Altländer Bauernhaus auf der Insel
Fördergelder für das Freilichtmuseum: Stader Schmuckstück wird saniert

Ein imposantes Gebäude: das Altländer Bauernhaus im Stader Freilichtmuseum | Foto: tp
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Im Freilichtmuseum auf der Insel in Stade steht eine umfangreiche Sanierung an: Das historische Altländer Bauernhaus soll für rund 200.000 Euro instand gesetzt werden. Möglich wird das Vorhaben vor allem durch Fördermittel – unter anderem aus Berlin.

Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert
„Das Altländer Bauernhaus ist schon etwas Besonderes“, sagt Dr. Sebastian Möllers, Leiter der Stader Museen. Schließlich wurde das Gebäude nicht nur umgesetzt, sondern damals mitsamt seiner Einrichtung nach Stade gebracht. Das historische Marschbauernhaus stammt ursprünglich aus Huttfleth im Alten Land und wurde 1733 errichtet. Der Stader Geschichts- und Heimatverein kaufte das Gebäude und ließ es 1914 auf der heutigen Museumsinsel wieder aufbauen.

Fachleute überprüften die Bausubstanz
Die Fachleute des sogenannten Monumentendienstes hatten das Gebäude bereits 2014 aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums seines Wiederaufbaus untersucht und auf bauliche Schäden geprüft.  Doch für die notwendigen Arbeiten fehlten dem Stader Geschichts- und Heimatverein als Eigentümer die finanziellen Mittel. Inzwischen hat sich die Situation verändert. Die Verantwortung für das Freilichtmuseum liegt heute beim Museumsverein Stade, dem neben dem Geschichts- und Heimatverein auch die Hansestadt Stade und der Landkreis Stade angehören. Im August 2025 wurde der Monumentendienst erneut beauftragt. Das  Gutachten aus dem Jahr 2014 sollte aktualisiert und ein konkreter Maßnahmenkatalog erstellt werden.

Problematischer Farbanstrich
Dabei zeigte sich schnell, dass an mehreren Stellen Handlungsbedarf besteht. „Klar war, dass das Reetdach undichte Stellen aufweist und ausgebessert werden muss“, erklärt Möllers. Außerdem müsse die gesamte Farbe von den Fachwerkbalken entfernt werden. Der weiße Anstrich stamme vermutlich aus den 1980er Jahren und sei problematisch, weil die Farbe Kunststoff enthalte. „Die Farbe war ungeeignet, weil das Holz darunter nicht atmen kann“, sagt der Museumsleiter. Zusätzlich sei ein leichter Holzbockbefall festgestellt worden.

Statt die einzelnen Schäden nach und nach zu beheben, soll nun ein umfassendes Sanierungspaket umgesetzt werden. „Es gibt mehrere Sachen, die zu erledigen sind. Das haben wir jetzt zu einer Art Instandsetzungspaket zusammengeschnürt“, so Möllers. Ziel sei es, alle notwendigen Arbeiten gebündelt anzugehen. „Wir wollen jetzt einmal alles insgesamt anpacken und nicht nach und nach herumwerkeln. Das soll jetzt auf einen Schlag erledigt werden.“

Finanzierung durch Fördergelder
Ein Großteil der Sanierungskosten wird durch Fördermittel gedeckt. Aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes fließen 90.000 Euro nach Stade. Auch die Bingo-Stiftung hat einen Förderantrag bewilligt. Über weitere Zuschüsse von Stadt und Landkreis müssen die politischen Gremien noch entscheiden. Der Museumsverein selbst muss dank der Zuschüsse nur einen vergleichsweise kleinen Anteil tragen.

Für den Zuschuss des Bundes hat sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel starkgemacht. Sie begrüßt die Förderung aus Berlin: „Das Altländer Haus ist ein echtes Schmuckstück und ein Stück Identität unserer Heimat. Es gehört zu den ältesten Freilichtmuseen seiner Art in Deutschland. Mit der Lockermachung der Gelder können nun endlich wichtige Sanierungsarbeiten in Angriff genommen werden, um das Gebäude langfristig zu erhalten.“

Arbeiten sollen Mitte April beginnen
Geplant ist, dass die Vorbereitungen für die Arbeiten schon in den kommenden Wochen beginnen. Ab Mitte April soll es tichtig losgehen mit der Sanierungsmaßnahme. Besucher müssen sich zwar auf Einschränkungen einstellen, doch geschlossen wird das Gelände nicht. „Trotz der Sanierungsarbeiten soll das Freilichtmuseum auch in dieser Sommersaison geöffnet werden“, sagt Möllers. Die Arbeiten sollen sogar Teil der Ausstellung werden. Es ist geplant, Infotafeln aufzustellen - mit Erläuterungen, wie ein denkmalgeschütztes Gebäude fachgerecht saniert wird. Besucher können so direkt vor Ort verfolgen, wie ein fast 300 Jahre altes Bauernhaus Stück für Stück für die Zukunft gesichert wird.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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