Verunsicherung an Schulen
Schüler des Landkreises Stade fordern Szenario B

Für Schüler unverständlich: Auf dem Schulhof noch in der Kohorte unterwegs, müssen sich die Schüler in der Öffentlichkeit in Zweiergruppen aufteilen
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jab. Landkreis. Die Corona-Maßnahmen machen Schülern das Leben schwer. In Bremerhaven sind die ersten Schüler schon auf die Straße gegangen, um auf ihre beschwerliche Lage aufmerksam zu machen. Das WOCHENBLATT sprach mit Stades Stadtschülersprecher Tim Evers, der auch am Ausschuss für Schule und Bildung des Landkreises als Mitglied teilnimmt, über die Probleme der Schüler im Landkreis. Droht hier etwa auch bald ein Schülerboykott?

"Einen Streik haben wir noch nicht ins Auge gefasst", sagt Tim. Dennoch setzt er sich gemeinsam mit anderen Schülervertretern auch aus anderen Landkreisen dafür ein, dass an den Schulen das Szenario B eingeführt wird. Denn seiner Meinung nach rechtfertigen die Vorteile des Szenarios A nicht die Maßnahmen, die dafür an den Schulen umzusetzen sind.

Erklärung: Derzeit besuchen alle Schüler gleichzeitig den Unterricht, bleiben innerhalb der festgelegten Kohorten, tragen permanent Mund-Nasen-Masken und lüften alle 20 Minuten für fünf Minuten die Klassenräume. Im Szenario B würden die Klassen halbiert, Präsenzunterricht gäbe es im Wechsel, das Tragen der Masken würde entfallen.

"Im Szenario B könnten wir die Abstände sowohl in Klassenräumen als auch auf dem Schulhof besser einhalten", erklärt Tim. Zudem wären Bus und Bahn auf dem Weg zur Schule nicht ganz so überfüllt. Denn das sei eine Sache, die keiner versteht: Das Kohortenprinzip gilt in der Schule, eine Vermischung soll verhindert werden. In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt dies nicht mehr. Ansonsten dürfen sie in der Öffentlichkeit nur noch zu zweit unterwegs sein.

In der Schülerschaft herrsche einfach Unverständnis, erklärt der Stadtschülersprecher. "Wir sind keine Experten, aber wir sind verunsichert, was die Maßnahmen derzeit an der Schule angeht." Im März mussten alle zuhause bleiben. Nun sind die Infektionszahlen viel höher, aber alle müssen trotzdem zum Unterricht. Wie in Bremerhaven leiden die Schüler unter der Kälte. Nach dem Lüften heizten sich nicht alle Räume wieder richtig auf, sagt Tim. Teilweise seien die Fenster durchgehend geöffnet. Decken, dicke Jacken, Schals und sogar elektrische Wärmflaschen prägen das Bild in den Klassenzimmern. An die Masken aber hätten sich die meisten schon gewöhnt. Man müsse nur mehr trinken, weil die Konzentration schneller nachließe. Dennoch schränkten die Maßnahmen den Unterricht schon ziemlich ein, sagt Tim.

Und auch in den Pausen fühlen sich die Schüler nicht gut. Abstände können nicht immer eingehalten werden, die Masken werden permanent getragen. Kioske haben dicht, Mensen wurden teilweise geschlossen, da der Hygieneplan, den die Schulen einhalten müssen, nicht umsetzbar ist. "Dafür sitzen oder stehen wir dann in der Pause beieinander und essen unser mitgebrachtes Brot. In der Mensa wäre das Abstandhalten mit geregelten Maßnahmen sicherlich einfacher", sagt Tim.

Die Schüler des Landkreises hoffen auf eine Lösung durch die Politik. In politischen Sitzungen machen die Schülervertreter auf die Probleme regelmäßig aufmerksam. Mit einem offenen Brief fordern sie zudem Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne dazu auf, das Szenario B umzusetzen. Der Landkreis Stade habe sich dazu bereits wohlwollend geäußert, doch die Entscheidung liege weiterhin beim Land, sagt Tim.

Für Schüler unverständlich: Auf dem Schulhof noch in der Kohorte unterwegs, müssen sich die Schüler in der Öffentlichkeit in Zweiergruppen aufteilen
Stades Stadtschülersprecher Tim Evers setzt sich für seine Mitschüler ein
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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