Virtual Reality macht es möglich
Auf Zeitreise in das Stade von 1620

Auf dem virtuellen Rundgang bekommen Besucher einen Eindruck davon, wie Stade früher aussah  Grafik: HCU Hamburg
  • Auf dem virtuellen Rundgang bekommen Besucher einen Eindruck davon, wie Stade früher aussah Grafik: HCU Hamburg
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Auf eine Zeitreise können sich bald die Besucher des Stader Schwedenspeicher-Museums begeben: Mit Hilfe modernster Computertechnik reisen sie 300 Jahre zurück und tauchen in das Stade von 1620 ein. Möglich wird dieses Erlebnis durch eine sogenannte Virtual Reality Brille (VR-Brille). Wer sich die Brille aufsetzt, kann durch die engen Gassen der Altstadt schreiten und sich ein realitätsnahes Bild davon machen, wie die Hansestadt zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs aussah. Noch feilen die Programmierer an dem virtuellen Rundgang. Was der Hamburger Professor Thomas Kersten aber jetzt im Kulturausschuss vorgestellt hat, sieht schon sehr vielversprechend aus.

Der Professor der "Hamburger HafenCity Universität" (HCU) hat das historische Stade zum digitalen Leben erweckt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Walmsley entwickelte der gelernte Vermessungsingenieur und Experte für Fotoscanning ein computergesteuertes 3-D-Modell von der Stader Innenstadt, durch das sich der Betrachter mittels der VR-Brille bewegen kann. Die Steuerung erfolgt durch Controller, die man in den Händen hält. Der Zeitreisende hält sich in einem leeren kleinen Raum auf, in dem er sich mit seiner aufgesetzten VR-Brille frei bewegen kann. Per Infrarot-Laser werden alle Bewegungen verfolgt und über die Software auf die Brille übertragen.

Als Grundlage für die dreidimensionale Rekonstruktion des früheren Stade diente den Wissenschaftlern das historische Stadtmodell, das sich im alten Rathaus befindet. Auf dem Modell im Maßstab 1:550 sind noch die alten Befestigungsanlagen und Gebäude zu sehen, die heute nicht mehr existieren. Hier mussten die Entwickler auf Spurensuche gehen. "Es galt herauszufinden, welches Haus wo stand und wie es ausgesehen hat", so Kersten.

Viele historische Bauwerke haben aber die Zeiten überdauert. Damit sie in der virtuellen Welt täuschend echt wirken, wurden die Gebäude fotografiert. Die Aufnahmen sind dann in das Grundraster des Stadtmodells eingepasst worden. Zur Umsetzung am Computer diene eine sogenannte "Game Engine", also eine Software, die auch zum Programmieren von Computerspielen verwendet werde, erläuterte der Professor.
Das Programm habe für das virtuelle Stade 20,7 Millionen Punkte berechnet, so Kersten. Insgesamt seien 974 Stadthäuser erschaffen worden - dazu Stadtmauern, Brücken, Hafenkräne und natürlich auch Kirchen sowie das Rathaus. "Das waren zunächst Klötzchenbauten, die feinen Details wurden dann mittels einer Spezialsoftware hinzugefügt, die auch bei Hollywood-Produktionen verwendet wird."

Laut Kersten betragen die Entwicklungskosten rund 25.000 Euro. Den größten Anteil trägt die Stadt Stade als künftiger Nutzer. Sie zahlt 15.000 Euro. Solch ein virtueller Rundgang ist nach Ansicht von Kersten eine kostengünstige Möglichkeit, ein interessantes Zusatzangebot für ein Museum zu schaffen. Die Programmierung sei zwar zeitaufwändig, aber lohne sich, findet Stades Kulturchef Dr. Andreas Schäfer: "Dieses interaktive Erlebnis macht einen Museumsbesuch noch interessanter."

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