Auf Spurensuche nach den eigenen Wurzeln
Familienforschung ist spannende Detektivarbeit

Rudolf Kröncke betreibt seit acht Jahren Familienforschung
7Bilder
  • Rudolf Kröncke betreibt seit acht Jahren Familienforschung
  • Foto: sb
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

(sb). "Es ist wie eine Sucht", sagt Rudolf Kröncke (73). Mit Block und Bleistift sitzt er im Leseraum des Niedersächsischen Landesarchivs in Stade und studiert alte Steuerrollen. Kröncke ist auf der Suche nach seinen familiären Wurzeln und betreibt seit rund acht Jahren Ahnenforschung. "Als meine Mutter starb, wurde mir bewusst, dass ich der Letzte meiner Linie bin, denn ich bin nicht verheiratet und habe keine Kinder", sagt der ehemalige Bäckermeister und Reisebusfahrer aus der Wingst. "Also habe ich mich an den Geschichts- und Heimatverein Hechthausen gewandt und mit der Spurensuche begonnen."

Seine Familienforschung geht inzwischen bis ins Jahr 1750 zurück. Dabei hat er viel Spannendes entdeckt. "Meine Vorfahren waren Zimmerer und Tischler, Gastwirte und Viehhändler", erzählt er. Unter anderem hat er sogar ein Wohnhaus seiner Ahnen besucht, das heute noch an der Oste steht.

Entfernte Verwandte kennengelernt

Auch Bekanntschaften hat Rudolf Kröncke über sein Hobby geschlossen. "Eines Tages rief mich ein Bernd Heinsohn aus Kaltenkirchen an", erzählt er. "Der war bei seiner Ahnenforschung auf der Suche nach einer Familie Golsch aus Hechthausen gestoßen. Meine Urgroßmutter war eine geborene Golsch, die einen Kröncke heiratete." Die beiden Familienforscher fanden so heraus, dass sie nicht nur ganz entfernt miteinander verwandt sind, sondern konnten sich auch gegenseitig mit vielen Informationen zu ihren Ahnen weiterhelfen. "Inzwischen treffen wir uns regelmäßig", freut sich Rudolf Kröncke.

"Sich gegenseitig helfen, wird bei der Familienforschung großgeschrieben", sagt Thomas Fenner. Der Diplom-Bibliothekar ist ein Fachmann für Ahnenforschung. U.a. gibt er dazu Kurse an der Volkshochschule und leitet eine Arbeitsgemeinschaft beim Stader Geschichts- und Heimatverein. Einmal im Monat lädt er Interessierte ins Niedersächsische Landesarchiv in Stade ein, hält Vorträge und gibt Tipps. "Familienforschung ist ein beliebtes Hobby, das dank des Internets inzwischen auch Jüngere begeistert", erzählt er. In der heutigen schnelllebigen Zeit seien viele auf der Suche nach ihrer Herkunft und ein wenig Bodenständigkeit. "Zudem ist Ahnenforschung spannende Detektivarbeit", so Fenner.

Als ersten Schritt empfiehlt er, noch lebende Verwandte zu interviewen. "Fragen Sie nach Namen, Geburts- und Wohnorten, Berufen, aber auch nach Dokumenten von der Heiratsurkunde bis zur alten Feldpost", sagt Fenner. "Auch kuriose Familiengeschichten können bei späteren Nachforschungen hilfreich sein." Ganz wichtig ist auch die Konfession. "Sie können in einem katholischen Kirchenbuch lange vergeblich nach einem Vorfahren suchen, wenn er in Wahrheit evangelisch war", erklärt der Bibliothekar.

Spurensuche im Landesarchiv

Will man immer weiter zurückgehen, helfen alte Kirchen- und Standesamtbücher, Steuerlisten oder Kaufverträge. Aus der Region sind diese häufig im Niedersächsischen Landesarchiv zu finden, einige Kommunen haben zudem eigene Archive, z.B. das Altländer Archiv in Jork. Führt der Stammbaum in andere Regionen, muss man nicht dorthin reisen, um weiter zu forschen. "Viele Archive und auch einige Kirchengemeinden bearbeiten Anfragen zur Familienforschung. Das kann allerdings dauern", sagt Fenner. Wer die Zeit hat, kann sich natürlich auf der Suche nach seinen Vorfahren auch selbst auf Reisen begeben. Gut ist es auf jeden Fall, für das Aktenstudium die alte deutsche Schreibschrift zu beherrschen, die vor der Sütterlinschrift üblich war. "Dazu gebe ich auch Kurse an der Volkshochschule", sagt der Fachmann.
Auch Internetarchive und -foren bieten oft nützliche Informationen. Für die Archivierung aller gesammelten Daten empfiehlt Thomas Fenner spezielle Computerprogramme. "Da gibt es gute Versionen kostenlos im Internet", sagt er. "Mit ihnen lassen sich Daten speichern sowie Fotos und Dokumente hochladen und hinterlegen."

Rudolf Kröncke aus der Wingst verwendet für seine Familienforschung allerdings keinen Computer. "Ich habe gar keinen", verrät er, "deshalb mache ich mir von allen wichtigen Unterlagen Kopien und arbeite nur mit Papier." Für eine grafische Darstellung seines Stammbaums legt er mehrere DIN-A3-Blätter nebeneinander. Insgesamt füllen seine Akten ein ganzes Zimmer. "Platz nehmen kann da keiner", sagt Kröncke schmunzelnd. "Ich nutze jedes Möbel und jeden Stuhl als Ablage für meine Unterlagen."

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

Panorama
Stramme Waden und äußerst fesche Dirndl: Die WOCHENBLATT-Leser zeigen, dass auch Norddeutsche im zünftigen Oktoberfest-Outfit eine sehr gute Figur machen. Zudem so originell wie dieses „O' zapft is!“-Foto
30 Bilder

Schöner geht es kaum
Das sind die Gewinner der Foto-Aktion im WOCHENBLATT: Zeigt uns eure Waden!

(tw). Was für eine überwältigende Resonanz: Sie, liebe WOCHENBLATT-Leser, haben uns wirklich sehr schöne Fotos von ihren "Wadln" geschickt und sind oftmals sogar extra in Dirndl und Krachlederne geschlüpft. Dies machte die Entscheidung so schwer, dass das WOCHENBLATT-Redaktionsteam den Lostopf aktivierte und die Gewinner daraus zog. Die drei zünftigen Oktoberfestpakete für je drei bis fünf Personen erhalten - - im Landkreis Harburg:  Uwe Kugel aus Buchholz, Maike Häcker aus Holm-Seppensen...

Panorama
"Inspirierender Abend": Auch Empore-Chef Onne Hennecke (li.) war beeindruckt vom Gastspiel des Filmproduzenten, Autors und TV-Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt
3 Bilder

Interview mit dem Filmproduzenten, Autor und TV-Moderator
Hubertus Meyer-Burckhardt las in Buchholz aus neuem Buch

ce. Buchholz. "Seine NDR-Talkshow ist eine TV-Instanz wie die Tagesschau und der 'Tatort'": So fulminant kündigte Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore, Hubertus Meyer-Burckhardt (64) an, als der dort am Mittwoch aus seinem neuen Buch "Diese ganze Scheiße mit der Zeit - Meine Entdeckung des Jetzt" (ISBN 978-3-8338-7037-8) las. Es war die erste Veranstaltung in der Empore nach halbjähriger Corona-Pause vor - wenn auch reduziertem - Publikum. Eine bei...

Politik
Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft

Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Blaulicht

zehn tage Bauarbeiten
A7 im Horster Dreieck wird in Richtung Hamburg gesperrt

(ts/ce). Wegen Fahrbahnerneuerungsarbeiten wird die A7 im Bereich des Horster Dreiecks in Richtung Hamburg von Montag, 21. September, 7 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt das Landesstraßenbauamt mit. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Autobahnnetzes: Der Kraftfahrzeugverkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten ab dem Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Bremen bzw. auf die Autobahn 39 und anschließend auf...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen