Landschaftsschutzgebiet „Schwingetal“
Elf Pferde helfen beim Naturschutz
- hochgeladen von Saskia Corleis
Im Stader Schwingetal setzen Naturschützer seit diesem Frühjahr auf ungewöhnliche Helfer: Elf Pferde sollen dort helfen, ein zunehmendes Problem auf den Grünlandflächen in den Griff zu bekommen. Zehn Islandstuten im Alter von zwei bis vier Jahren sowie eine Holsteiner Stute grasen derzeit auf einer ausgewählten Fläche des Landschaftsschutzgebietes. Ihr Auftrag: die sogenannte Rasen-Schmiele zurückdrängen – ein hartes, zähes Gras, das von Rindern kaum gefressen wird und sich deshalb immer weiter ausbreitet.
Für die wertvollen Wiesen im Schwingetal stellt das „Schneid-Gras“ zunehmend ein Problem dar. Die Pflanze verdrängt andere Arten und verschlechtert langfristig die Qualität der Flächen. Besonders für seltene Wiesenvögel wie Großer Brachvogel oder Braunkehlchen gehen dadurch wichtige Lebensräume verloren. Da die Flächen Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks sind, kommen klassische Pflegemaßnahmen wie Mulchen oder intensives Mähen dort kaum infrage. Die Ökologische Station Stade (ÖSS) suchte deshalb gemeinsam mit der Stadt Stade, der Unteren Naturschutzbehörde und weiteren Beteiligten nach einer naturnahen Alternative.
Die Lösung kommt nun auf vier Hufen daher. Islandpferde gelten als robust und sind an nährstoffarme Weiden angepasst. Zudem benötigen sie faserreiches Futter – genau das, was die Rasen-Schmiele bietet. Pferdebesitzerin Jenny Cohrs aus Jesteburg stellte die Tiere für das Projekt zur Verfügung. Betreut wird der Einsatz von Projektleiterin Janina Heins von der Ökologischen Station Stade. Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen ersten Probelauf gegeben: Damals grasten die Pferde 19 Tage lang auf den Flächen – mit positivem Ergebnis. Nun bleiben die Tiere jeweils vier Wochen auf der Weide, anschließend erhält die Fläche eine Pause und wird nachgemäht, bevor die Pferde erneut zum Einsatz kommen.
Das Beweidungsprojekt im Schwingetal ist dabei nur ein Baustein eines umfassenderen Pflegekonzepts. Parallel werden auf weiteren Flurstücken auch andere Bewirtschaftungsformen erprobt, darunter eine Intensivmahd mit bis zu drei Schnittterminen pro Jahr. Ziel ist es, die Artenvielfalt langfristig zu sichern und zu fördern sowie eine artenreiche Flachlandmähwiese als idealen Lebensraum zu entwickeln. Dabei soll insbesondere die Entwicklung von Kräutern und Blühpflanzen unterstützt werden. Die gesamte Projektfläche umfasst 4,94 Hektar, von denen die Pferde aktuell auf drei Teilflächen mit insgesamt 2,1 Hektar eingesetzt werden.
Die Flächen sowie den Zustand der Tiere kontrolliert Heins täglich. Dabei achtet sie sowohl auf die Gesundheit der Pferde als auch auf die Funktionsfähigkeit der Zäune und die allgemeine Entwicklung der Vegetation. Für die Tiere selbst steht auf der Weide ein großes Schutzzelt bereit, das ihnen Schutz vor Regen, Sturm, Sonne und Insekten bietet und so für zusätzliche Sicherheit während des mehrwöchigen Einsatzes sorgt.
Das Förderprojekt läuft zunächst bis Ende 2027. Langfristig hoffen die Beteiligten jedoch auf eine dauerhafte Fortsetzung.
Redakteur:Saskia Corleis |
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