Krebsberatung Stade zieht in neue Räume / Rotary Club spendet für Einrichtung
Geld kommt genau richtig zum Umzug

Prof. Dr. Benno Stinner (v.li.) und Silvia Nieber nehmen den Spendenscheck von Dr. Hans-Eckard Dannenberg und Dr. Thomas Bardelle entgegen
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jd. Stade. Dieses Geld kann die Krebsberatung Stade für ihren Umzug gerade gut gebrauchen: Der Rotary Club bedachte die Beratungseinrichtung mit einer 1.000-Euro-Spende. "Den Betrag verwenden wir für neues Mobiliar", sagt die Vorsitzende des Trägervereins, Stades frühere Bürgermeisterin Silvia Nieber. Ende März wird die Beratungsstelle die neuen Räumlichkeiten in der Gartenstraße 2 beziehen. Der Umzug sei erforderlich geworden, um die Arbeit der Krebsberatung noch professioneller zu gestalten, berichteten Nieber und ihr Stellvertreter Prof. Dr. Benno Stinner den beiden Übergebern des Spendenschecks, dem Rotarier-Präsidenten Dr. Hans-Eckhard Dannenberg und dem Club-Sekretär Dr. Thomas Bardelle.

"Wir haben bestimmte Anforderungen an die Größe und Ausstattung der Beratungsräume zu erfüllen, damit wir Förderanträge stellen können", berichtet Nieber. Das Geld ist tatsächlich das große Problem der Einrichtung, die ein breit gefächertes Beratungsangebot für Krebspatienten während und nach der Behandlung sowie deren Angehörige bereithält.

"Vielleicht nehmen sich ja andere Organisationen oder auch Firmen die Spende der Rotarier zum Vorbild und unterstützen unsere Tätigkeit mit einer Spende", hofft Nieber. Und Dannenberg ergänzt: "Es wäre toll, wenn wir hier ein Signal setzen. Wie wichtig die Arbeit der Krebsberatung ist, kann nicht oft genug betont werden."
Das kostenfreie Beratungsangebot, das als Ergänzung zur medizinischen Therapie gedacht ist, können Betroffene zu allen Fragen wahrnehmen, die sich um die Folgen einer Tumorerkrankung drehen. Da geht es einmal um ganz konkrete Themen wie Rentenanträge, Kuren, Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation sowie die Beantragung finanzieller Hilfen. Neben diesen sozialen Aspekten liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der psycho-onkologischen Beratung.

Noch vor 20 Jahren habe es solche Hilfsangebote in Deutschland kaum gegeben, erläutert Professor Stinner, der als Leiter des Darmzentrums Elbe-Weser an den Elbe Kliniken selbst häufig Darmkrebspatienten behandelt. Erst danach habe sich bei den politisch Verantwortlichen die Erkenntnis durchgesetzt, dass psychologische Hilfen ein elementarer Bestandteil einer Krebsberatung sind.

"Gerade in dieser Hinsicht leistet die Beratungsstelle hervorragende Arbeit", so Stinner. So werde bei der Hancken-Klinik nahezu jeder Patient von einer der sieben Mitarbeiterinnen des Teams aufgesucht. Inwieweit dieses niedrigschwellige Angebot genutzt werde, könne natürlich jeder selbst entscheiden. Laut Nieber sind es zu 80 bis 90 Prozent Frauen, die eine onko-psychologische Beratung wahrnehmen.

Den geringen Männeranteil erklärt Stinner mit deren Befindlichkeit: "Männer betrachten es oft als persönliche Schwäche, über psychische Probleme zu reden." Daher würden gerade mal zehn bis 15 Prozent der wegen Prostatakrebs behandelten Männer zur Krebsberatung gehen. "Sie lassen ihren Körper reparieren und kehren zurück ins normale Leben." Die Seele bleibe auf der Strecke. Aber auch das gehöre zu den Aufgaben der Krebsberatung, Männer in dieser Hinsicht stärker zu sensibilisieren.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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