Blutige Eskalation eines Sorgerechtsstreits
Sechs Tote in Stade: Täter neigte schon vorher zu Gewaltausbrüchen

Tatort Stade: Die Bluttat ereignete sich in der Dankersstraße | Foto: jd
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Altländer Viertel
Großer Polizeieinsatz nach häuslicher Gewalt in Stade

Mutmaßlich häusliche Gewalt hat am Sonntagabend (5. Juli) einen größeren Polizeieinsatz im Altländer Viertel in Stade ausgelöst. Rund 150 Menschen versammelten sich im Verlauf des Einsatzes vor einem Wohnhaus in der Grünendeicher Straße und erschwerten zeitweise die Arbeit von Polizei und Rettungsdienst. Nach Angaben der Polizei wurde der Vorfall gegen 20.25 Uhr gemeldet:  Bei einer  Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar soll der 48-jährige Mann seine 43-jährige Ehefrau mit einem Messer...

Blaulicht
Übersichtsplan | Foto: Feuerwehr Jesteburg
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Erhöhtes Verkehrsaufkommen
Kreiszeltlager in Jesteburg

Das diesjährige Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Landkreis Harburg startet. In diesem Zusammenhang ist auf der K83 in Richtung Lüllau, insbesondere im Bereich des P+R-Parkplatzes, zeitweise mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Diese Verkehrssituation kann bis zum Ende des einwöchigen Zeltlagers und dessen Abbau andauern. Besonders am Anreisetag, Samstag, den 04. Juli 2026, ist ganztägig mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen, da ca. 1700 Teilnehmer erwartet werden. Die offizielle...

Blaulicht
Die Unfallstelle in Stade | Foto: Polizei
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Raub nach Frontalzusammenstoß in Stade
Polizei sucht drei flüchtige Täter

Ein schwerer Verkehrsunfall mit anschließendem Raubüberfall hat sich in der Nacht zu Samstag in der Straße „Am Mühlenteich“ in Stade ereignet. Ein 24-jähriger Stader wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlich gezielt herbeigeführten Zusammenstoßes und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Frontalzusammenstoß kurz vor Mitternacht Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der 24-Jährige kurz vor Mitternacht mit seinem Mercedes auf der Straße „Am Mühlenteich“...

Blaulicht

Polizei Stade in Bremervörde
Schwerpunktkontrolle: E-Scooter-Fahrer im Fokus

Bei einer groß angelegten Schwerpunktkontrolle im Raum Bremervörde hat die Polizei am Dienstag zahlreiche Verstöße im Stadtgebiet festgestellt. Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Stade waren zur Unterstützung vor Ort. Knapp 100 Personen und 52 Fahrzeuge wurden kontrolliert. Im Fokus standen neben der Bekämpfung krimineller Strukturen insbesondere die Verkehrssicherheit und der Einsatz von E-Scootern. E-Scooter besonders häufig auffällig Gerade bei E-Scootern registrierten die Einsatzkräfte...

Blaulicht

39-Jährige schwer verletzt
1,9 Promille: Tesla-Fahrerin verliert auf der A1 die Kontrolle

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A1 ist am Dienstagabend eine 39-jährige Autofahrerin schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei verlor die Frau gegen 22.15 Uhr auf der Richtungsfahrbahn Hamburg vermutlich aufgrund ihrer Alkoholisierung die Kontrolle über ihren Tesla. Auf Höhe der Gemarkung Horstedt kam der Wagen nach rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Rettungskräfte versorgten die Fahrerin zunächst an der Unfallstelle und brachten sie...

Blaulicht
Beschädigter Mercedes-Kombi an der Unfallstelle auf der B73. | Foto: Rolf Hillyer-Funke/Feuerwehren SG Oldendorf-Himmelpforten
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Auffahrunfall auf der B73 bei Mittelsdorf
Lange Staus heute morgen im Berufsverkehr

Ein Auffahrunfall auf der B73 bei Mittelsdorf hat am Freitagmorgen (3. Juli) den Berufsverkehr erheblich beeinträchtigt. Kurz vor der Ampelanlage am Abzweig nach Mittelsdorf kollidierte ein Mercedes-Kombi mit einem verkehrsbedingt haltenden Audi. Ein Autofahrer wurde dabei leicht verletzt. Unfall ereignet sich im morgendlichen Berufsverkehr Nach Angaben der Polizei war der Fahrer eines Audi Avant gegen 7.15 Uhr auf der Bundesstraße 73 in Richtung Stade unterwegs. Aufgrund des Verkehrs musste er...

Blaulicht

Buchholz
Taschendiebe in der Innenstadt unterwegs

Am Donnerstag, 2. Juli, kam es in der Buchholzer Innenstadt zu zwei Taschendiebstählen mit anschließenden weiteren strafrechtlichen Verwendungen. In der Zeit zwischen 14.35 und 14.50 Uhr wurde eine 83-jährige Frau bestohlen, als sie in einem Geschäft an der Breiten Straße einkaufte. Der oder die Täter nahmen unbemerkt das Portemonnaie aus ihrer Jackentasche. Anschließend gelang es ihnen, mit der EC-Karte der Frau rund 1.700 Euro an einem Geldautomaten abzuheben. Gegen 18.15 Uhr wurde einer Frau...

Blaulicht

Nach Raubüberfall auf einen 14-Jährigen
Polizei sucht den couragierten Helfer und weitere Zeugen

Nach einem Raubüberfall auf einen 14-Jährigen in der Stader Bahnhofsunterführung sucht die Polizei einen wichtigen Zeugen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Jugendliche bereits am Sonntag, 14. Juni, gegen 12.30 Uhr von zwei der Polizei bekannten Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren zunächst beleidigt und anschließend geschlagen. Danach nahmen die Beschuldigten ihrem Opfer ein Fahrrad, eine Geldbörse und ein Smartphone ab. Ein bislang unbekannter Zeuge bemerkte den Vorfall und griff...

Blaulicht
Einsatzstelle bei Undeloh: Mit hydraulischem Gerät musste der eingeklemmte Verunfallte aus dem deformierten Fahrzeug befreit werden | Foto: Freiwillige Feuerwehr SG Hanstedt
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Großeinsatz zwischen Undeloh und Sahrendorf
Schwerer Unfall: 19-Jähriger prallt mit VW-Bus gegen Baum

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 27 zwischen Undeloh und Sahrendorf ist am Sonntagabend, 5. Juli, ein 19-jähriger Fahrer schwer verletzt worden. Der junge Mann musste nach einer aufwendigen technischen Rettung mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Nach bisherigen Erkenntnissen war der 19-Jährige mit einem VW-Bus auf der Kreisstraße 27 unterwegs, als das Fahrzeug aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abkam und gegen einen Straßenbaum...

Blaulicht

Autobahn A1
Sperrung zwischen Hamburg-Stillhorn und Hamburg-Harburg an diesem Wochenende

Die Niederlassung Nord der Autobahn GmbH erinnert an die bevorstehende Sperrung der A1 in Fahrtrichtung Bremen zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Stillhorn und Hamburg-Harburg. Die Richtungsfahrbahn Bremen wird von Freitag, 3. Juli, 22 Uhr, bis Montag, 6. Juli , 5 Uhr gesperrt. Die Sperrung ist erforderlich, um vorbereitende Maßnahmen für den Ersatzneubau der Süderelbbrücke durchzuführen. Neben Arbeiten an den Entwässerungsanlagen werden Leitungen verlegt. Außerdem werden Spundwände zur...

Nach Schüssen in einer Stader Wohneinrichtung für junge Mütter mit Kindern gab es am Montag einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. Die Polizei hatte zunächst bestätigt, dass dort fünf Menschen getötet wurden. Eine sechste Person erlag später im Krankenhaus den schweren Verletzungen. Entgegen anderslautenden Meldungen wurden keine weiteren Personen verletzt. Bei den Opfern handelt es sich jeweils um drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover und der Wohneinrichtung. Die Mutter-Kind-Wohngruppe befindet sich in einem Haus an der Stader Dankersstraße. "Bei uns finden werdende Mütter und junge Frauen mit Kind für eine begrenzte Zeit einen neuen Lebensort", heißt es auf der Internetseite der Einrichtung, die sich in privater Trägerschaft befindet.


Mutmaßlicher Täter ist ein 45-Jähriger aus Garbsen bei Hannover

Wie die Polizei am Abend auf einer Pressekonferenz mitteilte, stehen die Todessschüsse im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit. Der mutmaßliche Täter, ein 45-jähriger Mann aus Garbsen (Region Hannover) mit - laut O-Ton Polizei - "türkischen  Wurzeln" soll nach Stade gekommen sein, um bei einem Termin Fragen zum Sorgerecht hinsichtlich seiner drei Monate alten Tochter zu klären. Die 34-jährige Kindsmutter ist mit dem kleinen Mädchen in der Stader Wohneinrichtung untergebracht. Es gibt eine entsprechende Kooperation zwischen dem Jugendamt der Region Hannover und dem privaten Träger der Einrichtung. Die Mutter und das drei Monate alte Baby sowie alle anderen in der Mutter-Kind-Wohngruppe lebenden Frauen und Kinder blieben körperlich unversehrt. 

Vor Ort sind auch ein Pastor als Notfallseelsorger sowie das Kriseninterventionsteam der Johanniter | Foto: jd
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Bei der Polizei kein Unbekannter
Bei dem Termin in Stade hat der mutmaßliche Täter vier weibliche und zwei männliche Personen mit einer Schusswaffe niedergestreckt. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Frauen sowie einen Mann, die als Mitarbeitende der Stader Wohneinrichtung vor Ort waren. Die drei weiteren erschossenen Personen waren Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover. "Die Kolleg*innen in Hannovers Jugendamt stehen unter Schock und wir trauern gemeinsam um die Opfer des Anschlags", erklärt die hannoversche Kinder- und Jugenddezernentin Susanne Blasberg-Bense. Die Beschäftigten im Jugendamt seien tief erschüttert - "weil sie die Opfer teils persönlich kannten, weil sie durch den Anschlag in Stade vor Augen geführt bekommen, welche Gefahr in ihrer alltäglichen Arbeit liegt", so Blasberg-Bense.

Misshandlung von Schutzbefohlenen
Zum Typ und zur Herkunft der Waffe wollten die Ermittler bislang keine Angaben machen. Der Mann besitzt jedenfalls keinen Waffenschein. Wie er sich die Waffe beschaffen konnte, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Der 45-Jährige soll bei der Polizei in Hannover kein Unbekannter sein. Über ihn liegen "polizeiliche Erkenntnisse" u.a. im Bereich der Bedrohung vor. Mit schweren Gewalttaten trat er aber bisher offenbar nicht in Erscheinung. Allerdings läuft im Fall seiner drei Monate alten Tochter ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Hannover. Darüber haben die BILD-Zeitung und der SPIEGEL berichtet. Es soll um die Misshandlung von Schutzbefohlenen -  sprich: dem kleinen Mädchen - gehen. Laut BILD-Bericht soll das damals wenige Wochen alte Baby im April wegen eines Schütteltraumas in der Uniklinik Hannover behandelt worden sein. Später soll der Mann noch das Klinik-Personal bedroht haben.

Streit um das Sorgerecht
In diesem Zusammenhang stand offenbar die Unterbringung von Mutter und Kind in der Stader Wohngruppe. Wie der NDR berichtet, sei das Kind zunächst vom Jugendamt in Obhut genommen worden. Es habe dann zurück zu seiner Mutter gedurft - mit der Auflage, dass beide in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen. Der Sorgerechtsstreit, der schließlich in der Stader Bluttat eskalierte, wurde auch vor Gericht ausgetragen. Es soll dazu zwei Verhandlungstermine am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge gegeben haben. Im Rahmen des Sorgerechtsverfahrens sollte es am Montag in Stade ein sogenanntes "Hilfeplangespräch" geben, wie die Region Hannover mitteilte. Ein solcher amtlicher Termin wird vom Jugendamt anberaumt, um zu klären, inwieweit Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder seitens der Behörden unterstützt werden können. 

Mehrere Notrufe gingen ein
Die Schüsse fielen am Montagmittag. Laut Polizei gingen gegen 12 Uhr mehrere Notrufe aus der Dankersstraße ein. Ein Anwohner berichtete dem WOCHENBLATT, gegen 12.15 Uhr mehrere Schüsse gehört zu haben. Sofort rückten Polizeifahrzeuge aus. Kurz darauf wurde der Bereich weiträumig abgesperrt. Nachdem das Ausmaß der Bluttat deutlich wurde, forderte man Verstärkung aus den benachbarten Landkreise und offenbar auch Spezialkräfte an. Genaue Zahlen zu den Einsatzkräften wollte die Polizei nicht nennen. Es wurde lediglich bestätigt, dass es sich um eine Zahl um dreistelligen Bereich gehandelt hat.

Über die ersten Ermittlungsergebnisse berichtete die Polizei auf einer Pressekonferenz am Montagabend:

Pressekonferenz nach sechsfachem Tötungsdelikt in Stade: Polizei geht von Beziehungstat aus

Wagen auf der B73 gestoppt
Der mutmaßliche Täter flüchtete mit einem Pkw, der von einer 65-jährigen Frau gelenkt wurde. Die Frau soll nach Polizeiangaben einen Bezug zur Familie des Täters haben. Auf das Fluchtauto wurde mehrfach geschossen. Ob die ersten Schüsse bereits in der Dankersstraße fielen, blieb zunächst offen. Die Flucht erfolgte zunächst  in Richtung der Stader Ortschaft Haddorf zur B73. Dabei waren Polizeiwagen den Flüchtenden dicht auf den Fersen. In einem Video ist zu sehen, wie der Wagen schließlich mit kaputten - wahrscheinlich zerschossenen -  Reifen stoppte vor einer Straßensperre der Polizei und die beiden Insassen von den Beamten überwältigt wurden. Gestellt wurde der 45-jährige mit seiner Fahrerin auf der B73 kurz hinter einer Bushaltestelle an der Abzweigung nach Haddorf (siehe Karte). Die Fahrstrecke zwischen dem Tatort und dem Ort der Festnahme beträgt genau fünf Kilometer, was einer Fahrzeit von rund zehn Minuten entspricht.

Polizistinnen aus der Betreuungsgruppe erörtern offenbar mit Landkreis-Mitarbeitern die Lage | Foto: jd
  • Polizistinnen aus der Betreuungsgruppe erörtern offenbar mit Landkreis-Mitarbeitern die Lage
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Das drei Monate alte Baby wurde vom Jugendamt in Obhut genommen. Die Mutter befand sich am Abend noch in Polizeigewahrsam. Sie ist aufgrund der Umstände der Tat aktuell auf eine dauerhafte Betreuung angewiesen und muss entsprechend geschützt werden. Die anderen Mütter aus der Wohngruppe sind mit ihren Kindern jetzt provisorisch in einer anderen Wohneinrichtung in Stade untergebracht worden. Ein Streifenwagen und weitere Polizeikräfte befinden sich vor Ort - offenbar, um die Einrichtung zu bewachen. 

Tatort Stade: Die Bluttat ereignete sich in der Dankersstraße | Foto: jd
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Derzeit bereitet die Polizei die Einrichtung einer Mordkommission (MoKo) vor. Die Ermittlungen werden aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens in Kürze von dieser übernommen. Die Ermittlerinnen und Ermittler werten unter anderem aktuell die eingehenden Hinweise aus der Bevölkerung über das eingerichtete Hinweisportal aus.

Die Polizei bittet weiterhin um Unterstützung der Ermittlungen. Insbesondere Bild- und Videomaterial, das im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen könnte, wird für die Ermittlungen benötigt und kann über das Hinweisportal hochgeladen werden. Jeder Hinweis wird geprüft und kann für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein. Unter nds.hinweisportal.de/toetungsdelikt-stade können Zeuginnen und Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittlerinnen und Ermittler übersenden.

Mordkommission ermittelt - Weiter Zeugen gesucht - Täter flüchtig - Streifendienst verstärkt
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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