Damit es besser läuft

Fred Carl blickt positiv in die Zukunft der Wasserversorgung Foto: jd/Archiv
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Trinkwasserverband wappnet sich gegen künftige Versorgungsausfälle / Engpässe aber jederzeit wieder möglich

jab/tk. Landkreis. Gefühlt hat der zurückliegende Sommer ewig gedauert. Zur Freude über perfektes Freibadwetter und laue Sommerabende gesellte sich aber ein Problem: extreme Trockenheit. Der Trinkwasserverband Stader Land war angesichts der langen "Heißzeit" auf die Notbremse getreten und hatte ein Bewässerungsverbot ausgesprochen. Autowaschen und Planschbecken füllen waren verboten. Wird sich das wiederholen? Oder hat der Trinkwasserverband aus den Erfahrungen von 2018 gelernt und neue Strategien entwickelt? Verbandschef Fred Carl stand Horneburger Politikern Rede und Antwort.

"Wir sind jetzt besser vorbereitet", sagt der Geschäftsführer des Trinkwasserverbands Stader Land auf die Frage, was in Zukunft gegen Engpässe in der Wasserversorung unternommen wird. Man könne solche Vorfälle wie den im Mai 2018 nie zu 100 Prozent ausschließen, betont er vor dem Ausschuss Bauen und Umwelt in Horneburg. "Aber wir tun unser Bestes, um erneute Ausfälle zu verhindern."

Ein nahezu kompletter Ausfall in der Trinkwasserversorgung in vielen Gebieten im Landkreis Stade sorgte am Samstag, 26. Mai 2018, bei den Bewohnern für Ärger. Bereits Tage zuvor beschwerten sich Bürger beim Trinkwasserverband Stader Land über zu geringen Wasserdruck - vor allem in den Abendstunden. Die anfänglich noch besänftigenden Reaktionen gegenüber Bürgern, die sich beim Trinkwasserverband über zu niedrigen Druck beschwerten, nannte er eine "Nutzungseinschränkung light". Der Verband habe darauf hingewiesen, dass das Problem vor allem in den Abendstunden auftrete und die Kunden die Wasserentnahme in dieser Zeit vermeiden sollten. Am Ende sei das Bewässerungsverbot jedoch unumgänglich gewesen.

"Die Verbrauchsspitzen nehmen seit Jahren immer mehr zu", so Carl. Er mache dafür vor allem die vielen Neubaugebiete verantwortlich, in denen oftmals Familien mit zwei Berufstätigen lebten und alle haushaltsüblichen Tätigkeiten, wie beispielsweise Wäsche waschen und duschen, auf den Abend fallen. Dazu komme der ebenfalls seit Jahren steigende Wasserverbrauch im Allgemeinen. Dennoch hätten Messungen in den vom Druckabfall betroffenen Gebieten zu der Zeit keinen deutlich zu niedrigen, bzw. besorgniserregenden Druck ergeben, meint der Geschäftsführer.

Um die genauen Ursachen der verschlechterten Versorgungssituation festzustellen, wurden differenzierte Messungen durchgeführt. Dabei kam heraus, dass auch die Wasserentnahme durch die Industrie extrem zugenommen hatte. Eventuell habe man das Wasser dort zur Kühlung verwendet. Dass sei aber reine Spekulation, sagt Carl. Aber auch dieser extreme Verbrauch sei ein weiterer Faktor, der die Versorgungssituation beeinflusst habe, meint er.

Zudem sei das Kollabieren des Versorgungsnetzes auch durch die Störung einer Druckerhöhungsstation begünstigt worden. Dadurch wurde die Fließgeschwindigkeit des Wassers zusätzlich enorm abgesenkt. Der Störfall dauerte dabei rund dreieinhalb Stunden, in denen der Druck nur bei 0,5 Bar statt wie üblich bei durchschnittlich zwei Bar lag. Dabei seien die Auswirkungen bei diesem Ausfall noch verhältnismäßig gering. Laut Carl hätte ein Wasserrohrbruch zum Vergleich wesentlich länger die Wasserversorgung unterbrochen. "Technische Störungen könnten nie ganz verhindert werden." Fred Carl räumte rückblickend auch Fehler ein: "Bereits Tage zuvor waren die extremen Verbrauchsspitzen erkennbar. Wir hätten eher reagieren und Nutzungseinschränkungen verhängen müssen."

Laut Fred Carl kommen solche extremen Sommer wie der in 2018 aber nur alle 25 Jahre vor, zuletzt 1994, daher gehe er nicht davon aus, dass solche Versorgungsengpässe sich in Zukunft häufen werden. Dennoch hat der Trinkwasserverband ein Krisenmanagement eingerichtet, damit solche Ereignisse zukünftig früher erkannt und Nutzungseinschränkungen schon eher verhängt werden können. Außerdem muss das Netz, besonders in den Neubaugebieten, verstärkt werden. Zusätzlich wird das Leitungsnetz dort, wo es dringend notwendig ist oder Straßen ohnehin saniert werden, nach und nach erneuert, was die Gesamtsituation nochmals verbessern wird.

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