Stade: Größte und älteste Bürgerinitiative blickt auf langjährige Geschichte zurück
Mehr als nur Grabpflege

Stellten ihr Projekt vor: Viola Treibel (v.re.), Emma Fleischhauer, Louisa Roden, Berfin Dogan, Josephine Bludau und Simon Brey mit dem Leiter der Elbmarschen-Schule, Holger Wartner
  • Stellten ihr Projekt vor: Viola Treibel (v.re.), Emma Fleischhauer, Louisa Roden, Berfin Dogan, Josephine Bludau und Simon Brey mit dem Leiter der Elbmarschen-Schule, Holger Wartner
  • Foto: Landkreis Stade/Christian Schmidt
  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Landkreis. Zum 100-jährigen Bestehen der Friedensorganisation des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte Landrat Michael Roesberg als Vorsitzender des Kreisverbandes zu einem Forum ins Stader Kreishaus eingeladen. Mit dabei war auch die Drochterser Elbmarschen-Schule, deren Schüler hier ihr Projekt vorstellten, das sie gemeinsam mit dem Volksbund erarbeitet hatten.

Die Bedeutung der erfolgreichen friedenspädagogischen Arbeit des Volksbundes mit Schulen aus dem Landkreis Stade an verschiedenen Lernorten beleuchtete beim Forum der Bildungsreferent des Bezirksverbandes, Karl-Friedrich Boese. In diesem Zusammenhang stand der Vortrag der Drochterser Schüler. Thema des Projekts war die brutale Trennung von Zwangsarbeiterinnen und ihren Kindern in der Südkehdinger Gemeinde während der Nazizeit. Gemeinsam mit der Lehrerin Viola Triebel berichteten sie über ihre Ergebnisse. Im November soll das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Während ihrer Festrede verband die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Meta Janssen-Kucz, den Appell, die Europäische Union als friedenserhaltenden Staatenbund zu stärken und sich gegen extremistische, antidemokratische und nationalistische Strömungen zu wehren, mit der Würdigung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Bereits seit 100 Jahren setze sich die "älteste und eine der größten Bürgerinitiativen" mit 85.000 Mitgliedern für die Kriegsgräberfürsorge ein, so Landrat Michael Roesberg. Zunächst sorgten sie sich nach ihrer Gründung im Dezember 1919 nach dem Ersten Weltkrieg vor allem im Ausland um die Gräber, nach dem Zweiten Weltkrieg stand zusätzlich die Mahnung zum Frieden und die Aufforderung zur Völkerverständigung im Vordergrund.

Janssen-Kucz: „Die Arbeit des Volksbundes ist mehr als Grabpflege von über 2,7 Millionen Kriegstoten der beiden Weltkriege auf über 800 Friedhöfen in fast 50 Ländern. Zu den Tätigkeiten gehören eine vielfältige Bildungs- und Gedenkarbeit mit Tagungen, Konzerten, Veröffentlichungen oder Bildungsreisen.“ Der Volksbund setzt sich zudem für differenziertes Gedenken, ein kritisches Geschichtsverständnis und ein reflektiertes Erinnern für die Zukunft ein. Zu den zahlreichen Partnern zählen neben der Bundeswehr die Bundesregierung, die Landesregierungen, die Kommunen und die vielen ehrenamtlichen Helfer, betonte die Politikerin.
Auch der Volkstrauertag habe immer noch eine wichtige Funktion als Tag der Mahnung für Frieden, Menschlichkeit und Versöhnung – über Grenzen hinweg. Er gehört zu den wichtigsten Gedenktagen in Deutschland, an denen der Toten der Weltkriege und der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, aber auch der gegenwärtigen Konflikte gedacht wird. "Das öffentliche Gedenken erinnert die Menschen an die Vergangenheit und konfrontiert sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt.“

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