Einsätze der DLRG Stade reichten von der Leichenbergung bis zur Großrettung aus Seenot
Bis heute kein "Danke"

Das DLRG-Team wirkte aktiv bei der Bergung des Lotsenschoners mit
  • Das DLRG-Team wirkte aktiv bei der Bergung des Lotsenschoners mit
  • Foto: DLRG
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

sb. Stade. Insgesamt 14.645 Stunden ehrenamtlichen Dienst leistete die DLRG-Ortsgruppe Stade im Jahr 2019. Das teilte der erste Vorsitzende Christian Schaarschmidt auf der Jahreshauptvesammlung Anfang März im Rathaus mit.

Zu den traurigen Aufgaben der Ortsgruppe gehörten Leichenbergungen wie z.B. die eines Landwirts aus Grafel, der in einem See ertrunken war, das Auffinden einer leblosen Person auf der anderen Elbseite bei Kollmar sowie die Bergung eines Leichnams nach einer vermutlich selbst herbeigeführten Explosion aus der Elbe bei Abbenfleth. Erfreulicher seien da für die Ehrenamtlichen die erfolgreichen Personenrettungen. So musste die Ortsgruppe mehrere Male Notfallpatienten von Kreuzfahrtschiffen holen. Vom Kleinkind bis zum Senior und vom Rippenbruch bis zum Herzinfarkt reichte hier das Spektrum der Notfälle.

Den größten Einsatz hatte die Ortsgruppe im Juni, als der Lotsenschoner "No. 5 Elbe" nach einem Zusammenstoß in der Fahrrinne mit 43 Menschen an Bord zu sinken drohte. Das DLRG-Boot "Kiek Ut" nahm den Segler damals sofort in Schlepp und brachte ihn in die Schwingemündung, wo er dann letztlich trotz aller Bemühungen sank. "Ein Sinken in der Fahrrinne hätte wahrscheinlich zum Komplettverlust des Traditionsseglers geführt", so Schaarschmidt. "Viel fraglicher wäre es jedoch gewesen, ob dann tatsächlich alle 43 Passagiere hätten gerettet werden können. Denn entgegen erster Behauptungen aus Kreisen der Crew bzw. Besatzung hat nämlich kaum ein Passagier eine Schwimmweste getragen, wie ein im Nachhinein veröffentlichtes Video beweist." Selbiges Video zeige, dass die Mannschaft einen Kursbefehl falsch ausgeführt und Backbord mit Steuerbord verwechselt habe. Angesichts solcher Mängel sei es ein Glück gewesen, dass alle 43 das Unglück lebend überstanden hätten, so Schaarschmidt. Umso mehr Unverständnis zeigte der erste Vorsitzende für das sich anschließende Hin und Her mit der Versicherung und dem Eigner des Schoners. Ein ewiges Gezerre um die Einsatzgebühren habe begonnen und ein Dankeschön der Stiftung Hamburg Maritim für die Rettung der 43 Menschen habe es bis heute nicht gegeben. Dabei stellte Schaarschmidt klar: "Lebensrettungen sind umsonst, nicht aber der sich anschließende Einsatz des Materials und Personals."

Für die Ehrenamtlichen kaum noch zu bewältigen seien die enormen bürokratischen Verpflichtungen. Zudem gäbe es bei der DLRG-Ortsgruppe Stade einen enormen Investitionsstau, der durch Spenden, Mitgliedsbeiträgen sowie Kurs- und Einsatzgebühren nicht zu stemmen sei. Dringend benötigt werden laut Schaarschmidt ein neues Rettungsboot, eine neue Unterkunft und ein neues Mannschaftsfahrzeug. Hintergrund: Das alte Motorrettungsboot "Good Will" ist inzwischen mehr als 30 Jahre alt und hat neben etlichen Alterserscheinungen diverse Schäden am Rumpf. Eine neue Unterkunft sei zwar in Sicht, hier ist die DLRG jedoch weiterhin Mieter und nicht Eigentümer und es wird immense Kosten bei der Ausstattung der neuen Räume geben. Und auch der Mercedes Vito ist in die Jahre gekommen und muss auf lange Sicht ersetzt werden.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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