werden konnte. Im Landkreis Stade durchsuchten die Einsatzkräfte eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Drochtersen, zu der sie sich mit Gewalt Zutritt verschafften. Die Beamten hatten die Wohnungstür aufgebrochen.

Der Einsatz in Drochtersen stand im Zusammenhang mit der Festnahme eines 19-Jährigen im Landkreis Lüneburg. Der junge Mann, der am Freitag im Rahmen der Polizeiaktion festgenommen wurde, soll ein mutmaßlicher Islamist sein. Er hatte zuvor in der von der Polizei gestürmten Wohnung in Drochtersen bei seinen Eltern gewohnt und war dann zu seinem Onkel nach Barum im Landkreis Lüneburg gezogen, weil er in der Nähe einen Job angenommen hatte. Er soll an seinem Arbeitsplatz festgenommen worden sein.

Bei den Behörden sollen zuvor laut Polizeiangaben konkrete Hinweise eingegangen sein, dass möglicherweise ein Anschlag geplant sei. In Internet-Chats ging es wohl um Pläne, Attentate auf Polizeidienststellen zu verüben. Die Polizei sprach "von ernstzunehmenden Hinweisen auf unmittelbar bevorstehende schwere Straftaten".

Der festgenommene 19-Jährige - es handelt sich nach WOCHENBLATT-Informationen um einen gebürtigen Tschetschenen - wird von den Sicherheitsbehörden der islamistischen Szene zugerechnet. Er ist dem Amtsgericht Lüneburg vorgeführt worden und befindet sich nun in einem sogenannten Langzeitgewahrsam. Diese Form der Haft ist zur Gefahrenabwehr auf richterlichen Beschluss möglich und kann bis zu 14 Tage andauern.

Bei der Erstürmung der Wohnung in der Drochtersener Grefenstraße waren neben Streifenpolizisten auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos vor Ort. An der Adresse leben noch die Eltern des 19-Jährigen mit dessen Geschwistern. Die Familie soll vor drei Jahren über Georgien nach Deutschland gekommen sein. Einige Mitbewohner aus dem Mehrfamilienhaus hatten den Einsatz mitbekommen, ahnten aber nicht, dass es sich um eine Anti-Terror-Aktion handele. "Ich dachte, das geht um eine Abschiebung", erklärte ein Nachbar gegenüber dem WOCHENBLATT. Nach seinen Angaben habe es bei der Familie häufiger Ärger gegeben. Die Polizei sei öfter vor Ort gewesen.

Von dem Einsatz existiert ein Video auf Facebook. Ein Bewohner aus dem Nachbarhaus hatte davon Szenen gepostet. Auf diesen ist zu sehen, wie sich vermummte Polizisten auf die Wohnung zubewegten. In Drochtersen brodelte kurz darauf die Gerüchteküche: Es war u.a. von einer wilden Schießerei und einer Verfolgungsjagd auf die benachbarte Elbinsel Krautsand die Rede, wo sich die Flüchtigen angeblich auf einem Bauernhof verbarrikadiert hatten.

Nach WOCHENBLATT-Informationen sollen der Onkel sowie der Vater und ein Bruder des 19-Jährigen mit auf die Wache genommen worden sein, um dort zum Teil stundenlang verhört zu werden. Auf WOCHENBLATT-Anfrage erklärte ein Polizeisprecher aus Lüneburg, dass bei den Durchsuchungen in Drochtersen und Barum verschiedene "elektronische Medien" sichergestellt worden seien. Diese werte man nun aus. Ansonsten heißt es seitens der Polizei nur, dass die Ermittlungen weiter andauern. Weitere Einzelheiten wolle man aus taktischen Gründen nicht nennen. Nach Angaben der Polizei soll derzeit kein Bezug zu der kürzlich begangenen Tat in Wien ersichtlich sein.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich zufrieden mit dem raschen Handeln seitens der Sicherheitsbehörden: "Ich bin dankbar, dass diese sehr schnell und konsequent auf aktuelle Erkenntnisse reagiert und alle Maßnahmen getroffen haben, um einen möglichen islamistisch motivierten Anschlag zu verhindern. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier auch den Bundesbehörden." Die Zusammenarbeit auf Bundes- und Landesebene habe gut funktioniert. "Die akute Gefahrenlage ist entschärft."

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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