Unbekannter kippt massenhaft Lebensmittel weg
Obst und Gemüse landen im Graben

Wer macht so etwas? Kartoffeln und Obst wurden achtlos weggekippt   Foto: privat
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Von der Kampagne "Zu gut für die Tonne", mit der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vorgehen will, hat dieser Zeitgenosse wohl noch nichts gehört: Ein Unbekannter hat in der Nähe der Altländer Straße am Stader Ortsausgang in den vergangenen Wochen regelmäßig Obst und Gemüse in den Graben gekippt. Eine WOCHENBLATT-Leserin entdeckte bei ihren Spaziergängen diese gleichermaßen ungewöhnliche wie gedankenlose Art der Entsorgung von landwirtschaftlichen Produkten. Der Übeltäter kann sich diesen merkwürdigen Umgang mit Lebensmitteln offenbar finanziell leisten: Das meiste, was im Graben landete, war noch einwandfreie Ware und wäre bei einer Hilfsorganisation wie der Stader Tafel auf jeden Fall besser aufgehoben.

Auch seitens der Stadt Stade, der das Grundstück an der Hollerner Binnenwettern am östlichen Stadtrand gehört, steht man vor einem Rätsel. Einen Verursacher habe man nicht ermitteln können, so Stadtsprecher Tjorven Plate. Mitarbeiter der kommunalen Betriebe hätten die weggeworfenen Waren beseitigt. "Solange wir nicht wissen, wer dafür verantwortlich ist, kann der Landkreis kein Bußgeldverfahren einleiten", sagt Kreis-Pressesprecher Christian Schmidt.

Nach seinen Angaben liegen gleich mehrere Verstöße vor. So sei nicht nur gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die Abfallbeseitigungsverordnung verstoßen worden, sondern wahrscheinlich auch gegen die Gewerbeabfallverordnung.

Dass es sich bei der erheblichen Menge von weggeworfenem Obst und Gemüse um einen gewerblichen Händler handeln muss, dürfte nämlich so gut wie sicher sein. In keinem Privathaushalt käme man auf die Idee, auf diese Weise die Speisekammer auszuräumen. Die Vermutung liegt daher nahe, dass womöglich ein Lieferant oder Wochenmarktbeschicker sich von nicht verkaufter Ware getrennt hat. Augenscheinlich ist das einfacher, als die Agrarerzeugnisse wieder einzulagern.

Das WOCHENBLATT möchte dem unbekannten Lebensmittel-Verschwender ans Herz legen, sich mit der Stader Tafel in Verbindung zu setzen. Die Kartoffeln waren beispielsweise noch in einem tadellosen Zustand. Sicher gibt es so manchen Tafel-Kunden, der sich über eine Portion gesundes Obst und Gemüse freuen würde. Eine Natural-Spende an die Tafel sorgt nicht nur für ein gutes Karma, sondern spart am Ende auch Geld: Sollte der Übeltäter doch mal auf frischer Tat ertappt werden, droht ein Bußgeld zwischen 200 und 10.000 Euro.

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